Ab dem Jahr 2027 müssen Autofahrer in Deutschland mit deutlich höheren Spritpreisen rechnen. Grund ist die Einführung eines freien europäischen Emissionshandels für den Verkehrs- und Gebäudesektor. Nach Berechnungen des ADAC könnten Benzin- und Dieselpreise um bis zu 38 Cent pro Liter steigen. Schon für das Jahr 2026 wird ein Anstieg um etwa drei Cent erwartet.
Der Bundestag hatte bereits im Januar die Umsetzung der EU-Reform beschlossen, wonach die bisher politisch festgelegten CO₂-Preise durch ein Zertifikatesystem ersetzt werden. Unternehmen müssen dann ihre Emissionsrechte ersteigern. Die Gesamtmenge dieser Rechte legt die EU fest, was direkte Auswirkungen auf die Preisentwicklung hat.
Besonders hart könnte der Preisschub Pendler und Geringverdiener treffen. Für eine Familie mit zwei Autos und einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 Kilometern ergeben sich laut ADAC zusätzliche Kosten zwischen 500 und 800 Euro im Jahr. In ländlichen Regionen wie dem St. Wendeler Land, wo das Auto oft unverzichtbar ist, wird Mobilität damit zur finanziellen Belastung.



