Saarländische Polizei wächst weiter: 159 Nachwuchskräfte wurden in der Illipse vereidigt

Bildquelle: MIBS/A. Weber.

In der Illipse in Illingen haben  159 Kommissaranwärterinnen und -anwärter ihren feierlichen Eid auf den Polizeidienst im Saarland abgelegt. Unter den neuen Nachwuchskräften befinden sich 18 Absolventinnen und Absolventen der Fachoberschule Polizei. Die Landesregierung setzt damit ihren Kurs fort, die Polizei personell deutlich zu stärken.

Innenminister Reinhold Jost unterstrich die Bedeutung des Tages: „Mit der Vereidigung von 159 jungen Menschen gewinnen wir nicht nur einfach dringend benötigte Verstärkung für unsere Polizei, sondern auch engagierte Menschen, die Verantwortung für unser Land und seine Bürgerinnen und Bürger übernehmen. Wir investieren deshalb konsequent in mehr Personal, eine moderne Ausbildung, die Entlastung unserer Polizeikräfte und eine zeitgemäße Ausstattung. Denn wer für die Sicherheit der Menschen im Saarland sorgt, muss sich auf seinen Staat verlassen können.“

Die Landesregierung verfolgt das Ziel, die Zahl der Planstellen für Polizeivollzugsbeamte bis 2032 auf 2.900 zu erhöhen. Mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 soll der Stellenplan bereits 2.764 Planstellen umfassen. Derzeit liegt der Bestand bei 2.559 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten. Seit dem Einstellungsjahrgang 2022 wurden insgesamt 547 Polizeianwärter eingestellt – die 159 neuen Kräfte kommen nun hinzu. Zudem wurden seit 2022 insgesamt 1.011 Beförderungen umgesetzt.

Ein wichtiger Baustein der Strategie ist die Entlastung der Vollzugsbeamten. Unter dem Leitmotiv „Tarif vor Polizei“ übernehmen zunehmend Tarifbeschäftigte administrative Aufgaben, die nicht zwingend von Polizeibeamten erledigt werden müssen. Im Rahmen der bisherigen Tarifoffensive kamen bereits 52 zusätzliche Tarifbeschäftigte hinzu, insgesamt gab es seit 2022 im Tarifbereich 153 Einstellungen. Mit der Tarifoffensive 2.0 werden weitere 25 Stellen geschaffen. „Damit schafft die Landesregierung zusätzliche Freiräume für die Polizei: Wo administrative Aufgaben von Tarifbeschäftigten übernommen werden können, sollen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte wieder verstärkt für ihre eigentlichen Kernaufgaben und für eine sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen“, so Minister Jost.

Neben dem Personalaufbau setzt die Landesregierung auf eine inhaltliche Neugestaltung der Ausbildung. Angesichts wachsender Herausforderungen durch Cyberangriffe, hybride Bedrohungen, Angriffe auf Einsatzkräfte und digitale Gewalt sollen die Nachwuchskräfte gezielt auf ein breiteres Aufgabenspektrum vorbereitet werden. „Unsere Polizei muss heute auf ein deutlich breiteres Spektrum an Herausforderungen vorbereitet sein als noch vor einigen Jahren. Dafür brauchen wir gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die über die notwendigen Kompetenzen verfügen und zugleich auf eine moderne Ausstattung zurückgreifen können. Mit der Neugestaltung der Ausbildung und unseren Investitionen schaffen wir dafür die notwendigen Voraussetzungen“, so der Innenminister.

Rund 18 Millionen Euro hat die Landesregierung seit 2024 in die Modernisierung der Ausstattung investiert. Beschafft wurden unter anderem moderne Eigensicherungsmittel, neue Dienstwaffen, Aktivgehörschutz, Tourniquets sowie weitere persönliche Schutzausrüstung. Auch der Bestand an Tasern wurde weiter ausgebaut.

Darüber hinaus treibt das Land die Digitalisierung der Polizeiarbeit voran. Neue Vorgangsbearbeitungssysteme, die P20-Suche und die Weiterentwicklung der Onlinewache sollen sowohl die Ermittlungsarbeit als auch den Bürgerservice verbessern. Auch die rechtlichen Grundlagen werden angepasst: Mit der Novellierung des Polizeigesetzes und des Polizeidatenverarbeitungsgesetzes sollen die gesetzlichen Rahmenbedingungen modernisiert werden.

Die Leistungsfähigkeit der saarländischen Polizei spiegelt sich bereits in den aktuellen Zahlen wider: Bei 66.372 registrierten Straftaten liegt die Aufklärungsquote bei 62,3 Prozent. Minister Jost betonte abschließend: „Wir wollen ein sicheres Saarland und dafür brauchen wir eine starke, leistungsfähige und moderne Polizei. Die heute vereidigten Nachwuchskräfte sind ein wichtiger Teil dieser Zukunft. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen, die bereits heute tagtäglich für unsere Sicherheit im Einsatz sind, entlastet, besser geschützt und mit moderner Technik ausgestattet werden. Unser Kurs ist deshalb klar: konsequenter und stetiger Personalaufwuchs, kombiniert mit einer qualitativen Stärkung der Saar-Polizei.“

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