Mit Rap-Texten und Spraydosen haben Jugendliche aus der Gemeinde Nonnweiler und Umgebung in zwei Projekten ein deutliches Zeichen gegen Hass und Extremismus gesetzt. Hinter den Aktionen steht das Jugendbüro Nonnweiler unter der Leitung von Vanessa Kurz – mit einer klaren Idee: Wer bei solchen Workshops mitmacht, lässt sich von Rattenfängern nicht so leicht einfangen.
Bereits im Februar hatten fünf Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren in einem Workshop einen eigenen Rap-Song geschrieben und eingesungen. Die Inspiration dafür holten sie sich bei einem Rundgang am Erinnerungspfad Höckerlinie Otzenhausen. „Ihr geht auf rechte Demos. Doch ich mach da nicht mit! Schreit nur Hassparolen. Doch ich mach da nicht mit!“, heißt es darin unmissverständlich. Ein zweiter Refrain trägt die Botschaft: „Wir sind alle Menschen, teilen uns eine Welt.“ Der Song wurde professionell von Brice Bartone von NuBreeze Records produziert und am 14. Oktober 2026 bei einer kleinen Party mit Pizza im Jugendclub Otzenhausen gefeiert – er ist nun online abrufbar. Die Texte drehen sich um Gleichberechtigung, Frieden und Menschenrechte.
In den Herbstferien folgte ein weiteres Projekt: Die Jugendbüros der Gemeinden Nonnweiler, Nohfelden und Namborn – alle in Trägerschaft der Idee.on gGmbH – luden 18 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zu einer einwöchigen Ferienaktion ein. Nach Tagesausflügen in verschiedene Städte führte der Weg am 9. Oktober 2026 ebenfalls zum Erinnerungspfad Höckerlinie Otzenhausen. Dort verwandelten sich die Teilnehmer unter Anleitung des Künstlers Manuel Dusendann in Streetart-Künstler. Trotz schlechten Wetters und anfänglicher Schwierigkeiten mit den Sprühdosen entstanden drei großformatige Graffitos zu den Themen „Peace“, „Hope“ und „Save“ (Frieden, Hoffnung, Sicherheit). „Das hat megagut funktioniert“, freute sich Vanessa Kurz, die sich auch darüber begeisterte, dass Jugendliche aus anderen saarländischen Gemeinden dazustießen. „Alle haben toll zusammengearbeitet. Los geht’s mit der Schrift, weil das am einfachsten ist, und dann kommen Skizzen dazu. Thematisch baut alles aufeinander auf“, erklärte sie. Die bunten Platten werden bis spätestens 30. Oktober direkt am Erinnerungspfad aufgestellt.
Dass nicht alle Jugendlichen von sich aus zu solchen Angeboten finden, weiß Kurz: „Zu unseren Workshops kommen erst mal hauptsächlich diejenigen, die sich für das Thema interessieren.“ Doch genau darin liege der Ansatz: „Uns geht es darum, sie so zu stärken, dass sie sich eine eigene Meinung bilden und auch dort Haltung bewahren und womöglich andere mitziehen, wo es für sie schwer werden könnte.“ Beide Projekte wurden in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Erinnerungspfad Höckerlinie Otzenhausen durchgeführt. Das Rap-Projekt entstand zusätzlich in Kooperation mit der Stiftung europäische Kultur und Bildung.





