Eine fünftägige Studienfahrt führte 21 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen nach Brüssel, dem Zentrum der Europäischen Union. Die Reise bot den Politikkursen der Stufe 12 die Gelegenheit, mehr über die EU-Institutionen zu erfahren und politische Prozesse hautnah zu erleben. Brüssel, oft als inoffizielle Hauptstadt der EU bezeichnet, beheimatet die wichtigsten Institutionen der Union, darunter die Europäische Kommission und das Europäische Parlament. Die Schülerinnen und Schüler tauchten in diese vielfältige Welt ein und erhielten Einblicke in die Arbeit der EU.
Der Auftakt der Studienfahrt begann mit einem Vortrag von Katalin Brenner, einer Vertreterin der Europäischen Kommission, die im Berlaymont-Gebäude, dem Sitz der Europäischen Kommission und ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen, stattfand. Brenner, die sieben europäische Sprachen fließend spricht, teilte ihren Lebensweg mit den Schülern. Sie erzählte von den Herausforderungen, die sie aufgrund ihrer Herkunft überwinden musste, und wie diese Erfahrungen sie dazu motivierten, sich für die europäische Integration einzusetzen. Ihr Vortrag vermittelte den Schülerinnen und Schülern das Zusammenspiel der EU-Institutionen und den Wert von Vielfalt.
Nach dem Vortrag fand ein Wissensquiz zwischen den Schülern aus Marpingen und einer Gruppe Gleichaltriger aus Innsbruck statt. Das Marpinger Team, bestehend aus Paige, Evelin und Jessika, ging als Sieger hervor und erhielt einen kulinarischen Preis, den sie im europäischen Sinne gerne mit ihren österreichischen Konkurrenten teilten.
Ein weiteres Highlight der Studienfahrt war das Gespräch mit Christine Schneider, einer Abgeordneten des Europäischen Parlaments, und ihrer Mitarbeiterin Linda Engels. Hierbei wurden aktuelle politische Themen in Europa diskutiert. Schneider betonte die Bedeutung des Europäischen Parlaments und rief die Schülerinnen und Schüler dazu auf, sich an der Europawahl am 9. Juni zu beteiligen. Der anschließende Besuch des Plenarsaals, in dem alle Reden und Beiträge simultan in 23 Sprachen übersetzt werden, beeindruckte die Schüler und weckte bei einigen das Interesse, sich stärker in der Politik zu engagieren.
Ein besonderes Erlebnis bot das Planspiel im Parlamentarium, bei dem die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Parlamentsmitgliedern schlüpften und den europäischen Gesetzgebungsprozess simulierten. Dabei wurden zwei Themen, die Trinkwassersicherheit und Microchip-Implantate, behandelt. Das Planspiel verdeutlichte die Bedeutung des demokratischen Kompromisses und die Komplexität der EU-Gesetzgebung.
Neben den politischen Terminen genossen die Schülerinnen und Schüler auch die Freizeitaktivitäten, darunter Ausflüge nach Brügge und zum Strand von Ostende. Die gesamte Reise, einschließlich An- und Abreise sowie aller Fahrten vor Ort, wurde ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt. Die erheblichen Kosten der Studienfahrt konnten durch das Engagement des Schulfördervereins der Gemeinschaftsschule Marpingen und durch die finanzielle Unterstützung der ASKO Europa-Stiftung, Saarbrücken, im Rahmen gehalten werden. Dadurch war es allen interessierten Schülerinnen und Schülern möglich, an dieser bereichernden Studienfahrt teilzunehmen.



