Am Feuerwehrstandort Hasborn-Dautweiler sind zwei große Projekte für den Brand- und Katastrophenschutz abgeschlossen worden. Im Rahmen einer Feierstunde wurden sowohl eine neue Atemschutzwerkstatt im Erweiterungsbau des Feuerwehrgerätehauses als auch ein neues Waldbrandlöschfahrzeug offiziell in Betrieb genommen. Diakon Michael Stephan segnete das Fahrzeug, das künftig beim Löschbezirk Hasborn-Dautweiler stationiert ist und zum Fachzug Waldbrand im Landkreis St. Wendel gehört.
Das Waldbrandlöschfahrzeug auf Unimog-Basis kostete rund 580.000 Euro, wovon etwa 400.000 Euro aus der Feuerschutzsteuer stammen. Es steht auch für überörtliche Einsätze im Landkreis St. Wendel bereit. Bürgermeister Andreas Maldener sprach bei der Übergabe allerdings auch Probleme bei der Beschaffung an: Während das Fahrgestell pünktlich geliefert worden sei, habe es beim Aufbau Verzögerungen gegeben. Auch der Umgang mit den ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen bei der Planung sei nicht immer zufriedenstellend gewesen. „Unsere Feuerwehrangehörigen leisten tagtäglich und ehrenamtlich einen unverzichtbaren Dienst für die Allgemeinheit. Sie verdienen nicht nur unseren Respekt und unsere Anerkennung, sondern auch die bestmögliche Ausstattung und moderne Rahmenbedingungen, um ihre anspruchsvollen Aufgaben sicher und professionell erfüllen zu können“, erklärte Maldener.
Wie dringend eine leistungsfähige Waldbrandbekämpfung gebraucht wird, verdeutlichte Landrat Udo Recktenwald mit einem Verweis auf die hohe Zahl von Wald- und Vegetationsbränden im Saarland. Besonders fordernde Einsatzlagen gab es unter anderem in Nonnweiler, Freisen und zuletzt in Hirzweiler, wo ein Waldbrand rund 18 Hektar Fläche zerstörte. Staatssekretär Torsten Lang, der beim Einsatz in Hirzweiler selbst vor Ort gewesen war, würdigte die Leistung der Feuerwehr und der gesamten Blaulichtfamilie. Maldener betonte: „Die Einsätze der vergangenen Monate haben eindrucksvoll gezeigt, welchen Herausforderungen sich unsere Einsatzkräfte heute stellen müssen. Gerade bei außergewöhnlichen und lang andauernden Einsatzlagen ist es von entscheidender Bedeutung, dass Feuerwehr, THW, DRK und alle weiteren Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiten und sich auf eine leistungsfähige Ausstattung verlassen können.“
Insgesamt fließen rund vier Millionen Euro in den Feuerwehrstandort Hasborn-Dautweiler. Das Innenministerium fördert das Projekt mit einem Zuschuss von 1,941 Millionen Euro sowie weiteren Mitteln aus der Feuerschutzsteuer. Mit der neuen Atemschutzwerkstatt übernimmt die Gemeinde Tholey gemeinsam mit den Gemeinden Marpingen und Nonnweiler künftig eine zentrale Aufgabe in der Atemschutztechnik. „Mit der neuen Atemschutzwerkstatt schaffen wir moderne und sichere Arbeitsbedingungen für eine Aufgabe, die für den Einsatzdienst von zentraler Bedeutung ist. Die Atemschutzgeräte müssen jederzeit zuverlässig funktionieren. Dafür braucht es nicht nur qualifizierte und engagierte Menschen, sondern auch Räumlichkeiten und technische Ausstattung, die den heutigen Anforderungen entsprechen“, erklärte der Bürgermeister.
Die Werkstatt ist in einen sogenannten schwarzen und einen weißen Bereich unterteilt. Im schwarzen Bereich wird Ausrüstung aus Einsätzen erfasst, gereinigt und desinfiziert. Atemschutzmasken werden maschinell aufbereitet und in speziellen Trockenschränken getrocknet, Atemluftflaschen fachgerecht befüllt. Moderne Schlauchsysteme mit Schnellkupplungen erleichtern die Arbeit und reduzieren die körperliche Belastung der Gerätewarte. Im weißen Bereich folgt die technische Prüfung jedes einzelnen Bauteils mit moderner Prüftechnik. Nach bestandener Kontrolle werden die Geräte staubdicht verpackt und eingelagert. Über einen separaten Zugang können sie schnell wieder den Einsatzfahrzeugen zugeführt werden.
Die Bauarbeiten am Standort sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Im Bestandsgebäude stehen weitere Maßnahmen an, zudem muss das Umfeld noch gestaltet werden. Maldener dankte allen Beteiligten – von den ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen über Planer und Handwerker bis hin zur Landesregierung und dem Landkreis: „Die Investitionen in Hasborn-Dautweiler sind Investitionen in die Sicherheit unserer gesamten Gemeinde und weit darüber hinaus. Mit dem neuen Waldbrandlöschfahrzeug und der modernen Atemschutzwerkstatt stärken wir unsere Feuerwehr nachhaltig und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass unsere Einsatzkräfte auch künftig bestmöglich für die Herausforderungen ihrer wichtigen Arbeit gerüstet sind.“




