Fahrrad-Kreuzweg führte von Tholey nach St. Wendel und beleuchtete Randfiguren der Bibel

Fotos: Peter Holz/Pfarrei Oberthal-Namborn

Bei strahlendem Frühlingswetter starteten am Samstag, 21. März, etwa zehn Radfahrer zu einer spirituellen Tour zwischen Tholey und St. Wendel. Die Veranstaltung organisierten die Pastoralen Räume beider Orte zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung Saarbrücken bereits zum dritten Mal.

Unter dem Motto „Randbegegnungen“ führte Gemeindereferent Peter Holz die Gruppe zu sieben Stationen entlang des zwölf Kilometer langen Wendelinus-Radwegs. Im Fokus standen dabei biblische Gestalten, die in der Passionsgeschichte nur kurz Erwähnung finden, aber dennoch bedeutsame Rollen spielen. Zu diesen Figuren gehörten die Gattin des Pontius Pilatus, die in der orthodoxen Kirche besondere Verehrung erfährt, die Blinden von Jericho sowie die Frau, die Jesus salbte. „Sie stehen zwar am Rand, verstehen aber viel und bringen die Dinge auf den Punkt und legen den Finger in die Wunde“, erklärte Holz. Besonders bemerkenswert sei, dass hauptsächlich Frauen diese Positionen einnehmen. „Die Jünger, die eigentlich am dichtesten an Jesus dran sind, kommen hingegen nicht besonders heroisch daher. Sie scheinen am wenigsten zu verstehen“, fügte der Gemeindereferent hinzu.

Die Inspiration für diese besondere Form des Kreuzwegs erhielt Holz vor drei Jahren durch ähnliche Angebote in anderen Bistümern. Die fahrradfreundliche Infrastruktur im Landkreis St. Wendel bot ideale Voraussetzungen für die Verbindung von körperlicher Aktivität und Glaubenserfahrung. Ein zusätzlicher Aspekt der Tour ist die Verbindung der 2023 gegründeten Pastoralen Räume Tholey und St. Wendel durch den gemeinsamen Radweg. In den vergangenen Jahren standen unterschiedliche Schwerpunkte im Mittelpunkt: 2022 die letzten sieben Worte Jesu am Kreuz, 2024 die Texte von Pater Alfred Delp anlässlich seines 80. Todestages. „Anders als die Weihnachtskrippe, die wir nur zu bestimmten Zeiten ausstellen, sehen wir den Kreuzweg mit seinen Stationen das ganze Jahr über am Wegesrand. Wenn wir gewohnt sind, etwas jeden Tag zu sehen, übersehen wir es gerne“, betonte Holz die Bedeutung der Aktion.

Die überwiegend mit E-Bikes ausgestatteten Teilnehmer begannen ihre Fahrt um 11 Uhr am Wareswald in Tholey. Die Route führte sie über die asphaltierte frühere Bahnstrecke durch Oberthal und Bliesen bis nach St. Wendel, wo sie um 12.45 Uhr eintrafen. Den Abschluss bildete eine Andacht in der St. Anna-Kirche, bei der die Gruppe für Menschen am Rand der Gesellschaft betete. „Viele Teilnehmer haben zurückgemeldet, dass ihnen die Stationen gute und neue Blickwinkel eröffnet haben“, resümierte Holz. Während einige Radfahrer bereits in den Vorjahren teilgenommen hatten, entschieden sich andere nach der morgendlichen Zeitungslektüre spontan zur Teilnahme. „Es war ein gutes Miteinander in der Gruppe und wir hatten nach der Andacht weitere gute Gespräche zum Thema ,Randbegegnungen'“, schloss der Gemeindereferent.

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/