Bostalsee: Hotel Seezeitlodge feiert morgen Eröffnung – wir sprachen mit den Gründern

Mit der Seezeitlodge am Bostalsee hat das St. Wendeler Land ein echtes Vorzeigehotel mit außergewöhnlicher Architektur und einem besonderen Konzept bekommen. Das Haus wird morgen offiziell im Beisein von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger eröffnet. Wir sprachen im Vorfeld mit den Geschäftsführern Kathrin und Christian Sersch über ihr Hotel, den Tourismus im St. Wendeler Land und über das Gründen.

wndn.de: Frau Sersch, Herr Sersch, bitte verraten Sie uns, wie man auf die Idee kommt, ein Wellnessressort am Bostalsee zu eröffnen?

Christian Sersch: Meine Frau hat das Hotelhandwerk als Beruf gelernt, ich selbst bin Kaufmann mit großer Affinität zur Tourismusbranche. Das Hotelfach ist sozusagen unsere Berufung. Da wir beide im Saarland und auch am Bostalsee aufgewachsen sind, wollten wir unsere Leidenschaft in unserer Heimat ausleben. Nachdem wir dann auf die Fläche hier am See aufmerksam wurden, begannen wir mit der Planung.

wndn.de: Welche Schritte lagen zwischen Idee und Realisierung?

Kathrin und Christian Sersch: Ganz wichtig war uns, dass wir alle Beteiligten, egal ob die Bürgerinnen und Bürger oder die entsprechenden Gremien, früh in die Planungen mit einbezogen haben. Nachdem wir viele wertvolle Anregungen mit in unser Konzept haben einfließen lassen, gab es einen Architektenwettbewerb. Es folgte schließlich die Bauphase und im Juli dieses Jahres konnten wir endlich eröffnen.

wndn.de: Was würden Sie heute anders machen?

Christian Sersch: Wenn überhaupt, dann nur Kleinigkeiten. Da wir von Anfang an offen mit unserem Projekt umgegangen sind, konnten wir vieles im Vorfeld ausräumen. Positiv ist noch zu erwähnen, dass wir mit vielen leistungsfähigen Firmen aus der Region zusammengearbeitet haben, die eine wunderbare Arbeit ablieferten.

wndn.de: Sind Sie mit der bisherigen Resonanz auf Ihr Hotel zufrieden?

Kathrin Sersch: Sehr sogar! Unsere Gäste kommen aus dem näheren Umland, reisen also maximal drei Autostunden an. Viele von ihnen waren noch nie im Saarland oder im St. Wendeler Land und waren überrascht, was es bei uns und in der Umgebung so alles gibt und wie schön es hier ist. Ich denke, dass der Großteil der Gäste wieder kommen wird.

wndn.de: Das St. Wendeler Land präsentiert sich als Tourismusregion. Wurde Ihr Projekt durch die Politik ausreichend unterstützt?

Kathrin und Christian Sersch: Wie eingangs erwähnt, haben wir die kommunalen Gremien, also den Gemeinderat Nohfelden und den Kreistag, frühzeitig über unser Projekt informiert. Wir konnten dadurch auf Anregungen und Bedenken reagieren. Von den Verantwortlichen, beispielsweise Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Bürgermeister Andreas Veit oder Landrat Udo Recktenwald, bekamen wir große Unterstützung. Aber auch die Tourismuszentrale Saarland oder Frau Dr. Scheer von der Tourist-Information des Landkreises hatten immer ein offenes Ohr für uns.

wndn.de: In der Bevölkerung gibt es ab und an kritische Stimmen in Bezug auf den Bostalsee. Was sagen Sie den Kritikern?

Kathrin und Christian Sersch: Der See wurde für den Tourismus angelegt. In den 1970er Jahren war man schon sehr visionär und hatte Hotels sowie den Ferienpark mit eingeplant. Erst in den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl der Projekte wie der Center Parcs realisiert – was sehr gut für die Entwicklung der Region ist, weil enormes Potential brachgelegen hat. Dadurch ist es natürlich auch etwas voller geworden. Dennoch wird unsere Region von der positiven Entwicklung profitieren.

wndn.de: Was könnte man tun, um das St. Wendeler Land noch besser zu vermarkten?

Christian Sersch: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Allerdings ist der Handyempfang bei uns nicht optimal. Auch die Anbindung an Bus und Bahn oder die Verfügbarkeit von Taxis könnte noch besser sein. Aber die Region ist auf einem guten Weg. Wenn wir weiterhin alle an einem Strang ziehen und Initiativen wie die Saarland-Card weiter forcieren, werden wir noch erfolgreicher im St. Wendeler Land und im Saarland werden.

wndn.de: Ist für Sie schwer, die passenden Fachkräfte zu finden?

Kathrin Sersch: Im Hotel haben wir 70 Vollzeitstellen geschaffen. Der größere Teil davon ist mit Menschen aus der Region besetzt. Aber der Fachkräftemangel in der Hotelbranche ist auch ein Thema bei uns. Deshalb setzen wir verstärkt auf die Ausbildung und haben 14 Auszubildende eingestellt. Ich kann aber sagen, dass wir ein tolles und engagiertes Team beschäftigen, das die besondere Philosophie des Hauses lebt.

wndn.de: Wo sehen Sie sich und die Region in zehn Jahren?

Kathrin und Christian Sersch: Wir möchten unser Hotel natürlich weiterentwickeln und haben schon einige Ideen, wie wir das machen möchten. Ich hoffe, dass unser Hotel weiterhin die sehr gute Resonanz finden und das St. Wendeler Land weiter vom Tourismus profitieren wird. Die Verantwortlichen sind aber auf einem guten Weg. Initiativen, wie der Ausbau der Fahrradwege, auch auf alten Bahntrassen, bestärken uns in diesem Gefühl.

wndn.de: Was möchten Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Kathrin und Christian Sersch: Folgt Eurer Passion! Seid anders als die anderen! Als Unternehmer sollte man jedoch nicht auf die Arbeitszeiten schauen, sondern die Entwicklung des Betriebes im Blick haben. Dazu gehört neben einem einzigartigen Konzept auch das Interesse für die Zahlen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Fotos: Günter Standl

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN