Im Rahmen einer Untersuchung mutmaßlicher Korruptionsfälle in Namborn wurde am Dienstag das Rathaus durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen einen Mitarbeiter des Bauamts, dem Vorteilsannahme vorgeworfen wird.
Am Dienstagmorgen rückten Ermittler im Namborner Rathaus an, um im Zuge eines Korruptionsskandals Durchsuchungen vorzunehmen. Die Staatsanwaltschaft konzentriert ihre Ermittlungen auf einen 50-jährigen Bauamtsmitarbeiter. Dieser wird verdächtigt, als Inhaber einer Tiefbaufirma von Unternehmen, die für die Gemeinde tätig waren, Aufträge angenommen zu haben. Seine Position im Rathaus hätte ihm die Aufsicht über eben diese Unternehmen ermöglicht, was den Verdacht der Vorteilsannahme nahelegt.
Während der Razzia wurden neben dem Rathaus auch die Gemeindewerke und die privaten Räumlichkeiten des Beschuldigten durchsucht. Die Staatsanwaltschaft betrachtet den Mann als einzigen Beschuldigten in diesem Fall.
Bürgermeister verteidigt Verwaltung
Sascha Hilpüsch, der Bürgermeister von Namborn, weist unterdessen alle Korruptionsvorwürfe zurück. In einem Bürgerbrief im Amtsblatt erklärte er, dass die Untersuchung eines von ihm beauftragten Sonderermittlers keine Anhaltspunkte für Korruption erbracht habe. Hilpüsch behauptet, dass die beiden beschuldigten Mitarbeiter seit Jahren genehmigte Nebentätigkeiten führen, ohne dass Zahlungen an ihre Firmen oder an sie persönlich geleistet worden seien. Er deutet die Vorwürfe als politisch motiviert, insbesondere im Hinblick auf den nahenden Wahlkampf.



