Das gibt es nur bei uns auf dem Land… Heute: Eine Milchtankstelle

Milch tanken- was in den Ohren eines jeden Städters fast nicht kurioser klingen kann ist für viele Bewohner in unserer ländlichen Region keineswegs ein abwegiger Begriff. An Knapp’s Milchtankstelle in Selbach ist dies unproblematisch möglich. Aber bei der Milch vom eigenen Betrieb ist es nicht geblieben. Über mittlerweile zwei Regiomaten wird der Kundschaft eine breite und vor allem regionale Produktpalette aus dem Eigenbetrieb sowie von Partnerbetrieben angeboten. Die Milchtankstelle sowie die Automaten findet man nach wie vor in der Birkenfelderstraße 14 a in Selbach.

Ein Konzept, das nicht besser in die aktuelle Entwicklung passen könnte. Moderne Technik ermöglicht es, zu jeder Tages- und Nachtzeit, vollkommen kontaktlos Produkte von Nebenan zu kaufen. Den alltäglichen Einkauf nachhaltiger und ökologischer zu gestalten war nie einfacher als an der Milchtankstelle. Produkte ohne große Vertriebswege transparent vor Ort zu kaufen, die Herkunft und Haltung kennen sowie dabei noch die örtlichen Betriebe und die lokale Landwirtschaft zu unterstützen wird durch das moderne Konzept möglich gemacht. Heimat stärken heißt nun mal auch lokal einzukaufen. 

Durch den eigenen Milchviehbetrieb mit angegliederter Bullenmast ist es Jürgen Knapp, Inhaber der Tankstelle, möglich über diese seine eigene Milch, sowie Wurst- und Fleischware aus eigener Schlachtung zu vertreiben. Neben den Produkten im Automaten hat sich schnell eine Nachfrage der Kundschaft zu einem umfangreicheren Paket entwickelt, wodurch die Idee entstand, auf Wunsch und Termin sogenannten Fleischpakete zu verkaufen. In enger Zusammenarbeit mit der Metzgerei Peter Braun in Konken werden die Tiere stressfrei in Eigenanlieferung zur Schlachtung gebracht. Dort erfolgt die weitere Verarbeitung vor Ort. Die Pakete können über die Facebookseite Knapp`s Milchtankstelle, telefonisch oder per Whatsapp bestellt werden. Die Nummer dazu ist an den Automaten in Selbach hinterlegt. „Unser Fleisch steht für Geburt im eigenen Betrieb, Aufzucht der Mastrinder auf Stroh an Ammenkühen, Endmast der Tiere im reinen Strohstall, Futter aus eigenem Anbau, kurze Transportwege und saubere Zerlegung durch die Metzgerei Braun“, erzählt Jürgen Knapp. Für die gute Zusammenarbeit gehe ein großer Dank an die Metzgerei Braun. 



Neben den hauseigenen Produkten finden man im Regiomaten noch alles Weitere für den alltäglichen Bedarf. Aus dem Bestreben heraus, sowohl die regionalen Betriebe zu unterstützen als auch den Käufern regionale Produkte anzubieten, entstand dann nach und nach die Kooperation mit gut bekannten und auch befreundeten Betrieben. 

Im Sortiment mitaufgenommen sind neben Eiern, Molkereiprodukte, Honig vom örtlichen Imker auch Kartoffeln vom Margarethenhof, Marmelade vom Erdbeerland, Senf von SaarCraft, Currywurst vom Gasthaus Stephan sowie zahlreiche weitere lokale Produkte. 

„Lediglich mit Gurken ist uns regional leider nichts gelungen, daher kommen die Gurken etwas weiter entfernt her, jedoch von einem Betrieb, der seine Produktion mit so viel Herzblut und Verantwortungsbewusstsein betreibt, wie wir selbst und auch unsere anderen Partner“.

Die Milchtankstelle selbst eröffnete 2014. 2016 wurde der erste Regiomat in Betrieb genommen und seit September vergangenen Jahres ergänzt der zweite Automat das Sortiment. Mit der Entwicklung sei man sehr zufrieden, berichtet der Landwirt, da es ein persönliches Anliegen sei den Kunden regionale, mit Liebe erzeugte Waren anbieten zu können.

Für die Zukunft sei vorgesehen Schritt für Schritt das eigene Sortiment zu erweitern, was jedoch auch teilweise mit sehr hohen Investitionen verbunden sei. Der größte Wunsch sei jedoch, erzählt Jürgen Knapp, mehr Wertschätzung von den Verbrauchern für regionale Erzeugnisse.

„Wir produzieren hier in Deutschland zu den höchsten Tier- und Umweltstandards weltweit, unsere Familienbetriebe laufen über Generationen, wir sind hier groß geworden mit dem hohen Interesse daran, unsere Böden und unsere Natur zu erhalten. Unsere Tiere sind speziell in unseren kleinen Familienbetrieben oftmals Familienmitglieder, denen gegenüber wir sehr viel Respekt und Würde von der Geburt bis zur Schlachtung aufbringen.“

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