Schulanfänger präsentieren selbstgefertigte Dorfläden und Schlösser aus Naturmaterialien

Foto: Andreas Grub

Am vergangenen Freitag feierten elf Kinder des Waldorfkindergartens St. Wendel einen besonderen Meilenstein: ihre Verabschiedung in den neuen Lebensabschnitt Schule. Gemeinsam mit Familien, Erziehern und jüngeren Kindergartenkindern präsentierten die Vorschulkinder stolz ihre über Monate hinweg selbst erstellten Meisterwerke – acht individuelle Dorfläden aus Holz und drei kunstvolle Schlösser.

Die Vorschularbeit hatte bereits beim Faschingsfest ihren Anfang genommen. Das diesjährige Motto „Handwerker“ gab den Rahmen für die beiden Projektthemen „Dorfladen“ und „Rund ums Schloss“ vor. Bis Juli entstanden in unzähligen Arbeitsstunden diese besonderen Werke, die ausschließlich mit Muskelkraft und traditionellen Techniken gefertigt wurden – ohne elektrische Maschinen.

„Im letzten Kindergartenjahr erfahren unsere Vorschulkinder, wie erfüllend es ist, mit Kopf, Herz und Hand schöpferisch tätig zu sein und ihre während der Kindergartenzeit erlernten Fähigkeiten anzuwenden. Mit der Vorschularbeit stärken sie durch regelmäßiges Weben, Nähen, Filzen und Arbeiten an der Werkbank nicht nur ihre Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit, sondern üben auch ein beständiges, zielgerichtetes Tun. So legen sie auf spielerische Weise einen harmonischen Grundstein für ihren zukünftigen Schulweg“, erklärt Vivien Patton, die ab dem 1. August die pädagogische Leitung des Waldorfkindergartens St. Wendel übernimmt.

Die Entstehung der Kunstwerke erforderte diverse handwerkliche Fertigkeiten: Die Kinder sägten, raspelten, feilten, schmirgelten, bohrten und klebten die Holzteile zusammen. Die Eltern trugen ebenfalls ihren Teil bei, indem sie zu Hause handgefertigte Biegepüppchen herstellten, die die jeweilige Familie im Miniaturformat darstellen.

Ein besonderer Moment war die Übergabe dieser Familienfiguren als Geschenk an die Kinder. Der sechsjährige Theo Staub aus Mainzweiler platzierte seine Familie – sich selbst blond und blauäugig, Mama Laura mit braunen Locken und Papa Tobias mit hellem Haar und Bart – sichtlich zufrieden in seinem Dorfladen mit dem sorgfältig gefilzten blauen Dach.

„Die Kinder haben viel Geschick bewiesen und in den vergangenen Wochen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Svenja Mattes und Annalena Jung viele Stunden in ihre Werke fließen lassen. Theo hat zuhause immer mal wieder von seiner Arbeit berichtet, aber heute das vollendete Werk mit all seinen Facetten zu bewundern, macht uns unheimlich stolz. Das Schönste an der Vorschularbeit ist aber, zu sehen, wie sehr die Kinder daran gewachsen sind“, sagt Laura Staub und betrachtet die Details an der Arbeit ihres Sohnes.

Nach der individuellen Präsentation ihrer Werke vor der Gruppe begaben sich alle Teilnehmer in den Naturgarten der Einrichtung. Dort wurden die Vorschulkinder nach alter Tradition mit dem Lied „Rote Kirschen ess‘ ich gern“ und mit echten Kirschen als Ohrenschmuck in ihren neuen Lebensabschnitt verabschiedet. Mit ihren Dorfläden oder Schlössern als sichtbares Zeichen ihrer Schulreife gingen die Kinder anschließend in die wohlverdienten Ferien.

Der Waldorfkindergarten St. Wendel besteht seit 1991 als Initiative von Eltern und operiert als selbstständiger Kindergarten unter eigener Trägerschaft. Der gemeinnützige „Verein zur Pflege und Förderung der Waldorfpädagogik“ führt die Einrichtung auf Grundlage der Anthroposophie Rudolf Steiners. Am Stadtrand von St. Wendel in der Welvertstraße 9 gelegen, umfasst die Einrichtung ein 3500 Quadratmeter großes Naturgelände mit zwei Kindergartengruppen für je 25 Kinder sowie einer Kinderkrippe für elf Kinder bis drei Jahre.

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