Vor einigen Tagen fand die jährliche Frühjahrsübung in Mariahütte der Einheiten der freiwilligen Feuerwehr und der Firma Diehl Defence statt. Dabei werden bestehende Alarm- und Gefahrenabwehrpläne für den Ernstfall in enger Abstimmung mit Behörden und Katastrophenschutz geprobt. Im Werk von Mariahütte verfügen sie über moderne Einrichtungen und technische Verfahren zur hochpräzisen Metall- und Blechbearbeitung für die Klein- und Großserienfertigung.
Ziel ist es stets die Sicherheit von Mitarbeitern, Anlagen und Umwelt zu gewährleisten. Folgende Herausforderungen standen den teilnehmenden Einheiten bevor:
In einer Werkhalle für Oberflächenbehandlung war während der Betriebszeit ein Feuer ausgebrochen. Dieses drohte sich unter starker Rauchentwicklung rasch auszubreiten. Vier Mitarbeiter konnten das Gebäude nicht mehr rechtzeitig verlassen. Neben der Werkfeuerwehr der Firma Diehl Defence waren die Löschbezirke Braunshausen, Kastel und Nonnweiler in das Übungsszenario eingebunden, ebenso das beim Löschbezirk Primstal stationierte Einsatzleitfahrzeug. Nachdem ein Mitarbeiter des Werkschutzes den Notruf abgesetzt hatte, löste die Integrierte Leistelle Saarland die Alarmierung aus: Brand 2 Diehl Defence Werk Mariahütte Metallverarbeitung. Nach nur wenigen Minuten waren die Einsatzkräfte des Löschbezirks Braunshausen vor Ort; dicht gefolgt von den Löschbezirken Nonnweiler und Kastel und dem Einsatzleitfahrzeug (ELW 1).
Nach sorgfältiger Lageerkundung gingen mehrere Trupps aus Nonnweiler (Hilfeleistungs- Löschgruppenfahrzeug HLF 20) sowie Braunshausen und Kastel (jeweils Staffellöschfahrzeug StLF 10) in enger Abstimmung unter schwerem Atemschutz zum Innenangriff und zur Personensuche vor. Die Löschwasserversorgung erfolgte aus Unterflurhydranten bzw. einer Zisterne. Parallel kümmerte sich die Besatzung des Gerätewagens „Logistik“ (GW-L 1) aus Nonnweiler um die Herstellung der Wasserversorgung, unter anderem zur Einspeisung des HLF 20. Da höherer Wasserbedarf bestand, wurde noch eine zweite B-Leitung verlegt. Um ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude abzuwenden, wurden mehrere Strahlrohre nebeneinander als sogenannte Riegelstellung vorgenommen.
Da die Werkfeuerwehr Diehl im Betriebsgelände auf dem Maasberg stationiert ist, hatte sie den längsten Anfahrtsweg. Am Einsatzobjekt angekommen, beteiligte sich die Mannschaft des Tanklöschfahrzeugs (TLF 24/50) unverzüglich an der gezielten Abschirmung der angrenzenden Gebäude. Zu diesem Zweck wurde der Dachmonitor eingesetzt. Zudem wurden Düsenschläuche in Betrieb genommen, um sogenannte Wasserwände zu erzeugen. Die Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs Diehl (LF 10/6) stellte die Wasserversorgung her. Zudem unterstützten zwei Atemschutztrupps beim Innenangriff und bei der Personensuche. Die vier im Brandobjekt eingeschlossenen Mitarbeiter wurden nach und nach aufgefunden und zur Erstversorgung ins Freie gebracht. Da die Gefahr bestand, dass kontaminiertes Löschwasser in das nahe gelegene Bachbett der „Prims“ gelangte, besorgte die Besatzung des Mannschaftstransportfahrzeugs aus Kastel Sandsäcke aus dem dortigen Depot, um das Löschwasser umzuleiten. Die Besatzung des ELW 1 unterstützte die Einsatzleitung und übernahm die zentrale Objektlagedarstellung mit Einsatzdokumentation. Angehörige der Werkfeuerwehr Diehl kümmerten sich um die zentrale Atemschutzüberwachung. Schließlich folgte die finale Meldung „Brand vollständig gelöscht“. Unter Einsatz von Überdrucklüftern wurde der verqualmte Gebäudetrakt rauchfrei geblasen.
Der St. Wendeler Brandinspekteur Dirk Schäfer, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Marcus Gierend und der Nonnweiler Wehrführer Alexander Kuhn lobten den reibungslosen Ablauf der Übung, welcher im Vorfeld durch Christopher McNeill und seinem Team von der Werkfeuerwehr Diehl akribisch geplant und vorbereitet wurde.
„Da aus den laufenden Erweiterungsmaßnahmen zwangsläufig gravierende Veränderungen innerhalb des Betriebsgeländes resultieren“, so Wehrführer Alexander Kuhn, „sei es umso wichtiger, sich regelmäßig mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen und unabweisbar, die Einsatzpläne ständig zu aktualisieren.“



