Bei den Special Olympics Nationalen Spielen im Saarland sind mehr als 3.100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Deutschlands größtes Multisport-Event für Menschen mit geistiger Behinderung in diesem Jahr wird dabei auch von sogenannten Corporate Volunteers unterstützt – Beschäftigten, die von ihren Unternehmen für den Einsatz freigestellt werden. Insgesamt 20 Firmen nutzen diese Möglichkeit. Unter ihnen sind Swati Tikku von Adidas und Robin Wurdinger von s.Oliver, die beim Kraft-Dreikampf in der Congresshalle Saarbrücken als Sicherungsposten neben den Sportlern stehen und zwischen den Versuchen die Gewichte wechseln.
Die Aufgabe der beiden ist körperlich fordernd: Sie fangen im Notfall die bis zu über 100 Kilogramm schwere Hantel ab, falls ein Athlet ins Wanken gerät. „Die sind ziemlich schwer. Robin nimmt die großen Metallscheiben und ich die leichteren“, sagt Swati. Nach der ersten Wettkampfrunde lautet ihr gemeinsames Fazit: „Puh, das ist ganz schön anstrengend.“ Beide erleben zum ersten Mal Special-Olympics-Wettbewerbe und zeigen sich tief beeindruckt. „Es ist überwältigend. Für mich ist das eine große Inspiration. Bei Adidas gehört Vielfalt zum Unternehmen. Ich kann jetzt meine Erfahrungen von Inklusion im Sport mit einbringen“, erklärt die 35-jährige Swati. „Es ist ganz toll zu sehen, wie motiviert die Sportler sind und welchen Spaß sie haben. Da ist richtiges Feuer. Diese Erfahrung geht ans Herz. Davon werde ich in meiner Firma berichten“, sagt der 29-jährige Robin. Auch von der Eröffnungsfeier im Saarbrücker Ludwigsparkstadion berichten beide begeistert: „Das war alles sehr emotional.“
Die Freiwilligen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Frankreich, Österreich und der Schweiz, wobei die meisten aus dem Saarland stammen. Sie sind in sämtlichen Bereichen tätig – von der Essensausgabe über Info-Punkte und Transport bis hin zur Betreuung des Maskottchens Unity. Der älteste Ehrenamtliche ist 82 Jahre alt, die jüngsten sind 15 und gehen noch zur Schule. Darüber hinaus arbeiten 25 sogenannte Tandems, in denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam im Einsatz sind. Das größte Tandem stellt die Reha GmbH aus Neunkirchen mit 19 Volunteers mit Behinderung und sechs ohne Behinderung. Da die Schwimmwettbewerbe im französischen Forbach stattfinden, gibt es erstmals auch deutsch-französische Volunteer-Teams, die vom deutsch-französischen Bürgerfonds gefördert werden.
Felix Velten, Koordinator Volunteer Management, zieht eine positive Bilanz: „Die Volunteers verbreiten überall eine sehr gute Stimmung und machen einen super Job. Sie sind neben den Athleten die Gesichter der Spiele und zeigen, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft Inklusion unterstützt.“ Besonders freue ihn, dass die Ehrenamtlichen von sich aus aktiv seien und immer schauten, wo gerade Hilfe gebraucht werde. Mehr als 5.000 Bewerbungen seien eingegangen, die leider nicht alle berücksichtigt werden konnten, so Velten. „Sie werden nach den Spielen von der puren Freude am Sport in der Gemeinschaft berichten. Sie haben erlebt, wie Räume geschaffen werden, wo Behinderungen ganz normal sind. Sie werden zu Botschaftern der Inklusion“, ist sich Felix Velten sicher. Swati und Robin gehörten auf alle Fälle dazu.





