Wendalinum: Schüler setzen sich mit DDR-Geschichte und Stasi-Methoden auseinander

Foto: Gymnasium Wendalinum

Die Wanderausstellung „DDR – Der untergegangene Staat“ gastiert noch bis zum 6. November 2026 im Erdgeschoss des Gymnasiums Wendalinum. Die Schau widmet sich dem Alltag in der DDR und beleuchtet, wie die Bespitzelungs- und Zersetzungsmethoden der Staatssicherheit das Leben der Menschen durchdrangen.

Zur Eröffnung erhielten Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte sowie die Klasse 9c eine Einführung durch Noah Gschneider von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Gschneider veranschaulichte die Funktionsweise des DDR-Staatsapparates anhand der Erfahrungen von Dr. Karsten Dümmel, dem ehemaligen Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung im Saarland. Er machte deutlich, wie Überwachung und Freiheitsbeschränkungen Staat und Menschen prägten – und dass die Bevölkerung mangels einer unabhängigen Justiz dagegen machtlos war.

Schulleiter Alexander Besch, zugleich Fachlehrer des Leistungskurses, thematisierte in seiner Begrüßung die Diskrepanz zwischen einer teils aufkommenden DDR-Nostalgie und der tatsächlichen Unterdrückung der Menschen. Faktoren, die oft als positive Errungenschaften der DDR genannt würden – etwa sichere Arbeit und umfassende Kinderbetreuung – hätten den Preis der Freiheit gekostet. Die friedliche Revolution 1989 und die daraus entstandene deutsche Einheit seien vor allem das Verdienst der Menschen in den neuen Bundesländern. Die gewonnene Freiheit und das demokratische Staatswesen gelte es gegen Anfeindungen aller Art zu verteidigen.

Auch bei den Schülerinnen und Schülern kam die Ausstellung gut an. Domenik Rosenfeldt aus der Klassenstufe 12 betonte, dass es gerade für die junge Generation, die das geteilte Deutschland nicht mehr miterlebt habe, wichtig sei, diesen Teil der Geschichte kennenzulernen. Seine Mitschülerin Violetta Buckmeier hob hervor, dass die Ausstellung einen Eindruck vom alltäglichen Leben in der DDR vermittelt habe. Diese Aufklärungsarbeit empfinde sie als besonders wichtig – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage, da neben Gefährdungen von rechts auch linke Extreme eine ernstzunehmende Gefahr darstellten: „Zu sehen, wie das Leben in einer linksextremen Diktatur ausgesehen hat, mach einem nochmal deutlich, wie wichtig es ist, eine stabile politische Mitte in der Bevölkerung zu heben.“

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