St. Wendel: Schülercafé von Schülern für Schüler

St. Wendel. „Man braucht ja auch mal ein bisschen Ruhe in der Schule, vor allem auch vor den Lehrern“. Eine Intention, die viele Schüler verstehen können, steckt hinter der Idee, ein Schülercafé an der Gemeinschaftsschule St. Wendel zu betreiben. 

Dabei ist die Idee keinesfalls neu an der Schule. Schon vor 7 Jahren wurden Überlegungen in diese Richtung begonnen. Damals fehlte jedoch der Platz, den die Mitglieder der Schülervertretung dringend brauchten, um einen Ort zu schaffen, an dem Schüler jeglichen Alters ihr mitgebrachtes Pausenbrot essen und ein wenig Ruhe genießen können. Nach langem hin und her konnte dann das Orchester einen neuen Raum erhalten und der Platz fürs Schülercafé war gefunden. 

Nun entwickelten die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Schu ein Konzept, wie sie das Café gestalten wollten. Durch Spenden konnten Möbel angeschafft werden, die die Schüler selbstständig aufbauten. Auch bei der Dekoration des Raums ließ man den 7.-10.- Klässlern freie Hand. Und das mit großem Erfolg, wie auch Schulleiterin Ursula Zeyer feststellt. „Wenn man den Schülern die Freiheit gibt, etwas selbst zu gestalten, nehmen sie diese gerne an und gehen auch verantwortungsbewusst damit um.“ 

Und dieser Verantwortung sind sich die Schüler auch bewusst. So muss immer Kuchen zum Verkaufen mitgebracht werden, alles sollte möglichst ordentlich behandelt werden und man muss sich aufeinander verlassen können. Das klappt aber bei den beteiligten Schülern sehr gut, wie auch Frau Schu anmerkt, die als eine der einzigen Lehrer das Schülercafé überhaupt betreten darf. Schließlich soll es dazu dienen, den Schülern Ruhe zu bieten. Deshalb haben die Schüler auch eigene Regeln für den Raum entwickelt, die auch beinhalten, dass im Schülercafé keine Handys verwendet werden. Da einige Schüler auch zum Lernen ins Café kommen, wurden extra bequeme Sitzgelegenheiten angeschafft und es wird darauf geachtet, dass die anderen Gäste nicht zu laut sind. 

„Wir brauchten einfach eine Möglichkeit, wo wir mal ungestört unter uns sein, drinnen unsere Pausen verbringen und unser mitgebrachtes Pausenbrot essen können“, erzählt Schülersprecherin Emili Todorova, die sich von Beginn an im Schülercafé engagiert. Denn die Schule hat zwar eine Mensa, in der die Schüler auch ihre Freizeit am Mittag verbringen können, jedoch ist es hier nicht erlaubt, sein selbstmitgebrachtes Pausenbrot zu essen. 

Somit mussten die Schüler dies auf dem Schulhof tun, was vor allem bei kaltem Wetter und während der langen Freizeit am Mittag (12:20-13:35 Uhr) nicht immer angenehm ist. Nun freuen sie sich schon, im Herbst und Winter nicht mehr auf den Schulhof gehen zu müssen, sondern ihre Zeit im Schülercafé zu verbringen. 

Für kleines Geld können die Schüler dort auch noch Säfte, Tee, Kuchen und die 10er Klassen sogar Cappuccino kaufen. Auch die Verwaltung des Geldes erledigen die verantwortlichen Schüler selbstständig. Schließlich müssen auch wieder neue Dinge eingekauft werden. Und auch die Preise für den Kostümwettbewerb an Fasching werden mit Hilfe des erwirtschafteten Geldes von der Schülervertretung ermöglicht. 

Dass sie das alles zugetraut bekommen und auch hinbekommen erfüllt die Schüler mit Stolz und Freude darüber, was sie ihren Mitschülern ermöglichen konnten. 

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