Nach fast fünf Jahren Bauzeit hat der Entsorgungsverband Saar (EVS) die Sanierung der Kläranlage im Nonnweiler Ortsteil Bierfeld im Oktober 2026 abgeschlossen. Die Arbeiten hatten im Dezember 2021 begonnen und umfassten neben der Kläranlage selbst auch den Neubau der Infrastruktur für die Regenwasserbehandlung. Der EVS investierte insgesamt 8,1 Millionen Euro – davon 6,2 Millionen Euro in die Kläranlage und 1,9 Millionen Euro in die Regenwasserbehandlung. Die Sanierung kam laut EVS einem kompletten Neubau gleich.
Die neue Anlage ist für eine Kapazität von umgerechnet 1.400 Einwohnern ausgelegt und reinigt derzeit die Abwässer aus Bierfeld. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2028 soll auch der Ortsteil Sitzerath angeschlossen werden. Die dortige Kläranlage wird dann außer Betrieb genommen und zurückgebaut. „Insbesondere der Oberlösterner Lohbach und die Löster werden stark von der modernen Anlagenkonzeption und der damit verbundenen sehr guten Reinigungsleistung profitieren“, so EVS-Geschäftsführer Holger Schmitt.
Eine besondere Herausforderung stellte die Tatsache dar, dass sämtliche Arbeiten im laufenden Betrieb stattfanden. Während der gesamten Bauzeit musste die Abwasserreinigung gemäß den gesetzlichen Vorgaben gewährleistet bleiben. Die komplette Baustellenlogistik sowie die In- und Außerbetriebnahmen neuer und alter Anlagenteile wurden auf dem bestehenden Kläranlagengelände abgewickelt – eine Aufgabe, die Planer, Bauunternehmer und Kläranlagenfachkräfte gleichermaßen forderte.
„Der EVS bedankt sich bei der Gemeinde Nonnweiler, der Baufirma und den beauftragten Ingenieurbüros für die gute Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt jedoch den Anwohnerinnen und Anwohnern für das entgegengebrachte Verständnis während der Bautätigkeiten“, so EVS-Geschäftsführer Thomas Collmann.
Im Rahmen der Baumaßnahme wurden zahlreiche neue Bauwerke errichtet. Die Kläranlage umfasst unter anderem ein Zulaufpumpwerk mit einer Förderkapazität von 18 Litern pro Sekunde, eine Feinrechenanlage zur Abtrennung von Feststoffen, einen Rundsandfang zur Sand- und Fettelimination sowie ein Kombibecken mit Belebungsbecken (535 Kubikmeter) und innenliegendem Nachklärbecken. Hinzu kommen eine Fällmittel-Dosierstation, ein Schlammstapelbehälter mit 165 Kubikmetern Fassungsvermögen sowie ein Betriebsgebäude mit Schaltwarte. Für die Regenwasserbehandlung entstanden ein Zulaufbauwerk, ein Regenüberlaufbecken mit einem Volumen von 165 Kubikmetern sowie ein Drosselbauwerk.




