Gewerkschaft NGG fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren im Kreis St. Wendel

Foto: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Saar

Im Landkreis St. Wendel werden in den kommenden Jahren durchschnittlich rund 790 Beschäftigte pro Jahr in den Ruhestand wechseln. Bis 2035 steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner dort auf insgesamt rund 26.300 Menschen. Das geht aus Berechnungen des Pestel-Instituts hervor, auf die sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Saar beruft.

Die Gewerkschaft macht sich dafür stark, dass alle, die 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, ohne Abschläge in den Ruhestand gehen können. Die geplante Rentenreform der Bundesregierung verunsichere vor allem Beschäftigte, die kurz vor dieser Marke stehen oder sie bereits erreicht haben. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt der Geschäftsführer der NGG-Region Saar, Tobias Wolfanger. Wer früh angefangen habe zu arbeiten, dürfe dafür nicht bestraft werden. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants im Kreis St. Wendel“, so Wolfanger.

Wie viele Menschen betroffen sind, zeigen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung: Von den rund 84.400 Männern, die Ende vergangenen Jahres im Saarland eine gesetzliche Altersrente bezogen, hatten rund 37.600 mindestens 45 Beitragsjahre auf dem Konto. Bei den rund 105.000 Frauen waren es rund 12.200. Die NGG appelliert an CDU/CSU und SPD, die Rentenreform sozial zu gestalten.

Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die Gewerkschaft entschieden ab. „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Wolfanger. Für diese Beschäftigten sei die Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.

Auch die geplante Kapitalrente sieht die NGG kritisch. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängen. Zudem spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.

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