Ein Experiment mit biblischem Hintergrund sorgte in der Pfarreiengemeinschaft Am Schaumberg für Staunen: Pfarrer Theo Welsch verteilte im November 2023 während der Gottesdienste 2.150 Euro aus seinem Privatvermögen an die Gläubigen – jeder erhielt einen Fünf-Euro-Schein. Damit nahm er das Gleichnis von den anvertrauten Talenten wörtlich und forderte die Gemeindemitglieder auf, das Geld innerhalb eines Jahres für den guten Zweck zu vermehren.
Das Ziel war klar: Die Einnahmen sollten in Projekte der Pfarreiengemeinschaft fließen, wie die Sanierung des Pfarrsaals in Scheuern oder Reparaturen in anderen Kirchen. Die Schaumberger nahmen die Herausforderung an – und erzielten beeindruckende Ergebnisse. Insgesamt sammelten sie 7.425 Euro und vermehrten damit den ursprünglichen Betrag um ein Vielfaches. „Das ist ein sehr beachtliches Ergebnis“, freute sich Pfarrer Welsch.
Kreative Ideen und Solidarität
Besonders die Kinder der Gemeinde brachten sich ein. So backte die zehnjährige Marlene Brill Muffins, die sie im Friseursalon ihrer Großeltern verkaufte, und erwirtschaftete 35 Euro. Die Schwestern Weber gestalteten und verkauften handbemalte Lesezeichen, was 130 Euro einbrachte. Aber auch Erwachsene fanden kreative Wege: Ein Hobbygärtner verkaufte Äpfel aus seinem Garten und ein anderes Gemeindemitglied investierte das Geld in Kryptowährungen, was 15 Euro Gewinn brachte.
Traditionelle und außergewöhnliche Methoden
Neben Kuchenverkäufen und handwerklichen Arbeiten nutzten manche ungewöhnliche Ideen. Ein Teilnehmer kaufte Schoko-Münzen und tauschte sie gegen echtes Geld, während ein anderer einen Geldautomaten als Zeichen für die Aktion interpretierte. Der Erlös dieser und vieler weiterer Aktionen kam den Baumaßnahmen zugute.
Ein Segen für die Gemeinde
Pfarrer Welsch erklärte, dass die zusätzlichen Mittel die Pfarrei bei der Finanzierung von Baumaßnahmen stark entlasten. Während einige Projekte bereits abgeschlossen sind, stehen weitere Arbeiten an. „Die meisten werden sich an diese Aktion erinnern, auch wenn sie meine Predigt längst vergessen haben“, sagte der Pastor.



