Anfrage des Landtagsabgeordneten Jonas Reiter

Bahnhof St. Wendel auf dem Abstellgleis: Gebäude wird frühestens 2029 ertüchtigt

Bahnhof St. Wendel

Der Bahnhof St. Wendel wird frühestens im Jahr 2029 umfassend modernisiert und ertüchtigt. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis St. Wendel, Jonas Reiter, hervor, in deren Beantwortung die Landesregierung über den aktuellen Stand der geplanten Maßnahmen informiert.

Der Zustand des Bahnhofsgebäudes wurde von der Landesregierung als funktionsfähig, aber modernisierungsbedürftig eingestuft. Insbesondere die Herstellung der vollständigen Barrierefreiheit stellt eine Herausforderung dar. Geplante Maßnahmen umfassen die Anpassung der Bahnsteige, den Einbau von Fahrstühlen sowie die Erneuerung von Beleuchtung und Reisendeninformationssystemen. Die Kosten für diese umfassende Modernisierung werden auf etwa 12,5 Millionen Euro geschätzt und sollen größtenteils durch eine Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund gedeckt werden.

In den letzten 24 Monaten hat die Landesregierung Vorplanungen und -untersuchungen durchgeführt sowie Kooperationen mit der DB InfraGO AG zur Reinigung und Instandhaltung der Verkehrsstationen intensiviert. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Realisierung der Modernisierung erst für das Jahr 2029 geplant, ohne Veränderung der Priorisierung im Bahnhofsentwicklungsprogramm.

Die Sicherheits- und Sauberkeitssituation am Bahnhof St. Wendel wird ebenfalls thematisiert. Eine besondere Sicherheitslage wurde von den zuständigen Behörden nicht kommuniziert. Zur Verbesserung der Sauberkeit ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung, der DB InfraGO AG und der Stadt St. Wendel geplant, wobei zusätzliche Reinigungsteams eingesetzt werden sollen.

Die aktuelle Barrierefreiheit am Bahnhof St. Wendel wird als unzureichend bewertet. Geplante Maßnahmen zur Verbesserung umfassen die Höhenanpassung der Bahnsteige, den Einbau taktiler Leitsysteme und von Aufzügen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist jedoch erst im Rahmen der geplanten Modernisierung des Bahnhofs vorgesehen und soll frühestens ab dem Jahr 2029 erfolgen.

Dazu der CDU-Landtagsabgeordnete Jonas Reiter: „Das Bahnhofsgebäude in St. Wendel befindet sich in einem schlechten Zustand. Die Besei:gung dieses städtebaulichen Missstandes ist ebenso wie die Bahnhofsmodernisierung für die Entwicklung der Kreisstadt St. Wendel von hoher Bedeutung. Dass die Deutsche Bahn und die Landesregierung eine Sanierung erst im Bahnhofsentwicklungsplan III in der letzten Priorität und nur mit einzelnen Teilmaßnahmen planen, wird der Bedeutung als Eingangstor in die Kreisstadt St. Wendel absolut nicht gerecht. Wir können es nicht akzep:eren, dass Bahn und Land dem Bahnhof in St. Wendel eine solch niedrige Priorität einräumen. Mit dem Einbau eines Fahrstuhls und weiterer Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit wird man hier im Grundsatz keine relevante Verbesserung erreichen. Außerdem ist der nun dargelegte Zeitplan weiterhin gefährdet, da das saarländische Schienennetz in den kommenden Jahren Umleitungsstrecke sein wird für diverse Hochleistungskooridore. Daher können die Maßnahmen aus dem Bahnhofsentwicklungsplan III wohl nicht mehr im geplanten Zeitplan umgesetzt werden.“

Alexander Zeyer, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, äußert sich ebenso besorgt: „Die Deutsche Bahn und das Land haben den St. Wendeler Bahnhof aufs Abstellgleis gesetzt. Der Bahnhof in St. Wendel war bereits in früheren Sanierungsprogrammen vorgesehen. Dass eine Sanierung jetzt erst 2029, also über 10 Jahre später als ursprünglich geplant, umgesetzt werden soll, gleicht einem schlechten Witz. Die zuständigen Behörden schauen seit Jahren weg, während die Stadt St. Wendel alles Mögliche unternimmt, das Areal rund um den Bahnhof aufzuwerten. Dazu gehört der aktuelle Ankauf der Nebengebäude, die danach abgerissen werden sollen. Zusätzlich übernimmt die Stadt St. Wendel auf freiwilliger Basis zusätzliche Reinigungsarbeiten und sorgt mit eigenem Personal der Ortspolizeibehörde für mehr Sicherheit. Jedes Jahr nutzen Hunderttausende den Bahnhof in St. Wendel, als Pendler, Touristen und Gäste. Es wird dringend Zeit, dass sich die Beteiligten bewegen und den ländlichen Raum nicht völlig aus dem Blick verlieren.“

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