Die SPD Frauen Saarland haben die jüngsten Äußerungen der CDU-Landtagsfraktion zur Personalentscheidung im saarländischen Innenministerium scharf zurückgewiesen. Nach Ansicht der SPD Frauen werde die Entscheidung öffentlich diskreditiert – und damit zugleich Frauen in Führungspositionen herabgewürdigt.
Die Landesvorsitzende der SPD Frauen, Réka Klein, erklärte, die Kritik der CDU sei sachlich unbegründet und offenbare ein problematisches Verständnis von Führung und Qualifikation. „Es ist naheliegend anzunehmen, dass diese Art der öffentlichen Abwertung bei einer vergleichbaren Personalentscheidung ohne weibliche Führungsperson so nicht erfolgt wäre“, so Klein. In der Debatte werde zudem ausgeblendet, dass mit Judith Lobmeier erstmals eine Frau an der Spitze der saarländischen Polizei stehe.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Neuorganisation im Innenministerium, insbesondere die Einrichtung einer eigenständigen Abteilung für Bevölkerungsschutz. Diese reagiere auf wachsende und komplexer werdende Aufgaben, etwa im Katastrophenschutz, in der Krisenprävention und im zivilen Schutz. Die SPD Frauen betonen, dass diese Neuordnung fachlich geboten und seit Langem notwendig sei und dass auch die personellen Entscheidungen dieser fachlichen Logik folgten.
Judith Lobmeier ist Volljuristin, war zuvor stellvertretende Landespolizeipräsidentin und verfügt nach Angaben der SPD über langjährige Führungserfahrung innerhalb der saarländischen Polizei. Ihre Qualifikation stehe außer Frage. Dass dieser Aspekt von der CDU nicht berücksichtigt werde, sei bezeichnend, heißt es in der Stellungnahme.
Zudem verweisen die SPD Frauen darauf, dass Reinhold Jost der erste Innenminister im Saarland sei, der konsequent Frauen in Spitzenfunktionen der Polizei berufen habe. Neben Judith Lobmeier als Landespolizeipräsidentin sei mit Natalie Grandjean auch die Position der Landespolizeidirektorin weiblich besetzt. Diese Entscheidungen würden von den Blaulichtorganisationen ausdrücklich begrüßt.
Klein kritisierte zudem, dass personelle Wechsel bei Männern selten als politisches Manöver dargestellt würden. „Sobald Frauen Verantwortung übernehmen, wird ihre Eignung öffentlich infrage gestellt. Das ist kein Zufall, sondern ein bekanntes Muster“, sagte sie. Besonders irritierend sei aus Sicht der SPD Frauen, dass die Kritik von Anja Wagner-Scheid komme, die zugleich Vorsitzende der Frauen Union sei.
Die SPD Frauen Saarland betonen abschließend, Frauen in Führungspositionen seien weder Experiment noch Provokation, sondern Ausdruck von Gleichberechtigung, fachlicher Kompetenz und moderner Verwaltung. Sie stellten sich ausdrücklich hinter Judith Lobmeier und forderten von der CDU eine sachliche und respektvolle Debatte ohne persönliche Abwertungen und doppelte Maßstäbe.



