Saarland: Christliche Minderheiten fürchten Abschiebung nach Syrien

Zwei assyrische Vereine aus dem Saarland haben sich mit einem dringenden Appell an das saarländische Innenministerium gewandt. Der Assyrische Kulturverein Saarlouis und die Assyrische Autonomiebewegung Saarland verlangen einen sofortigen Stopp aller Abschiebungen nach Syrien. Gleichzeitig fordern sie, dass assyrische Christen als besonders gefährdete und asylberechtigte Personengruppe anerkannt werden.

Den Anstoß für diese Initiative gab ein Abschiebebescheid, den ein junges christliches Paar aus Syrien erhalten hatte. Diese Nachricht löste in der assyrischen Gemeinde des Saarlandes große Beunruhigung aus. Zahlreiche Familien, die vor Krieg, Terrorismus und religiöser Verfolgung nach Deutschland geflohen waren, sehen sich nun erneut mit der Furcht vor einer ungewissen Zukunft konfrontiert.

Die beiden Vereine weisen darauf hin, dass die Sicherheitslage in Syrien nicht pauschal beurteilt werden könne. Während einige Gebiete für Teile der Mehrheitsbevölkerung mittlerweile als relativ stabil gelten könnten, seien Christen und andere religiöse Minderheiten nach wie vor erheblichen Gefahren ausgesetzt. Sie lebten weiterhin in Angst vor gesellschaftlichem Druck und hätten keine ausreichende Sicherheit.

Als eine der ältesten christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten hätten assyrische Christen in den zurückliegenden Jahrzehnten wiederholt unter Verfolgung, Vertreibung, Terrorismus und Diskriminierung gelitten. Viele Familien hätten Angehörige verloren und ihre Heimat aufgeben müssen. Die Folgen von Krieg und Flucht seien für die Betroffenen bis heute spürbar.

Die Vereine sehen für christliche Minderheiten weiterhin keine sichere Rückkehrmöglichkeit nach Syrien. Besonders hart treffe dies Familien, die sich im Saarland bereits integriert hätten. Sie gingen einer Arbeit nach, schickten ihre Kinder zur Schule und hätten sich hier eine neue Existenz aufgebaut. Die ständige Angst vor einer möglichen Abschiebung belaste derzeit viele Mitglieder der Gemeinde erheblich.

In ihrem Antrag an das Innenministerium stellen die Vereine sechs konkrete Forderungen auf: Sie verlangen die Anerkennung der besonderen Schutzbedürftigkeit assyrischer Christen, einen sofortigen Abschiebestopp nach Syrien und humanitäre Aufenthaltsmöglichkeiten für gut integrierte Familien. Zudem solle religiöse Verfolgung bei behördlichen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden. In humanitären Härtefällen solle auf Abschiebungen verzichtet werden. Schließlich erwarten die Vereine vom Saarland eine politische Initiative auf Bundesebene.

Die Organisationen verweisen auf den dramatischen Rückgang der christlichen Bevölkerung in Syrien. Vor Kriegsbeginn hätten dort mehr als zwei Millionen Christen assyrischer und orientalischer Herkunft gelebt. Aktuellen Schätzungen zufolge seien es heute nur noch zwischen 200.000 und 250.000 Menschen.

Viele Christen berichteten weiterhin von Unsicherheit, Diskriminierung und Zukunftsängsten. Zahlreiche Familien sähen keine realistische Möglichkeit, in ihre ehemalige Heimat zurückzukehren.

Die Vorsitzenden beider Vereine, Charli Kanoun vom Assyrischen Kulturverein Saarlouis und Majed Bahi von der Assyrischen Autonomiebewegung Saarland, appellieren nachdrücklich an die Landesregierung und die zuständigen Behörden. Sie sollten humanitäre Verantwortung zeigen und die besondere Gefährdung religiöser Minderheiten bei künftigen Entscheidungen stärker in den Blick nehmen.

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