Milka Alpenmilch erhält den Goldenen Windbeutel für dreiste Werbelüge

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat dem Süßwarenhersteller Mondelez den Goldenen Windbeutel 2025 verliehen. Mit 34 Prozent der Stimmen wurde die „Milka Alpenmilch“ zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer von foodwatch, gab das Ergebnis heute Morgen im ARD Morgenmagazin bekannt.

Der Grund für die Auszeichnung liegt in einer drastischen Shrinkflation-Maßnahme: Mondelez reduzierte das Gewicht der Schokoladentafel von 100 auf 90 Gramm, während die Verpackung unverändert blieb. Zuvor hatte der Konzern bereits den Preis von 1,49 auf 1,99 Euro angehoben. Diese Kombination führt zu einer versteckten Preiserhöhung von 48 Prozent für die Konsumenten.

„Mondelez täuscht die Menschen im Supermarkt – und kassiert kräftig ab. Shrinkflation ist legalisierte Verbrauchertäuschung, die Bundesregierung lässt die Leute damit allein“, kritisierte Dr. Chris Methmann das Vorgehen des Unternehmens.

An der Abstimmung beteiligten sich 58.159 Personen seit Beginn der Wahlperiode im Juli. Neben der Milka Alpenmilch standen vier weitere Produkte zur Auswahl: Norwegischer Räucherlachs von Fish Tales (21,1 Prozent), MenstruChocbar von InnoNature (17,8 Prozent), Rama von Flora Food (15 Prozent) und DirTea von DirTea (12,1 Prozent).

Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte die Milka-Schokolade bereits zur Mogelpackung des Monats Februar 2025 gekürt. Im Supermarkt wird die Gewichtsangabe häufig von den Laschen der Kartonverpackung verdeckt, obwohl Mondelez argumentiert, das neue Gewicht sei auf der Tafel und der Website angegeben.

Besonders brisant: Während Mondelez die Preiserhöhungen mit gestiegenen Kakaopreisen und Produktionskosten begründet, zeigt der eigene Finanzbericht „niedrigere Herstellungskosten“. Der Unternehmensgewinn stieg seit 2021 um 25 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt verteuerte sich Schokolade zwischen Anfang 2024 und Januar 2025 um rund 8 Prozent, während Mondelez die Milka-Preise um bis zu 64 Prozent anhob.

Mondelez-Finanzchef Luca Zaramella kündigte laut Handelsblatt bereits weitere „schrittweise“ Preiserhöhungen bei hohen Kakaopreisen an. Sinkende Kosten sollen laut Konzernstrategie direkt dem Unternehmen zugutekommen.

„Die Milka-Tafel ist ein Paradebeispiel für Shrinkflation, eine immer beliebtere Masche der Lebensmittelindustrie. Die Bundesregierung muss endlich entschlossen gegen versteckte Preiserhöhungen vorgehen!“, forderte Dr. Rebekka Siegmann, Wahlleiterin des Goldenen Windbeutels.

foodwatch verlangt von Mondelez einen deutlichen Hinweis auf der Verpackungsvorderseite und eine Anpassung der Packungsgröße an den reduzierten Inhalt. Die neue Bundesregierung soll zudem ihre Koalitionsvereinbarung umsetzen, in der es heißt: „Wir setzen uns für mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen ein.“ In Frankreich gilt seit Juli 2024 bereits eine entsprechende Kennzeichnungspflicht.

Der Goldene Windbeutel wird seit 2009 von foodwatch verliehen und geht 2025 in die 14. Auflage. Frühere Preisträger waren 2024 die Obsties von Alete bewusst (Alete erhielt den Preis zum dritten Mal), 2023 die Pom-Bär Ofen-Minis von Intersnack, 2021 das Hähnchen-Brustfilet von Rewe und 2020 der Grünländer Käse von Hochland.

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