Rund 280 Besucherinnen und Besucher kamen am Donnerstagabend zum Festkonzert „In My Father’s House“ in die Wendelinus-Basilika. Der Andrang war so groß, dass zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten – erstmals seit 2011 war dies bei einem Konzert wieder nötig geworden. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wendelinus-Wallfahrtswoche statt und wurde zu einem der bestbesuchten Konzertabende der vergangenen Jahre.
Den Auftakt gestaltete der Chor der Wendelinus-Basilika auf ungewöhnliche Weise: Von der Orgelempore aus eröffneten die Sängerinnen und Sänger mit „He Is Risen“ und „Ave Maria“ des englischen Komponisten Philip W. J. Stopford. Danach wechselten sie auf ein eigens errichtetes, erhöhtes Podest vor dem Altar, wo das rund 20-köpfige Kammerorchester „Resonanz“ aus St. Ingbert unter Konzertmeisterin Marta Hemkemeyer bereits wartete. Eine goldene Konzertharfe setzte dabei sowohl klanglich als auch optisch einen besonderen Akzent.
Im Zentrum des Abends stand Stopfords groß angelegte Missa Deus Nobiscum – „Gott mit uns“. Das Werk entfaltete mit kraftvollen Chorsätzen und berührend innigen Momenten eine besondere Wirkung im weiten Kirchenraum. Chor, Orchester und die Sopranistinnen Susanne Eisenhuth, Hannah Eisenhuth und Anna Peiffer gestalteten gemeinsam das vielschichtige Programm. Martina Haßdenteufel setzte an der Orgel mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und John Rutter weitere Akzente. Gerade die leisen Passagen hinterließen tiefen Eindruck: Bei zarten Tönen und unbegleiteten Chorstimmen herrschte eine Stille, in der man sprichwörtlich eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Dass ein Konzert mitten im Oktober mit der österlichen Botschaft „Er ist auferstanden“ begann, griff Pastor und Präses Klaus Leist bereits in seiner Begrüßung auf. Die Hoffnung auf Auferstehung kenne keinen festen Termin im Kirchenjahr, sondern begleite die Menschen an jedem Tag. Musik könne dabei scheinbare Gegensätze verbinden und eine Wirklichkeit erahnen lassen, die über den Alltag hinausreiche.
Die Gesamtleitung des Abends lag bei Stefan Klemm. „Es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn sich die intensive Arbeit vieler Wochen in einem solchen Abend erfüllt. Besonders berührt hat mich, mit welcher Aufmerksamkeit die Menschen unserer Musik gefolgt sind. Diese Resonanz ist für den gesamten Chor ein unglaublicher Ansporn“, beschrieb der Chorleiter und Dirigent seine Eindrücke.
Nach den letzten Tönen folgte auf die gespannte Stille minutenlanger, herzlicher Applaus. Das Publikum erhob sich zu stehenden Ovationen. Mit einer Zugabe des „Gloria“ bedankten sich die Mitwirkenden. Blumen und Präsente für die Hauptakteure und Solistinnen rundeten den Abend ab.
Unter den Gästen fanden sich Menschen unterschiedlicher Generationen, darunter auch jüngere Besucher. „Dass wir mit unserer Musik so viele Menschen erreichen konnten, macht uns stolz und vor allem dankbar. Wir wünschen uns, dass solche Konzerte auch künftig Menschen aller Generationen zusammenbringen und zeigen, wie lebendig und ansprechend Kirche heute sein kann. Dieser Abend macht Lust auf mehr“, sagte Markus Tröster, Vorsitzender des Chores. Sein besonderer Dank galt den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, den Musikerinnen und Musikern sowie allen Helfern, Förderern und Unterstützern, ohne deren Engagement ein Konzert dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre.
Noch lange nach dem letzten Ton blieben Menschen in der Basilika, tauschten Eindrücke aus und kamen miteinander ins Gespräch. Niemand schien es eilig zu haben, diesen Ort zu verlassen.




