Der Arbeitsmarkt im August 2020 – Erneuter Anstieg der als arbeitslos gemeldeten Personen

Im Landkreis St. Wendel waren im aktuellen Monat 2.050 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 33 mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter rund ein Viertel Arbeitslose mehr gemeldet (plus 428). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. 

Im Saarland hat sich der Bestand an Arbeitslosen von Juli auf August erhöht. Im August wurden 41.750 Arbeitslose gezählt, 212 mehr als im Vormonat. Das waren 7.796 mehr als im Vorjahresmonat (plus 23,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag wie im Vormonat bei 7,8 Prozent und damit 1,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats. 

„Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ist erneut angestiegen, gleichzeitig ist auch die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder gewachsen. Die Bewegungen aus und in Erwerbstätigkeit bewegen sich auf niedrigem Niveau. Sie liegen deutlich unter den saisonalen Werten der Vorjahre“, kommentiert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt. „Auch wenn wir sehen, dass wieder etwas mehr Dynamik im Arbeitsmarktgeschehen ist, können wir leider noch nicht von einer Entspannung sprechen. Viele Betriebe und Unternehmen sind weiterhin in Kurzarbeit.“ 



Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich 

Landkreis St. Wendel: 4,3 Prozent 

Landkreis Merzig-Wadern: 5,2 Prozent 

Saarpfalz-Kreis: 6,0 Prozent 

Landkreis Saarlouis: 6,2 Prozent 

Landkreis Neunkirchen: 8,5 Prozent 

Regionalverband Saarbrücken: 11,1 Prozent 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung 

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 38 auf 1.159 gestiegen. Das war über ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 146. Sie verringerte sich um fünf im Vergleich zum Vormonat und lag um 34 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 535. Sie ist ge-genüber dem Vormonat um 20 und gegenüber dem Vorjahr um 121 gestiegen. 

Entwicklung in der Grundsicherung 

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im August 891 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, fünf weniger als im Juli. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen rund 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 276 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber Juli um eins und gegenüber August 2019 um 41 erhöht. Rund ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im August 291. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Anstieg um zehn, gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 36. 

Stellenmarkt 

Im August wurden mehr neue Arbeitsstellen gemeldet als noch im Monat zuvor. Die steigenden Zugangszahlen der Vormonate setzen sich fort. Damit hat sich der Bestand an gemeldeten Stellen im August weiter erhöht, wenngleich er noch deutlich unter dem Vorjahreswert liegt. Unternehmen der Region haben im August insgesamt 176 Stellen zur Besetzung gemeldet, 79 mehr als im Vormonat und elf mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 979 offene Stellen gemeldet, 632 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 39,2 Prozent). Aktuell stehen 573 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau. 

Kurzarbeit 

Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 837 Unternehmen im Landkreis St. Wendel Kurzarbeit für 8.598 Beschäftigte angezeigt. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen auf Basis der vorläufigen Daten vorgenommen. Hochgerechnete Daten auf Landkreisebene zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt liegen nun erstmals vor. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im März 353 Unternehmen im Landkreis St. Wendel für 1.982 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt. 

Ausbildungsmarkt 

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 527 Be-rufsausbildungsstellen gemeldet, 41 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 489 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 26 weniger als vor einem Jahr. Am statisti-schen Zähltag im August waren noch 126 Stellen unbesetzt und 57 Jugendliche unversorgt. 

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