Der Astro-Erlebnisweg am Bostalsee – eine neue touristische Attraktion


Zusätzlich zum neuen Wasserspielplatz und dem liebenswerten Flossi als Maskottchen für den Bostalsee, kann der Landkreis St. Wendel auf ein weiteres Projekt stolz sein – den Astro-Erlebnisweg rund um den Bostalsee.
Unsere Hauptattraktion im Landkreis St. Wendel, „unser“ Astronaut Matthias Maurer, verstärkte das allgemeine Interesse an astronomischen Themen weit über das Saarland hinaus. Folglich ist es naheliegend, die Astronomie als Wissenschaft in unserem Landkreis für jeden zugänglicher zu machen.

So bezeichnet der 2019 vorgestellte „Masterplan Tourismus St. Wendeler Land 2025“, von Tourismusexperten und Politik entwickelt, die Stärkung des Astrotourismus als Schlüsselmaßnahme des Ausbaus der naturtouristischen Infrastruktur. Ein weiterer Baustein dieser Strategie: der Astro-Erlebnisweg am Bostalsee. Bestandteile dieses Weges sind unter anderem Quiz- und Infotafeln zu dem nächtlichen Sternenhimmel, Informationen über Lichtverschmutzung, ein Planetarium, das zum Klettern einlädt und Sternenbilder vorstellt, der Sternguckerplatz an der Bosener Mühle, die lebende Sonnenuhr vor dem Musikpavillon, Quiztafeln, taktile Elemente (tastbare Planetentafeln), ein 3-D Mond sowie Spielgeräte. Die Infotafeln sind mit QR-Codes ausgestattet, so dass die Besucher sich auch eine Audio-Version anhören können.

 

Screenshot

Kennzeichnung des Astroweges durch „Reisen für Alle“ – barrierefreies Reisen

Der Astroweg, das Innere des Planetariums und die Quiz- und die Planetentafeln können mit dem Rollstuhl barrierefrei be- bzw. unterfahren werden. Ein 3-D Planetenmodell ermöglicht außerdem Blinden bzw. sehbehinderten Menschen, die Größenverhältnisse von Planeten mit dem Tastsinn zu erfassen. Die Namen der Planeten sind auch in Blindenschrift dargestellt, so Landrat Udo Recktenwald.

15 Erlebnisstationen rund um den Bostalsee

„An 15 Stationen rund um den See vermittelt der Erlebnisweg kindgerecht und spielerisch Wissen rund um die Themen Astronomie, Lichtverschmutzung und gesundes Licht“, erläutert Landrat Udo Recktenwald. „Eine weitere Ergänzung unseres Projektes St. Wendeler SternenLand, mit dem wir unter anderem über unser Planetensystem sowie die nächtliche Lichtverschmutzung informieren und die Verschmutzung aktiv reduzieren möchten. Wir schaffen somit nicht nur bessere Lebensbedingungen für Natur und Mensch, sondern auch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des St. Wendeler Landes, das wir natürlich auch touristisch vermarkten. Umso schöner ist es, dass unser Astronaut Matthias Maurer „als Aushängeschild“ die Schirmherrschaft über das Sankt Wendeler SternenLand übernommen hat. Besonders die Kinder und Jugendliche liegen Matthias Maurer hierbei am Herzen.“

Tourismusminister Jürgen Barke: „Der Bostalsee gehört zu den beliebtesten Reisezielen im Saarland. Mit dem Astro-Erlebnisweg ist die Region um eine Attraktion reicher, die sich ideal mit den Sternguckerplätzen, der Sternwarte Peterberg, dem Planetenwanderweg und dem Weltraum Atelier ergänzt. Das St. Wendeler Land entwickelt sich zu einem echten Anziehungspunkt für den Astrotourismus.“

Lichtverschmutzung, ein Problem für Mensch und Natur

Die Lichtverschmutzung ist ein unterschätztes Problem für Flora und Fauna. Auch der Landrat gibt zu, die Auswirkungen von Licht auf unsere Tier- und Pflanzenwelt unterschätzt zu haben. Wenn wir uns vorstellen, wir müssten bei Licht schlafen, können wir ein Gefühl dafür erhalten, was Licht in der Nacht mit unseren Tieren macht. Wenn die Region des St. Wendeler Landes als dunkel bezeichnet wird, bedeutet dies, dass die Lichtverschmutzung hier noch nicht so ausgeprägt ist wie in anderen Landesteilen.

2018 wurde das Projekt „Gesundes Licht für Natur und Mensch“ von der St. Wendeler Land Touristik mit den Partnern „Amateurastronomen des Saarlandes e. V.“, den Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler, der Energis und der Europäischen Akademie Otzenhausen initiiert. Die Gemeinde Oberthal ist seit 2021 dabei. Ziel ist die Schaffung eines größeren Lichtschutzgebietes durch die Reduzierung von Lichtverschmutzung. Ein Part wird durch den sukzessiven Austausch von Straßenlaternen erfüllt werden. Eine Zertifizierung zum Lichtschutzgebiet braucht Zeit. Vorreiterrolle nimmt das Dorf Eiweiler als Ortsteil der Gemeinde Nohfelden ein. 

Eiweiler (Gemeinde Nohfelden) – Vorreiter in Sachen „Lichtschutzgebiete“

„Großes beginnt im Kleinen“, so der Landrat. „In Eiweiler wurde die Beleuchtung bereits komplett umgestellt. Anträge auf Zertifizierung wurden 2022 gestellt. Wenn Eiweiler die Zertifizierung erhält, wäre Eiweiler offiziell das einzige Sternendorf Deutschlands!“ Christoph Pütz, als Experte zum Thema Lichtverschmutzung, zeigt sich zuversichtlich.

Sechs Sternguckerplätze laden zum Beobachten des nächtlichen Sternenhimmels ein

2019 mündete das Projekt in das Sankt Wendeler SternenLand, das zudem astrotouristische Angebote bündelt und entwickelt. Als besonderes Erlebnis beschreibt Udo Recktenwald die Nutzung der seit einem Jahr eröffneten sechs Sternguckerplätze im St. Wendeler SternenLand, die bei Dunkelheit die Möglichkeit bieten, den Sternenhimmel zu beobachten. Standorte: Sternwarte Peterberg, an der Nahequelle, an der Bosener Mühle, in Nonnweiler-Kastel, in Schwarzenbach, auf dem Momberg in Gronig.

Der Astro-Erlebnisweg am Bostalsee und die sechs Sternguckerplätze im Landkreis St. Wendel sind ein Gesamtprojekt, das rund 208.000 Euro kostete und durch das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie mit 95 % gefördert wurde.

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