Ausgezeichnet: Staatssekretär verleiht Pflegemedaille

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Die Landesregierung würdigt besondere Verdienste um pflegebedürftige Menschen im Saarland: Sozialstaatssekretär Stephan Kolling zeichnete in St. Wendel sechs Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises mit der Pflegemedaille des Saarlandes aus.

„Pflegende Angehörige leisten den Hauptteil der Pflege in Familien und erfüllen anspruchsvolle und wichtige Aufgaben, deren Stellenwert in Anbetracht der demografischen Entwicklung weiter wachsen wird“, erklärt Stephan Kolling, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Mit der „Pflegemedaille des Saarlandes“ würdigt die Landesregierung das ehrenamtlich geleistete Pflegeengagement. Am 14. Januar haben sechs Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis St. Wendel die Pflegemedaille als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit in der Pflege und Betreuung erhalten.

Hans Michael Frees aus Nonnweiler wurde für die jahrzehntelange Pflege seiner querschnittsgelähmten Frau ausgezeichnet. Bereits vor 50 Jahren erkrankte diese an einer Hirnhautentzündung, deren Behandlung sich als schwierig gestaltete. Seitdem ist die Ehefrau rund um die Uhr auf die Hilfe ihres 80-jährigen Mannes angewiesen ist.

Ebenfalls erhielt Hans Gard aus Marpingen die Pflegemedaille des Saarlandes. Seit es 2006 während einer Operation bei seiner Frau Erna zu Komplikationen gekommen ist, benötigt diese die ständige Hilfe ihres 76-jährigen Mannes. Zusammen meistern die beiden die alltäglichen Herausforderungen, die sich ihnen stellen.

Für die Pflege ihres Adoptivsohnes Tobias hat Helga Jung, 65, aus Tholey die Auszeichnung erhalten. Neben dem Down-Syndrom kam ihr Sohn mit einem schweren Herzfehler zur Welt und musste mehrfach operiert werden. Jung nahm Tobias als Pflegekind auf, als dieser gerade ein Jahr alt war. Seit dieser Zeit begleitet und betreut sie ihren Sohn fürsorglich.

Eine weitere Auszeichnungsträgerin ist Ursula Kley aus Freisen-Eitzweiler. Seit 1998 pflegt die 77-jährige ihre Tochter Manuela. In dem Jahr hatte die Tochter ihr Bein verloren und meistert ihr Leben nun mit einer Beinprothese und der Hilfe ihrer Mutter, obgleich Ursula Kley selbst unter Herzproblemen leidet.

Auch die Eltern Christel und Jürgen Schmädeke, 69 und 70 Jahre alt, erhielten die Auszeichnung der Landesregierung. Seit 1968 betreuen beide gemeinsam ihren geistig behinderten Sohn Jörg. Dieser ist an den Rollstuhl gebunden und benötigt die stete Hilfe seiner Eltern. Darüber hinaus besucht Jörg Schmädeke die Tagesförderstätte in St. Wendel.

Friedrich Schweitzer wurde ebenfalls mit der Pflegemedaille bedacht. Seit mehr als 10 Jahren pflegt der 86-jährige seine Ehefrau Hannelore, die an Chorea Huntington erkrankt ist. Die psychischen Veränderungen, die der Patient erlebt, sind auch für die Angehörigen belastend. Trotzdem sorgt sich Schweitzer mit Hilfe des Pflegestützpunktes um seine Frau und bemüht sich um die bestmögliche Versorgung im häuslichen Umfeld.

„Wir denken selten daran, was passiert, wenn wir selbst oder ein Familienmitglied pflegebedürftig werden. Meine Hochachtung gilt denjenigen, die sich dieser Aufgabe stellen und ihre Angehörigen im gewohnten Umfeld pflegen“, kommentiert Landrat Udo Recktenwald.

„Alle Vorgeschlagenen haben sich nicht nur um ihre Angehörigen verdient gemacht, alle haben ein wichtiges Signal gesetzt, indem sie familiäre Pflege sicherstellen und pflegebedürftigen Menschen den bevorzugten Verbleib in der vertrauten Umgebung ermöglichen. Pflege und Betreuung sind nicht zuletzt eine Herzenssache“, betonte Staatssekretär Stephan Kolling. „Pflege zuhause ist ohne die Bereitschaft und den Einsatz pflegender Angehörigen nicht möglich. Ehrenamtliche Pflegepersonen ergänzen die Arbeit der professionellen Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten und ermöglichen vor allem den Verbleib pflegebedürftiger Menschen in ihrer vertrauten, häuslichen Umgebung, wodurch ein Wechsel in ein Heim verzögert bzw. vermieden werden kann.“

 

Hintergrund Pflegemedaille:

Rund 20.000 pflegebedürftige Menschen werden im Saarland zu Hause betreut. Diese verantwortungsvolle Aufgabe, die Angehörige mit viel Liebe und Fürsorge oftmals rund um die Uhr ausüben, verdient gesamtgesellschaftliche Anerkennung ebenso wie Unterstützung beispielsweise dadurch, dass pflegende Angehörige ihre Arbeitszeiten auf die Erfordernisse der Pflege abstimmen können. Hierzu bietet das Gesetz zur Familienpflegezeit die Grundlage. Genauso wichtig ist allerdings, dass in der Berufswelt die in Familien geleistete Pflege von Angehörigen in gleicher Weise anerkannt wird wie die Erziehung von Kindern.

Um das Augenmerk noch stärker auf den Einsatz pflegender Angehöriger zu lenken, zeichnet die Landesregierung herausragendes, ehrenamtliches Engagement mit der Pflegemedaille aus. Es werden Personen ausgezeichnet, die ihren Wohnsitz im Saarland haben und die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen im häuslichen Bereich unentgeltlich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gepflegt und betreut haben.

Vorschlagsberechtigt sind Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, (Ober-)Bürgermeister und Ortsvorsteher, die privaten Verbände der Alten- und Behindertenhilfe, der Landesseniorenbeirat, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen, die Gemeinden und Kreise und jede natürliche Person. Die Ausschreibung erfolgte im Zeitraum von März bis September 2015.

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