Ausstellung erinnert an legendäre Motorradrennen auf dem St. Wendeler Stadtkurs

Foto: MCW Motorsporthistoriker St. Wendel e.V.

Am Wochenende des 10. und 11. Oktober 2026 verwandeln die MCW Motorsporthistoriker St. Wendel den Saalbau der Kreisstadt in ein Paradies für Rennsportfans und Motorrad-Nostalgiker. Mehr als 60 historische Motorräder werden dort ausgestellt – darunter Maschinen, die einst tatsächlich auf dem weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannten St. Wendeler Stadtkurs zum Einsatz kamen. Die Exponate stammen teils aus privaten Sammlungen, teils werden sie noch heute bei historischen Motorradrennen eingesetzt.

Die Ausstellung widmet sich zwei großen Epochen des Motorrad-Rennsports in der Kreisstadt: Von 1950 bis 1964 und erneut von 1982 bis 1992 maßen sich auf dem Stadtkurs internationale Größen des Sports. Zwischen 1954 und 1957 trug die Veranstaltung sogar das Prädikat „Großer Preis des Saarlandes“ – nach dem Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik wurde sie in „Internationaler Preis des Saarlandes“ umbenannt. Was zunächst mit vorwiegend saarländischen Fahrern begann, entwickelte sich rasch zu einem internationalen Ereignis: Teilnehmer aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Großbritannien und sogar aus Rhodesien und Australien gingen an den Start. Viele der Fahrer wurden zu Freunden und sind der Stadt bis heute verbunden. Namen wie Luigi Taveri, Jim Redman, Jacques Collot, Tom Phillis und Mike Hailwood sind vielen Rennsportfans noch ein Begriff. Unter den Lokalmatadoren ragten Willi Scheidhauer, Hans-Georg Anscheidt und der Winterbacher Karl Recktenwald heraus, der tragischerweise viel zu früh bei einem Rennen auf der Solitude tödlich verunglückte. Auch der DDR-Rennfahrer Ernst Degner drehte in St. Wendel seine Runden, ebenso wie die Gespannfahrer Max Deubel mit Beifahrer Emil Hörner, der den Spitznamen „Schmiermaxe“ trug. In der zweiten Epoche ab 1982 sorgten dann der Lebacher Bodo Schmidt, Reiner Scheidhauer aus Saarbrücken, Manfred Herweh, Ralf Waldmann und Reinhold Roth für spannende Rennen. Deutsche Meister, Europameister und Weltmeister kämpften auf dem Stadtkurs um die vorderen Plätze.

Neben den Motorrädern bereichern zahlreiche Schwarzweiß-Fotos und historische Filmaufnahmen die Schau. Vereinsmitglied Klaus Altenhofer gestaltet zudem eine „Vespa-Ecke“, in der er unter anderem über seine Reise zum Nordkap informiert. Ein besonderes Highlight kündigt sich ebenfalls an: Der vierfache Weltmeister Max Deubel, der auf dem St. Wendeler Stadtkurs drei Rennen gewann, will am Wochenende seiner früheren Wirkungsstätte einen Besuch abstatten.

Die Ausstellung öffnet am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr ihre Türen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 6 Euro für einen Tag und 9 Euro für beide Tage. Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt. Für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.mcw-motorsporthistoriker.de.

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