Leo Geßner aus Marpingen entdeckt sieben Städte mit dem EU-Zugticket

Foto: Markus Mörsdorf

Ein Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen hat mit einem kostenlosen Zugticket der Europäischen Union sieben Städte in Europa bereist. Der 18-jährige Leo Geßner war im Juli einen Monat lang unterwegs – von Warschau über Budapest und Wien bis nach Porto.

Den Anstoß gab eine Exkursion des 12er Politik-Kurses nach Brüssel im Frühjahr. Bei einem Besuch im Ratsgebäude der EU erfuhren die Schüler vom Programm „Discover Europe“, das jungen Europäern kostenlose Zugreisen ermöglicht. Noch am selben Abend registrierten sich Leo und sein Mitschüler Abdullah auf der EU-Plattform und beantworteten politische Quizfragen. Dass einer von ihnen tatsächlich ausgewählt werden würde, damit rechnete keiner der beiden. Doch Leo lag bei der abschließenden Schätzfrage am nächsten dran und hielt kurz vor den Sommerferien ein Ticket in der Hand, mit dem er einen Monat lang sieben Ziele in der EU per Zug ansteuern konnte – ohne einen Cent für die Bahnfahrten zu bezahlen.

Am 6. Juli startete er um 4 Uhr morgens in Homburg, erstes Ziel: Warschau. „Ich wollte in einer Ecke starten, die mir völlig unbekannt ist“, erklärt er seine Routenwahl. Nach elf Stunden Zugfahrt über die Slowakei erreichte er Budapest, wo ihn die lebendige Atmosphäre sofort begeisterte. Gemeinsam mit Backpackern aus Australien erkundete er historische Bauten aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie und die traditionellen ungarischen Badehäuser. In Wien, der dritten Station, besuchte er das Sigmund-Freud-Museum und nahm ein berühmtes Werk des Psychoanalytikers als Andenken mit. Über die Alpen führte ihn die Reise weiter nach Mailand und anschließend nach Marseille, wo er das alternative Viertel rund um den Cours Julien gemeinsam mit anderen Backpackern ausgiebig erkundete. Per RENFE-Schnellzug ging es entlang der Mittelmeerküste nach Barcelona für eine ausgedehnte Sightseeing-Tour. Mit einem ungeplanten Zwischenstopp in Madrid erreichte er schließlich Porto, das letzte Ziel seiner Zugreise. Obwohl ihn zunächst vor allem das Stadion des FC Porto nach Nordportugal gelockt hatte, zeigte er sich überrascht von der lebendigen Atmosphäre der Stadt am Atlantik. Ein abschließendes Treffen mit anderen Discover-EU-Reisenden auf Zypern, das er per Flugzeug erreichte, rundete die Reise ab. Am 1. August kehrte er nach fast einem Monat ins Saarland zurück.

Neben den vielen neuen Eindrücken von europäischen Städten und Regionen waren es vor allem die spontanen Begegnungen, die den Marpinger prägten. Anfangs noch zurückhaltend, lernte er mit der Zeit, auf Menschen aus Schweden, Australien, den USA, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz zuzugehen – ob beim gemeinsamen Erkunden der Städte am Tag oder beim Feiern bis tief in die Nacht. Die Bekanntschaft mit zwei Österreichern könnte ihn sogar zum Studium nach Wien führen. Zunächst steht aber das Abitur im kommenden Frühjahr an.

Seinen Mitschülerinnen und Mitschülern, die bald 18 werden, gibt er einen klaren Rat: „Jeder, der die Gelegenheit hat, sollte an dieser Ausschreibung teilnehmen. Es ist eine abenteuerliche, auch anstrengende Reise, die man so aber sicher nicht so schnell wiederholen wird. Sie erweitert den Horizont und macht offen für Begegnungen mit Menschen aus Europa und der ganzen Welt.“

Weitere Informationen zum Programm Discover Europe gibt es unter https://youth.europa.eu/discovereu_de.

Foto: Leo Geßner
Foto: Leo Geßner
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