Arbeitsmarkt im Landkreis WND

Arbeitslosigkeit im Landkreis Sankt Wendel leicht gesunken

Entwicklung im Saarland

Der Juli bescherte dem saarländischen Arbeitsmarkt einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Damit weicht die aktuelle Entwicklung merklich vom Verlauf der vergangenen Jahre ab, wo von Juni auf Juli stets eine Erhöhung zu verzeichnen war. Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich damit im sechsten Monat in Folge. Insgesamt waren im Juli 35.741 Personen arbeitslos gemeldet, 601 weniger als im Juni. Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen lag deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 5.797 bzw. minus 14,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen ging im Juli um 0,2 Prozentpunkte zurück und lag bei 6,7 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch um 1,1 Prozentpunkte höher.

„Der Erholungskurs am saarländischen Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort, eine Sommerflaute ist derzeit nicht erkennbar. Rückläufige Arbeitslosmeldungen einerseits und zunehmende Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit auf der anderen Seite ließen die Zahl der Arbeitslosen deutlich unter den Vorjahreswert sinken“, beschreibt Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Situation. „Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen bewegt sich auf einem hohen Niveau. Sowohl der Zugang an neu gemeldeten Stellen wie auch der Stellenbestand übertreffen den Wert von Juli 2019. Mit dem vorhandenen breitgefächerten Stellenangebot entstehen zunehmend Chancen und Perspektiven für Menschen, die derzeit auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, stellt Seidel fest.

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

Landkreis St. Wendel: 3,6 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,5 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 4,8 Prozent
Landkreis Saarlouis: 5,7 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 7,2 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 9,6 Prozent

Entwicklung im Landkreis St. Wendel

Im Juli waren im Landkreis St. Wendel 1.718 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 28 weniger als im Juli 2020. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 299 Arbeitslose weniger gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und um 0,6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. So hat sich die Zahl derjenigen, die im aktuellen Monat ihren Job verloren haben, gegenüber dem Vorjahr erheblich verringert. Im Juli meldeten sich 158 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, fast ein Drittel weniger als im Juli 2020. Parallel dazu konnten 166 Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen und ihre Arbeitslosigkeit dadurch wieder beenden.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten im Juli alle Personengruppen mit Ausnahme der Jugendlichen profitieren. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei 86. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 19 erhöht. Sie lag jedoch fast 44 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Juli waren 932 Männer und 786 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von 16,8 Prozent bei den Männern und 12,4 Prozent bei den Frauen. 710 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Zehntel verringert. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juli 573. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um über 40 Prozent.

Blick auf die Rechtskreise

Die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen verlief in den vergangenen vier Wochen unterschiedlich. Während sich die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung, für die das Jobcenter im Landkreis St. Wendel zuständig ist, reduziert hat (minus 46 auf 805), war in der Arbeitslosenversicherung, die in der Zuständigkeit der Agentur für Arbeit Saarland liegt, ein leichter Anstieg zu verzeichnen (plus 18 auf 913). Im Vorjahresvergleich konnten die von Arbeitslosigkeit Betroffenen in der Arbeitslosenversicherung jedoch stärker von den Impulsen am Arbeitsmarkt profitieren als die in der Grundsicherung. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Vergleich zu Juli 2020 208 Menschen weniger arbeitslos gemeldet (minus 18,6 Prozent), im Bereich der Grundsicherung 91 Menschen weniger (minus 10,2 Prozent).


Stellenmarkt

Die Entspannung am Arbeitsmarkt bildete sich auch im Stellenmarkt ab. Mit sinkenden Inzidenzwerten und weiteren Lockerungsschritten verringerte sich die Zurückhaltung der Unternehmen im Hinblick auf Neueinstellungen und es bot sich ein attraktives Angebot an offenen Stellen. In den vergangenen vier Wochen meldeten die Unternehmen im Landkreis St. Wendel 218 neue Stellenangebote, 46 mehr als im Juni und 121 mehr als Juli 2020. Die meisten neuen Stellen wurden in der Zeitarbeit und im Gastgewerbe gemeldet. Aber auch in anderen Branchen zog die Nachfrage nach neuem Personal an, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Öffentlichen Dienst und im Baugewerbe. Seit Jahresbeginn wurden 1.132 offene Stellen gemeldet, rund 41 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen lag weiterhin stabil über dem Vorjahreswert – im Stellenbestand befanden sich aktuell 806 offene Stellen. Das waren 53,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.


Kurzarbeit

Bei der Bewältigung der Krise setzten viele Unternehmen auf Kurzarbeit. Die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit in Anspruch nehmen, geht dabei immer stärker zurück. Im Landkreis St. Wendel haben im Juli nur noch sieben Unternehmen für 264 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Die angezeigte Kurzarbeit stellt lediglich eine Bedarfsmeldung der Betriebe dar. Wie viele Unternehmen und Beschäftigte sich tatsächlich in Kurzarbeit befanden, kann erst nach einer Wartezeit gesichert ausgewertet werden. Für den Monat Januar liegen nun die endgültigen statistischen Daten vor. So waren in diesem Monat 371 Unternehmen und 2.177 Menschen in Kurzarbeit. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen zur Inanspruchnahme der Kurzarbeit auf Basis vorläufiger Daten vorgenommen. Laut Hochrechnung haben im Februar 373 Unternehmen für 2.055 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.

Ausbildungsmarkt

Am Ausbildungsmarkt geht es in den Endspurt und es sind aktuell noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt. „Wer am Anfang seines Berufslebens steht bis jetzt noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, hat in den nächsten Wochen noch gute Chancen, sich einen Ausbildungsplatz zu sichern. Im Landkreis St. Wendel warten aktuell noch 224 unbesetzte Ausbildungsstellen auf die passende Bewerberin bzw. den passenden Bewerber. Dem stehen 148 ausbildungsinteressierte junge Menschen gegenüber, die noch auf der Suche sind“, erläutert Madeleine Seidel. Sie ermutigt Jugendliche, sich bei offenen Fragen an die Berufsberatung zu wenden, die gut unterstützen kann: „Wer die Schule in diesem Jahr verlassen hat und noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hat oder noch keine Entscheidung getroffen hat, wie es danach weitergehen soll, sollte umgehend Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen.“ Nachdem die Berufsberatung in Corona-Zeiten Jugendliche hauptsächlich telefonisch und per Video beraten hatte, besteht inzwischen auch wieder die Möglichkeit, persönliche Beratungsgespräche
wahrzunehmen.

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober vergangenen Jahres wurden 554 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 40 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 449 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerber/innen um einen Ausbildungsplatz, 27 weniger als im Vorjahr.

Bei den derzeit noch unbesetzten Stellen sind sehr viele interessante Ausbildungsberufe dabei. Die meisten offenen Ausbildungsstellen gibt es derzeit noch in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Anlagenmechaniker/in,Sanitär-/Heizung-/Klimatechnik, Bankkaufmann/-frau, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Elektroniker/in Energie-/Gebäudetechnik, Kfz-Mechatroniker/in PKW-Technik, Medizinische/r Fachangestellte/r, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Fleischerei und Restaurantfachmann/-frau.

Kontakt zur Berufsberatung

Für Beratungswünsche vergibt die Berufsberatung auch kurzfristig Termine. Ein Terminwunsch kann per E-Mail unter saarland.berufsberatung@arbeitsagentur.de oder über die gebührenfreie Servicerufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

Unternehmen, die freie Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, können sich unter der gebührenfreien Servicerufnummer 0800 4 5555 20 an den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters wenden.

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