Kreis St. Wendel: Grundstückspreise hielten mit der Inflation kaum Schritt

Symbolbild

Die Wohn-Bodenrichtwerte im Landkreis St. Wendel sind zwischen Anfang 2017 und Anfang 2026 im Median um 28,6 Prozent gestiegen. Berücksichtigt man jedoch die Inflation von 29,1 Prozent im selben Zeitraum, bleibt unter dem Strich ein minimaler Rückgang von 0,4 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Datenportals Grundradar hervor, das die amtlichen Bodenrichtwerte von 375 vergleichbaren Zonen im Kreisgebiet ausgewertet hat. Der Median-Bodenrichtwert stieg demnach von 40,00 Euro pro Quadratmeter auf 55,00 Euro.

Im saarländischen Vergleich schnitt der Landkreis damit unterdurchschnittlich ab und landete auf Rang 5 von 6 Kreisen und Regionalverbänden. Der Median aller sechs Einheiten lag 8,7 Prozentpunkte höher. Auch gegenüber den Nachbarkreisen Merzig-Wadern, Neunkirchen und Saarlouis fiel St. Wendel zurück. Von den 375 untersuchten Zonen verzeichneten 342 nominale Zuwächse, in 32 Zonen blieben die Werte unverändert, und in einer Zone sanken sie. Allerdings konnten nur 181 Zonen die Inflation übertreffen – in 194 Zonen blieben die Wertsteigerungen real hinter der Teuerung zurück.

Innerhalb des Kreises zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den acht Gemeinden. Die stärkste reale Entwicklung erzielte die Kreisstadt St. Wendel mit einem Plus von 10,6 Prozent, während Marpingen mit einem realen Minus von 9,6 Prozent das Schlusslicht bildete. Insgesamt blieben vier Gemeinden – Freisen, Marpingen, Namborn und Oberthal – hinter der Inflation zurück.

Grundradar erläutert die Berechnung an einem Beispiel: Ein Bodenrichtwert von 100 Euro je Quadratmeter im Jahr 2017 entspräche 2026 nominal 128,60 Euro. Gleichzeitig koste alles, was 2017 für 100 Euro zu haben war, inzwischen 129,10 Euro. Teilt man die beiden Beträge durcheinander, ergibt sich der reale Rückgang von 0,4 Prozent.

Besonders deutlich fällt die Entwicklung im jüngeren Zeitraum von 2022 bis 2026 aus. In diesen vier Jahren lag der Median der nominalen Veränderung bei null. Nach Abzug der Inflation bedeutet das einen realen Rückgang um 14,3 Prozent. Von den 412 in diesem Zeitraum untersuchten Zonen blieben 395 hinter der Teuerung zurück. Den realen Höchststand hatten die Bodenrichtwerte bereits 2021 erreicht.

Über den längeren Zeitraum von 2015 bis 2026 betrachtet stiegen die Werte nominal um 37,5 Prozent, was nach Abzug der Inflation einem realen Zuwachs von 4,2 Prozent entspricht.

Ein Bodenrichtwert ist kein Kaufpreis und kein Verkehrswert eines einzelnen Grundstücks, sondern ein durchschnittlicher Lagewert für eine ganze Zone, den der zuständige Gutachterausschuss aus der Kaufpreissammlung ableitet. Grundradar wertet die veröffentlichten amtlichen Daten aus, Fragen zur Begründung einzelner Werte kann ausschließlich die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses beantworten. Das Portal ist nach eigenen Angaben gründergeführt und 2026 gestartet.

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