ADFC kritisiert mangelnden Elan bei der Radverkehrsförderung im Saarland

Trotz intensiver staatlicher Förderung der Elektromobilität bleibt der motorisierte Individualverkehr im Saarland weiterhin vorwiegend auf der Verbrennung von Öl basiert. Der Anteil des Verkehrsbereichs an umweltschädlichen Treibhausgasen beträgt etwa zwanzig Prozent. Angesichts der jüngsten UN-Klimakonferenzerklärung zur Abkehr von fossilen Brennstoffen betont der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Saar die Bedeutung einer Verkehrswende hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, insbesondere der Förderung des Radverkehrs.

In der traditionellen Jahresbilanz des ADFC Saar wird jedoch ein eher ernüchterndes Bild gezeichnet. Der Landesvorsitzende, Thomas Fläschner, hebt hervor, dass zwar viele Akteure auf Landes- und kommunaler Ebene sich engagieren, jedoch der Fortschritt oft zu langsam oder gar nicht erfolgt. Ute Kirchhoff, ebenfalls Landesvorsitzende, betont, dass Radverkehrsförderung in saarländischen Kommunen häufig abseits der Straßen stattfindet, wobei der Erhalt von Parkplätzen Vorrang vor dem Bau sicherer Radwege hat.

Die ADFC-Vorsitzenden fordern mehr politischen Mut und ermutigen die saarländischen Kommunen, ihre Radverkehrskonzepte zügig umzusetzen. Sie warnen davor, dass das Saarland weiterhin von moderner Standortentwicklung abgehängt werden könnte. Die Verbesserung der Radverkehrsbedingungen sei entscheidend für die Anziehungskraft der Region, insbesondere für junge, umweltbewusste Menschen.

Positiv bewertet der ADFC Saar die Erhöhung der Landesmittel für den Radwegebau im aktuellen Landeshaushalt. Die kürzlich gegründete „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen“ (AGFK) wird als Hoffnungsträger für neuen Schwung in der Radverkehrsförderung auf kommunaler Ebene betrachtet.

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