Drei Saarländer fallen auf Schockanrufe herein – Polizei warnt erneut

Symbolbild

Eine neue Welle sogenannter Schockanrufe hat das Saarland erfasst. Allein am vergangenen Donnerstag übergaben drei Männer in den Landkreisen Saarlouis und St. Wendel Bargeld an Betrüger – insgesamt mehr als 80.000 Euro. Die Landespolizeidirektion appelliert eindringlich an die Bevölkerung, sich und ihre Angehörigen vor der Masche zu schützen.

Bei der Betrugsmasche melden sich Kriminelle telefonisch bei ihren Opfern und geben sich als enge Verwandte – etwa Kinder oder Enkelkinder – oder als Polizeibeamte aus. Sie schildern eine erfundene Notsituation, beispielsweise einen schweren Verkehrsunfall mit Schwerverletzten oder Toten, den ein naher Angehöriger des Angerufenen verursacht haben soll. Um eine angebliche Verhaftung abzuwenden, fordern die Täter eine Kaution. Diese wird anschließend von sogenannten Geldboten abgeholt, die sich häufig als Polizeibeamte ausgeben. In allen drei aktuellen Fällen erfolgte die Übergabe direkt an der Haustür der Geschädigten. Die einzelnen Beträge lagen jeweils im mindestens niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Bei den Opfern handelte es sich ausnahmslos um Männer im Alter zwischen 73 und 87 Jahren.

Neben den drei vollendeten Taten registrierte die Polizei seit Mittwoch, dem 30. September 2026, mehr als 20 weitere Versuche mit derselben Vorgehensweise. Die Landespolizeidirektion bittet die Bevölkerung daher dringend, auch Angehörige im privaten Umfeld für das Thema Schockanrufe zu sensibilisieren.

Die Polizei gibt folgende Hinweise zum Schutz vor der Betrugsmasche: Die Polizei nimmt grundsätzlich weder Wertgegenstände noch Bargeld entgegen. Wer am Telefon zur Herausgabe von Geld, Schmuck oder Wertgegenständen aufgefordert wird, sollte sofort auflegen und weitere Anrufe nicht mehr annehmen. Wer unsicher ist, wer anruft, oder sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte das Gespräch ebenfalls beenden und die Angaben des Anrufers überprüfen. Betroffene sollten Angehörige, eine Vertrauensperson oder die Polizei unter der bekannten Nummer oder der 110 kontaktieren – dabei aber keinesfalls die Rückruffunktion nutzen. Persönliche und finanzielle Verhältnisse sollten am Telefon niemals preisgegeben werden. Geld sollte unter keinen Umständen an unbekannte Personen übergeben oder auf unbekannte Konten überwiesen werden. Zudem rät die Polizei, auf verdächtige Fahrzeuge und Personen in der Nachbarschaft zu achten und auch direkte Nachbarn zu sensibilisieren.

Weitere Informationen zu Enkeltrick, Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen sind im Internet unter www.polizei.saarland.de abrufbar.

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