Bosen: 4. Tag des St. Wendeler Landes

(Foto: Kira Wilhelm)

Bosen. Unsere Heimat aus Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart zu beleuchten, ist Ziel des Tages des St. Wendeler Landes, der am vergangenen Sonntag, dem 09.09.2018 in der Bosener Mühle stattfand. Der Tag soll als Ansatz dienen, sich mit der Geschichte, die hier stattfand und stattfindet auseinanderzusetzen. Hierzu fanden viele spannende Vorträge und Diskussionen statt, die den Besuchern viele neue Einblicke in das Leben in unserem Landkreis gewährten.

„Die Identifikation mit dieser Region zu stärken […], ist der Kern, wieso wir das hier tun“, erklärt Landrat Udo Recktenwald und führte gleich zu Beginn der Veranstaltung weiter aus „einen Halt in der Region zu haben in einer globalen Welt“ sei besonders wichtig. Der Tag des St. Wendeler Landes ist also nicht nur ein wichtiger Tag für die zahlreichen Heimatvereine des Landkreises, sondern auch für alle, die sich mit der Region identifizieren und sich für seine Historie und seine Entwicklung interessieren.

Der mittlerweile vierte Tag des St. Wendeler Landes stand unter dem Motto „Geschichtsorte im Landkreis St. Wendel“ und hierzu haben zahlreiche Heimatvereine einen Geschichtsort ihres Ortes ausgewählt und dessen Historie anschaulich und verständlich aufgearbeitet. Diese  Arbeit wurde zu einer Wanderausstellung zusammengefasst und ausgestellt. Doch nicht nur das erwartete die Besucher der Veranstaltung. Ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Vorträgen und zwei Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Themen eröffneten den Besuchern neue Blickwinkel und Perspektiven. In den kleinen Pausen zwischen den Programmpunkten wurde sich ausgiebig ausgetauscht und die Diskussion auch außerhalb des Plenums weitergeführt.

Besonders spannend war vor allem die Diskussionsrunde zwischen dem Tholeyer Bürgermeister Hermann Josef Schmidt, Stefan Kunz von Land(auf)Schwung und Klaus Backes aus Hasborn-Dautweiler, der die dortige Vereinsgemeinschaft vertrat. In dieser Diskussion ging es um drei verschiedene Dörfer die unterschiedliche zukunftsorientierte Konzepte zur Entwicklung von Dörfern auf den Weg bringen. Alle drei Dörfer werden von Land(auf)Schwung unterstützt und könnten nicht unterschiedlicher sein. Remmesweiler beispielsweise testet gerade ein neues System zur Gestaltung und Verbesserung der Nahversorgung. Als sogenanntes „Smart Village“ soll die Versorgung mit Lebensmitteln von insbesondere älteren Dorfbewohnern gewährleistet werden. In Hasborn-Dautweiler, welches als soziales Dorf betitelt wird, ist das Dorfgemeinschaftsgefühl sehr groß, was auch an der hohen Vereinsdichte liegt. Die Vereine helfen sich auch viel untereinander und in Anlehnung an das Projekt des Marienkrankenhaus „Paten mit Herz“ gibt es in Hasborn-Dautweiler Bürgerpaten. Diese nehmen hinzugezogene Neubürger an die Hand und helfen dabei, dass die neuen Bewohner sich in die Gemeinschaft einleben. In Oberkirchen, dem Energiedorf finden aktuell noch verschiedene Prozesse und Überlegungen statt um Energieversorgung des Ortes umweltfreundlicher zu machen und auch allgemein zu verbessern. Zu diesen Überlegungen zählt beispielsweise das Errichten einer Energiesäule für Elektroautos.

 

Neben dieser spannenden Diskussion konnten sich die Veranstaltungsbesucher auch über die besondere Arbeit von Jörg Friedrich informieren. Dieser hielt einen Vortrag über seine herausragende Arbeit als Lehrer an der Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle, wo er über viele Jahre hinweg eine einzigartige AG geleitet hat, die sich mit der jüdischen Geschichte der Gemeinde Nohfelden intensiv auseinandergesetzt und die dabei viele Projekte auf den Weg gebracht hat, wie beispielsweise die Verlegung von Stolpersteinen. Mit seinem Seminarfachkurs erarbeitete er vor ein paar Jahren Konzepte für Wandertage. An diesen können sich die Schüler mit verschiedenen Religionen auseinandersetzen und so beispielsweise per Geocaching wichtige jüdische Orte in der Umgebung besuchen. Anhand dieser Projekte erklärte Jörg Friedrich wie man die Thematik des Holocaust jungen Menschen altersgerecht näher bringen kann.

Außerdem wurden noch zwei weitere Vorträge gehalten zum Thema Aspekte regionaler Baukultur und „Der Tempel des Mars – Ein besondere Ort im Vicus Wareswald“ und in einer zusätzlichen Diskussion sprachen Landrat Udo Recktenwald und Werner Feldkampf, der Ehrenvorsitzende der Kultur-Landschafts-Initiative St. Wendeler Land über Heimat und was diese ausmacht. Musikalisch begleitet wurde der 4. Tag des St. Wendeler Landes von Klaudia Scholl und Monika Fuchs die von Dorothee Henkes am Klavier begleitet wurden.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN