Seit April wird im Landkreis St. Wendel bei der Integration von Asylsuchenden auf die Belohnung von Fleiß und Sanktionen bei Job-Verweigerern gesetzt, so Landrat Udo Recktenwald (CDU) gegenüber der BILD-Zeitschrift.
Die Belohnung ist einer der begehrtesten Plätze ganz oben auf den langen Wartelisten für Sprachkurse. Doch wer sich der gemeinnützigen Arbeit verweigert und seine Jobs nicht ausführt, erhält deutlich weniger oder gar kein Geld mehr vom Amt.
56 erwerbsfähige Asylsuchende wurden in den ersten drei Monaten des Projekts zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet. Davon erschien lediglich die Hälfte regelmäßig. Der Rest fehlt oft unentschuldigt oder meldet sich laufend krank. Bereits bei 13 Personen wurde durchgegriffen, sie erhalten nun kein Geld bzw. nur noch eine geminderte Hilfe vom Amt.
Das Belohnungssystem ist vor allem bei syrischen Asylbewerbern relevant. Diese machen 90 % der Erwerbssuchenden aus und kommen wegen unklarer Bleibemöglichkeiten nur schwer an Sprachangebote heran. Erschwerend kommt das Vorrecht bei der Platzvergabe von Bürgergeld-Flüchtlingen wie Ukrainern hinzu.
Laut Udo Recktenwald lässt sich durch diese Maßnahme bereits ein steuernder Effekt verzeichnen. Er hofft, dass das Modell „togehter@work“ auch in anderen Landkreisen übernommen wird. Das 150.000 € teure Projekt soll im Testjahr rund 200 Jobs für Asylbewerber schaffen.



