„Ungebetene Besucher“ in der dunklen Jahreszeit

Es ist ein wiederkehrendes Phänomen, das seit Jahren beobachtet wird: Mit dem Einbruch der dunklen Jahreszeit steigen die Einbruchszahlen in Wohnhäusern im Vergleich zu den Vormonaten. In ihrem aktuellen Monatsbeitrag widmen sich die Seniorensicherheitsberater erneut diesem Thema, wie sie es auch in den vergangenen Jahren getan haben.

Im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik des Landespolizeipräsidiums (LPP) Saarland, dass die Fallzahlen im Jahr 2022 um 11 Fälle gestiegen sind. Es ist jedoch zu beachten, dass die Fallzahlen im Jahr 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie stark reduziert waren. Im Jahr 2019 wurden im Landkreis noch 67 Wohnungseinbrüche verzeichnet. In 471 Fällen (46,8 %) aller Wohnungseinbruchsdiebstähle im Saarland scheiterten die Täter im Versuchsstadium (2021: 493 Fälle, 47,2 %). Dies ist wahrscheinlich auf verbesserte Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen zurückzuführen. Obwohl die Versuchsquote leicht gesunken ist, bleibt festzuhalten, dass bei fast jeder zweiten Tat keine Vollendung erreicht wird.

Der Rückgang der Einbruchszahlen dürfte hauptsächlich auf die gestiegene Anwesenheit von Hausbewohnern in ihren Häusern zurückzuführen sein, bedingt durch das vermehrte „Home-Office“ während der COVID-19-Pandemie. Mit der Zeitumstellung Ende Oktober wird es jedoch bald wieder früher dunkel, was es den Einbrechern erleichtert, unbemerkt von Zeugen in Wohnhäuser einzudringen.

Studien und Befragungen von Einbrechern während ihrer Haftzeit haben ergeben, dass Einbrecher oft Wohnhäuser auswählen, die nicht oder nur von wenigen anderen Gebäuden umgeben sind, um das Risiko, von Zeugen und Nachbarn entdeckt zu werden, zu reduzieren. Fast 80 % der Einbrüche erfolgen von der Gebäuderückseite aus, hauptsächlich durch das Aufbrechen von Terrassentüren oder Fenstern. Die Abwesenheit der Bewohner zur Tatzeit spielt für viele Täter eine entscheidende Rolle.

Eine aufmerksame Nachbarschaft wirkt auf Einbrecher abschreckender als gelegentliche Polizeistreifenwagen. Wenn es einem Einbrecher nicht innerhalb von etwa 5 Minuten gelingt, Fenster oder Türen aufzubrechen, weil sie gut gesichert und verschlossen sind, gibt er in der Regel auf, aus Angst vor Entdeckung.

Basierend auf diesen Erkenntnissen gibt die Polizei und die Seniorensicherheitsberater folgende Sicherheitstipps: Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten auch bei kurzer Abwesenheit immer geschlossen sein, da ein gekipptes Fenster für Einbrecher ein offenes Fenster darstellt. Zusätzliche mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen sind ratsam, da sie das Öffnen erschweren.

Die Haustür sollte nicht nur ins Schloss gezogen, sondern immer doppelt abgesperrt werden, auch bei kurzzeitiger Abwesenheit. Außen angebrachte Leuchten mit Bewegungsmeldern können Einbrecher in die Helligkeit stellen und abschrecken.

Es ist wichtig, den Hausschlüssel niemals draußen zu verstecken, da Einbrecher jedes Versteck kennen. Außerdem kann der Versicherungsschutz entfallen, wenn Einbrecher auf diese Weise ins Haus gelangen können. Rollläden sollten nur nachts geschlossen werden, da tagsüber geschlossene Rollläden den Eindruck erwecken, dass niemand zu Hause ist.

Wenn man für einige Tage außer Haus ist, sollte man Nachbarn informieren, damit sie wissen, wann man zurückkehrt und wie man erreichbar ist. Die Verwendung einer Zeitschaltuhr für die Beleuchtung in der Wohnung während der Abwesenheit sollte ebenfalls den Nachbarn mitgeteilt werden. Nachbarn sollten ebenfalls auf verdächtige Aktivitäten in der Nachbarschaft achten und im Verdachtsfall sofort die Polizei über den Notruf 110 informieren. Es ist wichtig zu beachten, dass man nie versuchen sollte, Einbrecher selbst aufzuhalten, da dies Aufgabe der Polizei ist.

Weitere Informationen, auch für Vereine und Gruppen, sind bei der Geschäftsstelle der ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater beim Seniorenbüro des Landkreises Sankt Wendel unter der Telefonnummer 06851/801-5201 oder per E-Mail an seniorenbuero@lkwnd.de erhältlich. Anfragen für kostenfreie Vorträge und Beratungen können ebenfalls an diese Adresse gerichtet werden.

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