Agentur für Arbeit meldet

22,1 Prozent mehr Frauen arbeitslos als im Vorjahresmonat

Entwicklung im Saarland

Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist zurückgegangen. Der Rückgang zum Vormonat bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre und entfällt nahezu vollständig auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung. Insgesamt waren im März im Saarland 38.718 Menschen arbeitslos gemeldet, 778 weniger als im Februar. Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen lag im aktuellen Monat bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich über dem Vorjahreswert (plus 4.336 bzw. 12,6 Prozent). Der Abstand zum Vorjahr ist nochmals leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 7,2 Prozent. Im März des Vorjahres hatte sie noch 6,4 Prozent betragen.

„Im März hat der saarländische Arbeitsmarkt wieder etwas mehr Fahrt aufgenommen, insgesamt fällt die übliche Frühjahrsbelebung aber schwächer aus. Auch wenn die Pandemie weiterhin ihren Schatten auf den Arbeitsmarkt wirft, stimmt es positiv, dass die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Men- schen leicht zurückgegangen ist und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften wieder an- steigt“, erläutert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Entwicklung.

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

Landkreis St. Wendel: 3,9 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,9 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 5,4 Prozent
Landkreis Saarlouis: 6,0 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 7,9 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 10,2 Prozent

Entwicklung im Landkreis St. Wendel

Im Landkreis St. Wendel waren im März 1.888 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 69 weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 278 Arbeitslose mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und 0,6 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt Dynamik: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Be- schäftigung. Im März meldeten sich 125 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 45 weniger als im Februar und 41 weniger als im Vorjahresmonat. 138 Personen haben eine neue Arbeitsstelle angetreten und konnten ihre Arbeitslosigkeit dadurch wieder beenden. Das waren genauso viele wie im Vormonat und 368 weniger als im März des Vorjahres.

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit bei allen betrachteten Personengruppen leicht gesunken. Beim Abstand zum Vorjahr zeigten sich jedoch deutlichere Unterschiede. Im März waren 1.044 Männer und 844 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg zum Vorjahr von 22,1 Prozent bei den Frauen. Bei den Männern fiel der Anstieg mit 13,6 Prozent deutlich niedriger aus. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei 107. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent erhöht. 785 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel erhöht. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im März 580. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um fast Dreiviertel.

Blick auf die Rechtskreise

Betrachtet man die beiden Rechtskreise getrennt voneinander, ist zu erkennen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr im Bereich der Arbeitslosenversicherung etwas höher ausfällt als in der Grundsicherung. Bei der Agentur für Arbeit hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 18,9 Prozent erhöht, in der Grundsicherung hingegen lag die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 15,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei der Agentur für Arbeit waren im März 1.038 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 50 weniger als im Februar. Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im aktuellen Monat 850 Arbeitslose gemeldet, 19 weniger als im Vormonat.

Stellenmarkt

Bereits im Vormonat hatte sich die Arbeitskräftenachfrage erhöht. Diese positive Entwicklung hat sich im aktuellen Monat fortgesetzt. Im März wurden im Landkreis St. Wendel insgesamt 135 neue Stellen gemeldet. Die meisten offenen Stellen wurden in der Zeitarbeit und im Handel gemeldet. Auch im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe, im Baugewerbe, im Öffentlichen Dienst, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich und im Verarbeitenden Gewerbe wurden neue Arbeitskräfte nachgefragt. Seit Jahresbeginn wurden 387 offene Stellen gemeldet, genauso viele wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Stellenbestand befinden sich aktuell rund 600 offene Stellen.

Kurzarbeit

Seit Beginn der Corona-Krise trägt das konjunkturelle Kurzarbeitergeld wesentlich dazu bei, negative Effekte abzufedern und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Viele Unternehmen können mit seiner Hilfe Entlassungen vermeiden und ihre Fachkräfte sichern. Im Landkreis St. Wendel haben im März 13 Betriebe für 126 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 1.107 Unternehmen Kurzarbeit für 11.231 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angezeigt.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht. Für den Monat September 2020 liegen nun die endgültigen statistischen Daten vor. So waren in diesem Monat 215 Unternehmen und 951 Menschen in Kurzarbeit. Im August 2020 waren es noch 231 Betriebe und 1.050 Personen. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen zur Inanspruchnahme der Kurzarbeit auf Basis vorläufiger Daten vorgenommen. Laut Hochrechnung haben im Oktober 2020 212 Unternehmen für 931 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.

Ausbildungsmarkt

„Der Beginn des Ausbildungsjahres 2021 rückt näher. In vielen Unternehmen der Region sind die Ein- stellungsverfahren noch nicht abgeschlossen, es sind noch viele offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Ich empfehle allen Jugendlichen, die aktuell noch keine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz haben oder sich unsicher sind, wie ihr Einstieg ins Berufsleben aussehen soll, die Angebote der Berufsberatung zu nutzen“, rät Madeleine Seidel. „Je schneller sich junge Menschen mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, desto eher können individuelle Lösungsansätze gefunden werden, damit der Ein- stieg ins Berufsleben auch in Zeiten der Pandemie erfolgreich gelingt“, ergänzt Madeleine Seidel.

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 452 Berufsausbildungsstellen gemeldet, genauso viele wie im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig meldeten sich 373 junge Menschen als Bewerber/innen für eine Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur. Das waren 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im März waren noch 323 Ausbildungs- stellen unbesetzt und 230 Jugendliche unversorgt.

Die meisten Ausbildungsstellen wurden bislang für die Berufe Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik, Feinwerkmechaniker/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Koch/Köchin, Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heizung-/Klimatechnik, Kaufmann/-frau – Büromanagement und Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik gemeldet.

Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in fast allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Land- kreis St. Wendel Auszubildende für die Berufe Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Feinwerkmechaniker/in, Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heizung-/Klimatechnik, Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik, Medizinische/r Fachangestellte/r, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachkraft – Lagerlogistik und Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei gesucht.

Direkter Kontakt zur Berufsberatung im Saarland

Für Beratungswünsche vergibt die Berufsberatung auch kurzfristig Termine. Ein Terminwunsch kann per E-Mail unter saarland.berufsberatung@arbeitsagentur.de oder über die gebührenfreie Servicerufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. Die Berater/innen stehen für telefonische oder Videoberatung sehr gern zur Verfügung.

Arbeitgeber, die freie Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht  besetzen  konnten,  können  sich  unter  der  gebührenfreien  Servicerufnummer  0800 4 5555 20 an den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters wenden.

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