wndn-Hochzeitsserie: alte Traditionen für neues Eheglück

Kaum etwas ist mit so vielen Traditionen und Bräuchen gespickt, wie eine Hochzeit. Aus verschiedenen Ländern, Kulturkreisen und Zeiträumen werden Bräuche auch heute noch bei Hochzeiten umgesetzt. Vieles davon kommt aus einem Aberglauben heraus, wird jedoch dank seiner Romantik noch weitergeführt. Wir erklären euch heute, woher verschiedene Bräuche kommen und was sie bewirken sollen. 

Polterabend 

Auch wenn die meisten Paare heute auf einen Polterabend verzichten, ist diese Tradition eigentlich sehr schön. So hat man zum einen die Möglichkeit mit Freunden, Nachbarn und Verwandten gemeinsam eine entspannte Party zu feiern und zum anderen soll das Gepolter auch die bösen Geiser aus der Ehe vertreiben. Auch das gemeinsame Kehren schweißt das Paar nochmal ganz besonders zusammen. 

Brautkleid

Schon Monate vor der Hochzeit besteht dieses Geheimnis zwischen der Braut und ihren Freundinnen. Sie wissen wie das Kleid aussieht – ganz im Gegensatz zum Bräutigam. Wenn der das Kleid nämlich vorher schon entdeckt, soll das Unglück für die Verliebten bringen. Der Aberglauben, dass es Pech bringt, da Dämonen in Anwesenheit des Mannes böse Blicke auf die Braut werfen könnten und das Liebesglück vor der Hochzeit geheim bleiben soll, ist zwar heute vielleicht nicht mehr so verbreitet, jedoch wollen sich die meisten Bräute diesen Überraschungsmoment nicht entgehen lassen.

Die Nacht vor der Hochzeit

Um die Überraschung nicht kaputt zu machen, verbringen viele Paare die Nacht vor der Hochzeit außerdem getrennt. Angeblich ist es sogar ein schlechtes Omen, wenn man im selben Zimmer schläft. Vor allem aber, wenn man darauf besteht, dass man sich nicht sieht, macht das natürlich absolut Sinn. Dann kann man sich getrennt voneinander fertig machen und den großen Überraschungsmoment perfekt machen. 

Was neues, altes,…

Eigentlich eine britische Tradition, die sich aber auch bei uns absolut durchgesetzt hat. Im original heißt es : „Something old, something new, something borrowed, something blue and a lucky six-pence in your shoe.“ 

Dabei dient „Etwas Altes“ als Symbol für die Verbundenheit der Braut zur eigenen Familie und Herkunft, sowie gleichzeitig als Beständigkeit und Dauerhaftigkeit der Ehe. Hier können zum Beispiel Teile des Brautoutfits der Vorfahren verwendet werden. „Etwas Neues“ steht sinnbildlich für das neue Lebensglück, Erfolg, eine freudige und natürlich gemeinsame Zukunft. Hier ist es natürlich einfach, da alles, was neu angeschafft wurde dazuzählt. „Etwas Geborgtes“ steht für Hilfe und Unterstützung von Freunden. Optimalerweise borgt man sich etwas von einer glücklich verheirateten Freundin, damit das Glück so auf die Braut übertragen wird. „Etwas Blaues“ist das schöne Synonym für Treue. Vor allem das blaue Strumpfband ist bei den meisten Bräuten der Renner. Aber auch blaue Schuhe als Farbtupfer können als Accessoire dienen. „Der Glückspfennig“ im Schuh symbolisiert den Wohlstand und soll das Paar in eine finanziell sorgenfreie Zukunft führen.

Blumenmädchen

Damit das Paar nach der Hochzeit auch Nachwuchs bekommt, gibt es gleich mehrere Bräuche. Sowohl das Reiswerfen nach der Hochzeit, was aus dem asiatischen Raum kommt, als auch die Blumenkinder, die Blütenblätter vor die Braut werfen, sollen für den Kindersegen sorgen. Da in vielen Gemeinden allerdings das Werfen von Reis schon verboten wurde, helfen sich die Gäste mittlerweile oft mit Seifenblasen oder Papierherzchen aus. Dieses Streumaterial steht jedoch auch für die gute Fruchtbarkeit des Paares.

Torte schneiden

Ein unvermeidbares Symbol bei der Hochzeit geschieht beim Anschnitt der Torte. So macht das Paar dies gemeinsam und der, der die Hand oben hat, wird auch in der Ehe das Sagen haben. Das kleine Gerangel vorm Anschnitt belustigt dabei meist die ganze Hochzeitsgesellschaft.

Brautstrauß werfen

Für einen kurzen Augenblick geht es nicht mehr um das Brautpaar selbst, sondern um die Nächste, die heiraten soll. Traditionell steht die Braut mit dem Rücken zu allen unverheirateten Frauen und wirft ihren Strauß über die Schulter. Diejenige, die ihn dann fängt, soll als nächste Heiraten. Da viele Bräute ihren Strauß jedoch aufbewahren möchten, ist es auch völlig in Ordnung, einen extra angefertigten Wurfstrauß zu werfen, den die Fängerin dann behalten kann. 

Über die Schwelle tragen

Eine weitere Tradition, die aus Aberglaube heraus entwickelt wurde, ist das „über die Schwelle tragen der Braut nach der Hochzeit“. Unter der Schwelle verstecken sich dem Glaube heraus böse Geister, vor denen die Braut von ihrem Ehemann geschützt wird. Allerdings wird es auch als Symbol gesehen, dass der, der zuerst über die Schwelle geht, das Sagen in der Ehe hat – ob sich die Braut diese Möglichkeit entgehen lassen möchte, muss sie dann wohl selbst entscheiden. 

Streiche

Wer den Hintergrund dahinter kennt, ärgert sich vielleicht viel weniger, wenn man nachts nach der Hochzeit ins Bett fallen möchte und erst einmal durch ein Meer von Luftballons oder Konfetti muss, das Freunde in der gemeinsamen Wohnung deponiert haben. So soll das Paar schon gleich nach der Hochzeit gemeinsam Hinternisse bewältigen können. Vielleicht sorgt es aber auch noch für etwas Belustigung eurer Freunde. 🙂

Welche Bräuche ihr persönlich jetzt an eurer Hochzeit haben wollt und welche nicht, müsst ihr euch selbst überlegen, schön sind sie aber irgendwie dann doch alle.

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