Für die kommenden sechs Monate bleiben die Aussichten verhalten

Saarkonjunktur: Verhaltener Start ins neue Jahr

Unternehmen im Saarland zeigen sich angesichts eines schwachen gesamtwirtschaftlichen Umfelds, hoher Kostenbelastungen und steigender Unsicherheiten wenig optimistisch für den Start ins neue Jahr. Die aktuellen Geschäftslage- und Zukunftserwartungsberichte der Unternehmen deuten darauf hin, dass die Saarwirtschaft zum Jahreswechsel keine Dynamik gewinnen konnte. Der IHK-Lageindikator fiel im Vergleich zum Vormonat um 2,4 Punkte auf 17,5 Zähler und liegt damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres, der von der Energiekrise geprägt war. Die Schwäche des Lageindikators resultiert aus einer negativen Beurteilung sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Hingegen haben sich die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate leicht verbessert, wie der IHK-Erwartungsindikator zeigt, der um 1,3 Punkte auf minus 12,7 Zähler stieg.

Für das erste Halbjahr 2024 bleibt der Ausblick jedoch überwiegend pessimistisch. Die fehlende Dynamik wird auf die schwache Binnennachfrage nach Investitions- und langlebigen Konsumgütern zurückgeführt, wodurch es an erforderlichem Rückenwind seitens Investoren und Verbrauchern mangelt. Obwohl die Exporte der Saarindustrie weiterhin auf Rekordkurs sind, reichen sie allein nicht aus, um spürbare Wachstumseffekte zu erzielen.

Dr. Frank Thomé, Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland, kommentierte die Ergebnisse der Dezember-Umfrage, an der etwa 300 Unternehmen mit rund 100.000 Beschäftigten teilnahmen. Laut der Umfrage bewerten insgesamt 33 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut, 51 Prozent als befriedigend und 16 Prozent als schlecht. Die Elektroindustrie, Teile der Stahlindustrie sowie bestimmte Segmente des Fahrzeugbaus verzeichnen gute bis sehr gute Geschäfte. Hingegen ist die Lage im Ernährungsgewerbe, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, im Stahlbau, im Maschinen- und Anlagenbau, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, in der Medizintechnik sowie bei den Gießereien überwiegend befriedigend. Die Bauwirtschaft vermeldet aufgrund eines Einbruchs bei den Baugenehmigungen weiterhin schwache Geschäfte.

Im Dienstleistungsgewerbe berichten 86 Prozent der befragten Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften. Besonders gut läuft es in der IT-Branche, während die Lage bei Banken, Versicherungen, unternehmensnahen Dienstleistern, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Handel uneinheitlich ist. Im Transportgewerbe spiegelt sich dagegen die schwächere Geschäftstätigkeit in Teilen der Industrie wider.

Für die kommenden sechs Monate bleiben die Aussichten verhalten. Lediglich vier Prozent der Betriebe erwarten bessere Geschäfte, 17 Prozent dagegen schlechtere. Die Mehrheit, 79 Prozent, geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Dr. Frank Thomé kritisierte die Beschlüsse der Ampelkoalition für den Haushalt 2024 als ernüchternd und betonte die Notwendigkeit eines klaren ordnungspolitischen Kurses, um Wachstum, Wohlstand und Klimaneutralität zu verbinden. Insbesondere die geplante Streichung des Zuschusses für die Netzentgelte und die höhere CO2-Bepreisung könnten zu steigenden Energiepreisen führen und das Vertrauen für Investitionen beeinträchtigen.

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/