Das AWO Wintercafé in St. Wendel ist wieder in Betrieb. Wie bereits im vergangenen Winter hatten bedürftige Menschen ab sofort die Möglichkeit, sich jeden Montag eine kostenlose warme Mahlzeit zu sichern – zusätzlich zum bereits etablierten Solidaritätscafé, das donnerstags stattfindet. Das Wintercafé wird vom saarländischen Sozialministerium finanziert und hatte bei seiner Premiere zunächst wenige Gäste. Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Besucher jedoch mit sinkenden Temperaturen und etwas Vorlaufzeit rasch an, so Carmen Krampe, die Kreisvorsitzende der AWO. Sie und ihr ehrenamtliches Team versorgen nun zweimal wöchentlich die Menschen und verteilen montags zudem kostenlos Lebensmittel- und Haushaltspakete.
Von November bis Ende März wird das Wintercafé montags von 11:30 bis 15:30 Uhr in den Räumlichkeiten der AWO-Geschäftsstelle (Julius-Bettingen-Straße 5) betrieben. Das Solidaritätscafé, das ebenfalls bis Ende März läuft, wird durch Mittel des Deutschen Hilfswerks und der AWO finanziert. Die AWO St. Wendel kauft die Care-Pakete in örtlichen Supermärkten ein, die großzügigerweise auf die Mengenbeschränkungen verzichten, um die AWO zu unterstützen. Am ersten Tag hatte Carmen Krampe Nudeln, Marmelade und Suppen gekauft und in die Pakete gepackt. „Diese Lebensmittel sind länger haltbar und sollen das Leben zu Hause ergänzen. Gelegentlich kaufen wir auch Artikel für das Badezimmer oder den Haushalt, um den Menschen zusätzliche Hilfe zu bieten“, erklärte Krampe.
Einer der ersten Gäste war Christian Müller, der zu den Stammgästen in der Begegnungsstätte gehört und seine Wertschätzung für die AWO zum Ausdruck brachte: „Die AWO hat mich sozial aufgefangen, als ich krank war und mich scheiden ließ. Ohne die AWO wäre ich abgestürzt. Ich bin seit 20 Jahren Mitglied der AWO, und als ich sie selbst brauchte, war sie für mich da. Heute nehme ich die Hilfe immer noch gerne an“, sagte er. AWO-Landesgeschäftsführer Jürgen Nieser zeigte sich erfreut über den Start des Wintercafés: „Mit der Wiedereröffnung der AWO Wintercafés üben wir auch in diesem Jahr praktische Solidarität für alle Menschen in Not. Die AWO hilft den Menschen in sozialen Notlagen über den Winter.“ In St. Wendel sei man sich sicher, dass man wirklich bedürftige Menschen unterstütze. Die Gäste seien dem AWO-Team bereits seit Langem bekannt, jeder habe eine besondere Lebensgeschichte und einen individuellen Unterstützungsbedarf. Unter den Besuchern finden sich sowohl ältere Menschen als auch einsame, kranke und geflüchtete Personen. „Ihr gemeinsamer Wunsch nach Geborgenheit geht über den bloßen Hunger hinaus. Sie treffen sich, tauschen sich aus, knüpfen soziale Kontakte und genießen den Nachmittag bei uns“, freute sich Krampe, die davon überzeugt ist, dass diese Hilfe in St. Wendel dringend gebraucht wird.




