Internationale Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität des Saarlandes können aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten künftig direkt auf dem Campus erledigen. Seit dem 1. September betreibt die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) eine eigene Servicestelle im Gebäude C5 5 auf dem Saarbrücker Uni-Gelände. Das Land, die Universität und die ZAB haben das Angebot gemeinsam auf den Weg gebracht.
Der Startschuss ist bewusst als sogenannter Soft-Launch angelegt. In den ersten Wochen sollen die Abläufe im laufenden Betrieb getestet und bei Bedarf nachgesteuert werden, damit die Stelle zum Beginn des Wintersemesters 2026/2027 Mitte Oktober reibungslos funktioniert. Die Erprobung findet in enger Abstimmung mit dem Welcome Center der Universität statt. Zunächst richtet sich das Angebot ausschließlich an Personen, die an der Universität des Saarlandes eingeschrieben sind und einen studentischen Aufenthaltstitel nach Paragraf 16b des Aufenthaltsgesetzes beantragen oder verlängern möchten, sowie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in einem Arbeits-, Forschungs- oder Dienstverhältnis mit der Universität stehen. Voraussetzung ist zudem ein Wohnsitz im Saarland sowie eine visumfreie Einreise oder ein Visum beziehungsweise Aufenthaltstitel nach den Paragrafen 16b, 18b, 18d, 18g oder 19c des Aufenthaltsgesetzes. Nach einer erfolgreichen Startphase und einer ersten Evaluation soll das Angebot schrittweise auch für die anderen saarländischen Hochschulen und für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen geöffnet werden.
Vor Ort können unter anderem Unterlagen entgegengenommen und auf Vollständigkeit geprüft, biometrische Daten erfasst sowie elektronische Aufenthaltstitel und Fiktionsbescheinigungen ausgegeben werden. Die eigentliche Fallbearbeitung verbleibt bis auf Weiteres bei der Zentralen Ausländerbehörde. In Einzelfällen kann es weiterhin erforderlich sein, den Antrag bei der ZAB in Lebach zu stellen.
Die Servicestelle ist montags bis freitags von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie montags bis donnerstags zusätzlich von 13:00 bis 15:30 Uhr geöffnet. Termine können seit dem 1. September per E-Mail direkt bei der Ausländerbehörde oder über das Welcome Center der Universität vereinbart werden. Die Beantragung erfolgt vorrangig mit einem vorher vergebenen Termin. Die für den jeweiligen Termin erforderlichen Dokumente werden mit dem Einladungsschreiben mitgeteilt und müssen vollständig mitgebracht werden.
Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker betonte die Bedeutung des neuen Angebots: „Im Wettbewerb um Fachkräfte kann das Saarland mit attraktiven Hochschulen und einer ausgeprägten Willkommenskultur punkten. Die neuen Servicestelle der Ausländerbehörde und die neuen Wohnheimplätze im Rahmen von Campus 1000 schaffen ein auch im Bundesvergleich herausragendes Angebot der Willkommenskultur. Ich bin froh, dass die Servicestelle noch vor dem Semesterstart ihre Arbeit aufnehmen kann und nach der Erprobung und Evaluation schrittweise auch die anderen staatlichen Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen bedienen wird.“
Innenminister Reinhold Jost erklärte: „Mit der neuen Servicestelle an der Universität des Saarlandes schaffen wir für internationale Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen schnellen und passgenauen Zugang zu ausländerrechtlicher Beratung. Damit wollen wir nicht nur die Betroffenen entlasten, sondern zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Wissenschaftsstandorts leisten. Ausländerrechtliche Anliegen, die den Universitätsbereich nicht berühren, werden bis zur vollständigen Digitalisierung der Ausländerbehörde am Standort Lebach bearbeitet.“
Universitätspräsident Prof. Ludger Santen ordnete die Servicestelle in die übergeordnete Strategie der Hochschule ein: „Die neue Servicestelle fügt sich in die Internationalisierungsstrategie der Universität des Saarlandes ein. Neben guten Bedingungen für Studium, Lehre und Forschung wollen wir den internationalen Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch gute praktischen Rahmenbedingungen bieten. Dazu zählt die Unterstützung bei aufenthaltsrechtlichen Fragestellungen.“
Die Servicestelle ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets, mit dem die Rahmenbedingungen für internationale Studierende und Forschende am Standort verbessert werden sollen. Dazu gehören neben Beratungs- und Unterstützungsangeboten auch Investitionen in die Campus-Infrastruktur. Mit dem Projekt Campus 1000 entsteht zusätzlicher studentischer Wohnraum – im ersten Bauabschnitt stehen 234 Wohnplätze zur Verfügung.




