Die wirtschaftliche Erholung im Saarland bleibt weiter aus. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Saarland hervor, an der sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt mehr als 90.000 Beschäftigten beteiligt haben.
Demnach verharrt der IHK-Lageindikator mit 3,6 Punkten auf dem Niveau des Vormonats und liegt weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Der Erwartungsindikator stieg zwar leicht um 1,7 Punkte auf minus 13,0 Zähler, dennoch blickt die Mehrheit der Unternehmen weiterhin pessimistisch auf die kommenden Monate.
IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé erklärte: „Die Saarwirtschaft kommt weiter nicht in Fahrt.“ Als Belastungen nannte er unter anderem den anhaltenden Konflikt am Persischen Golf, höhere Energiepreise, gestörte Lieferketten und Verwerfungen an den Finanzmärkten. Dies treibe die Kosten und bremse sowohl Investitionen als auch den Konsum.
Nach Einschätzung der IHK können zusätzliche staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung die Probleme allenfalls kurzfristig überdecken. Selbst bei einem baldigen Ende des Iran-Krieges würden die Folgen für Energiepreise, Rohstoffe und Lieferketten noch lange spürbar bleiben.
Die Kammer fordert deshalb einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel mit niedrigeren Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähigen Energiepreisen und steuerlichen Entlastungen für Unternehmen.
Derzeit bewerten 26 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut. 52 Prozent sprechen von einer befriedigenden Lage, 22 Prozent von einer schlechten Situation.
Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich laut IHK ein gemischtes Bild. Während die Bauwirtschaft von öffentlichen Aufträgen profitiere, bleibe die Lage in vielen Industriezweigen schwierig. Stabiler entwickelten sich unter anderem das Ernährungsgewerbe, der Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik sowie Teile der Automobilzulieferindustrie. Bei den Metallerzeugern und in der Stahlindustrie habe sich die Lage zuletzt etwas verbessert.
Deutlich angespannt bleibt die Situation dagegen in der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie in den Gießereien.
Im Dienstleistungsbereich berichten 73 Prozent der Unternehmen von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Robust entwickelt sich weiterhin die IT-Branche. Handel, Gastronomie und Hotellerie spüren laut IHK hingegen die Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher.
Für die kommenden Monate rechnen lediglich vier Prozent der Unternehmen mit besseren Geschäften. 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung, während 79 Prozent von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen.
„Nach drei Jahren Rezession und Stagnation droht Deutschland ein weiteres verlorenes Jahr“, erklärte Thomé. Viele Unternehmen hätten inzwischen das Vertrauen verloren, dass sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen kurzfristig verbessern. Nun müsse die Bundesregierung dringend Reformen auf den Weg bringen.





