Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Saarland
Nach dem saisonal üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar hat sich der Arbeitsmarkt im Februar
wieder stabilisiert. Insgesamt waren im Februar 33.071 Personen arbeitslos gemeldet, 548 weniger als
im Vormonat. Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen lag deutlich unter dem Wert des Vorjahres
(minus 6.425 bzw. 16,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen –
lag bei 6,2 Prozent. Im Vormonat hatte sie 6,3 Prozent betragen, im Vorjahresmonat noch 7,4 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich von seiner stabilen und aufnahmefähigen Seite. Nach einem saisonal bedingten Anstieg zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit wieder leicht zurückgegangen. Gleichzeitig
suchen die Unternehmen im Saarland verstärkt nach qualifiziertem Personal. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen befindet sich aktuell auf einem deutlich höheren Niveau als im Durchschnitt des Monats
Februar vor der Corona-Krise“, erläutert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Auch wenn der Arbeitsmarkt sich robust zeigt, ist er ständigen Veränderungen
durch Strukturwandel und Digitalisierung unterworfen. Qualifizierung ist und bleibt das wichtigste Instrument zur Gestaltung der Transformationsprozesse am Arbeitsmarkt. So investieren die Agentur für Arbeit und die Jobcenter in gemeinsamer Trägerschaft saarlandweit in diesem Jahr rund 40 Millionen Euro
in die Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten in Unternehmen“, so Madeleine Seidel.
Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich
Landkreis St. Wendel: 3,4 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,1 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 4,5 Prozent
Landkreis Saarlouis: 5,4 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 6,7 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 8,8 Prozent
Entwicklung im Landkreis St. Wendel
Im Februar waren im Landkreis St. Wendel 1.603 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 18 weniger
als im Januar. Gegenüber Februar 2021 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 354 oder 18,1 Prozent.
Die Arbeitslosenquote betrug im Februar wie im Vormonat 3,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,1
Prozent.
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, Monat für Monat gibt es Dynamik auf dem Arbeitsmarkt: Menschen
melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. Im Februar meldeten sich 121 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos.
Das waren 69 weniger als im Januar und 49 weniger als im Vorjahresmonat.134 Personen haben eine
neue Stelle angetreten und konnten ihre Arbeitslosigkeit dadurch wieder beenden, 23 mehr als im Vormonat und vier weniger als vor einem Jahr.
Bei Betrachtung der einzelnen Personengruppen verlief die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vormonats- wie auch im Vorjahresvergleich unterschiedlich. Im Februar waren 899 Männer und 704 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang zum Vormonat von 1,6 Prozent bei den Männern und um 0,4 Prozent bei den Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Männer nicht ganz so stark von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren wie die Frauen (Männer: minus 16,1 Prozent,
Frauen: minus 20,5 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei 76. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 2,7 Prozent erhöht, gegenüber dem Vorjahr um fast
ein Drittel reduziert. 701 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent gesunken. Gegenüber dem Vorjahr gab es bei dieser Personengruppe einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 16,7 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug
im Februar 533. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Zahl nicht verändert. Gegenüber dem Vorjahresmonat gab es einen Rückgang um 8,7 Prozent.
Blick auf die Rechtskreise
Bei der Agentur für Arbeit waren im aktuellen Monat 848 Personen arbeitslos gemeldet, neun weniger
als im Vormonat und 240 weniger als vor einem Jahr. Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren
mit 755 Arbeitslosen neun weniger registriert als im Januar und 114 weniger als im Februar des Vorjahres. Dies entspricht einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von über einem Fünftel im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Im Bereich der Grundsicherung fiel der Rückgang schwächer aus (minus 13,1 Prozent).
Stellenmarkt
Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote blieb mit 884 auf einem sehr hohen Niveau und lag deutlich
über dem Vorjahreswert (plus 46,5 Prozent). Im Februar kamen 210 neue Stellenangebote hinzu. Das
waren 76 Arbeitsplatzangebote mehr als im Januar und 75 mehr als im Februar 2021. Die meisten
neuen Stellenausschreibungen kamen aus der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und dem
Handel. Ein hoher Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestand außerdem im Verarbeitenden Gewerbe, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Öffentlichen Dienst, im Bereich Erziehung und Unterricht, im Gastgewerbe und im Baugewerbe. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region insgesamt 344 Stellenangebote gemeldet. Das war über ein Drittel mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Kurzarbeit
Im Februar gingen im Landkreis St. Wendel acht Kurzarbeitsanzeigen für 69 Beschäftigte ein. Der Agentur für Arbeit Saarland liegen inzwischen Daten über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit bis einschließlich September vor. Im August haben 102 Betriebe und 557 Personen tatsächlich kurzgearbeitet. Laut
Hochrechnung haben im September 87 Unternehmen für 473 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.




