Johannes-Kühn-Gesellschaft präsentiert Kunstwerke online

Zeichnung von Johannes Kühn

Die Johannes-Kühn-Gesellschaft erweitert ihre Online-Präsenz um eine bedeutende Komponente: Eine digitale Galerie zeigt nun erstmals eine Auswahl der Zeichnungen des verstorbenen saarländischen Lyrikers Johannes Kühn. Der Dichter, der mehr als 30.000 Gedichte verfasste, schuf parallel dazu schätzungsweise über 11.000 Zeichnungen mit grellen Filzstiften auf Papier.

Diese bildkünstlerischen Arbeiten entstanden hauptsächlich zwischen 1983 und 1993, einer Phase, die als „Zeit des großen Schweigens“ bezeichnet wird. In diesen Jahren stellte Kühn seine lyrische Produktion weitgehend ein und sprach auch nur noch wenig. Die neue Online-Galerie auf der Website der Johannes-Kühn-Gesellschaft macht diese wenig bekannte Seite seines Schaffens zugänglich.

Fachkundige Betreuung erhält das Projekt durch den Maler und Zeichner Francis Berrar aus Überherrn. Er beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Kühns bildkünstlerischem Werk und liefert Erläuterungen zu den ausgestellten Arbeiten. „Indem er zeichnet, leistet er mutig Widerstand gegen angreifende Lethargie und Schwermut, überwindet Resignation, Einsamkeit und dunkle Schatten. Aus einem Chaos von Strichbündeln, Linienpaketen und zarten Lineaturen findet er plötzlich die Linie, die ihn herausführt aus der inneren Leere und die ihn nicht mehr loslässt“, schreibt Berrar über Kühns künstlerischen Prozess.

Der Experte betont die einzigartige Bildsprache, die Kühn über die Jahre entwickelte. Berrar analysierte, interpretierte und ordnete die Werke systematisch, bevor er sie digitalisierte. Dabei entdeckte er, dass Kühn durch das Zeichnen eine alternative Ausdrucksform für sich erschloss.

Das Archiv der Johannes-Kühn-Gesellschaft verwahrt einen Teil der Zeichnungen, deren Gesamtzahl ursprünglich auf etwa 3.000 Stück geschätzt wurde. Nach Kühns Tod im Jahr 2024 kam jedoch eine weitere umfangreiche Sammlung zum Vorschein: Rund 8.000 zusätzliche Zeichnungen befinden sich im Besitz der Lebacher Familie Gitzinger. Diese hatte Kühn der Familie geschenkt, deren Mutter er in seiner Jugend „stürmisch verehrt“ hatte, wie Sohn Georg Gitzinger mitteilte. Beide Eltern wurden später zu Vertrauten des Dichters.

Auch diese neu entdeckte Sammlung wird fachlich von Francis Berrar betreut. Die digitale Galerie ist unter https://www.johannes-kuehn.de/zeichnungen.html erreichbar und bietet Interessierten einen Einblick in das bislang wenig bekannte bildkünstlerische Schaffen des saarländischen Lyrikers.

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/