Arbeitsmarkt im Juni

Arbeitslosenzahl im Landkreis St. Wendel weiter gesunken

Mit der zunehmenden Entspannung des Pandemiegeschehens gab es im Juni auch auf dem saarländischen Arbeitsmarkt eine deutliche Erholung. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Monate setzten sich fort, die Zahl der arbeitslosen Menschen hat sich im aktuellen Monat weiter reduziert. Insgesamt waren im Juni 36.342 Personen arbeitslos gemeldet, 571 weniger als im Mai. Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen lag deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 4.014 bzw. 9,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging im Juni um 0,1 Prozentpunkte zurück und lag bei 6,9 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie noch 7,6 Prozent betragen.

Besonders bemerkenswert, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, Madeleine Seidel, sei der statistische Vergleich zum Vorjahr: „Während der regionale Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr voll von den Folgen des ersten Lockdowns getroffen wurde und für die Jahreszeit untypisch der Stellenmarkt einbrach und gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen stark anstieg, zeigen sich aktuell deutliche Zeichen einer Erholung. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in der Region gehen zurück und das Angebot an gemeldeten offenen Stellen wächst weiter an.“ Natürlich sei diese Entwicklung positiv zu bewerten und erfreulich. Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Niveau von vor der Corona-Krise noch nicht wieder erreicht sei.

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich

Landkreis St. Wendel: 3,7 Prozent
Landkreis Merzig-Wadern: 4,6 Prozent
Saarpfalz-Kreis: 4,9 Prozent
Landkreis Saarlouis: 5,8 Prozent
Landkreis Neunkirchen: 7,4 Prozent
Regionalverband Saarbrücken: 9,7 Prozent

Entwicklung im Landkreis St. Wendel

Im Juni waren im Landkreis St. Wendel 1.746 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 36 weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 222 Arbeitslose weniger gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,7 Prozent genauso hoch wie im Vormonat und 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. So hat sich die Zahl derjenigen, die im aktuellen Monat ihren Job verloren haben, gegenüber dem Vorjahr signifikant verringert. Im Juni meldeten sich 124 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos 75 weniger als im Vorjahresmonat. Andererseits konnten jedoch weniger Menschen wieder eine neue Beschäftigung finden und ihre Arbeitslosigkeit dadurch beenden als im Vorjahresmonat. Im Juni haben 138 Personen eine neue Arbeitsstelle angetreten. Das waren 13 weniger als im Juni 2020.

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit bei allen betrachteten Personengruppen gesunken. Besonders deutlich ist die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren zurückgegangen. Auch im Vorjahresvergleich konnte dieser Personenkreis am stärksten profitieren. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im aktuellen Monat bei 67. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um rund 13 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um fast die Hälfte verringert. 738 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent reduziert. Im Juni waren 945 Männer und 801 Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von 5,1 Prozent bei den Frauen. Die Männer konnten deutlich stärker profitieren – bei ihnen betrug der Rückgang 15,9 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juni 594. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um fast die Hälfte.

Blick auf die Rechtskreise

Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung, die in der Zuständigkeit der Agentur für Arbeit Saarland liegt, wie auch in der Grundsicherung, für die das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verantwortlich ist, hat sich reduziert. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Juni 895 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 21 weniger als im Mai und 155 weniger als vor einem Jahr (minus 14,8 Prozent). In der Grundsicherung waren 851 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 15 weniger als im Vormonat und 67 weniger als im Juni 2020 (minus 7,3 Prozent).

Stellenmarkt

Die positiven Signale am Arbeitsmarkt wurden auch mit einem Blick auf das breite Stellenangebot deutlich. Alleine im vergangenen Monat meldeten die Unternehmen im Landkreis St. Wendel 172 neue Stellenangebote. Das waren 26 mehr als im Vorjahresmonat. Zuwachs an offenen Stellen gab es in der Zeitarbeit und im Gesundheits- und Sozialwesen. Aber auch in vielen anderen Branchen zog die Nachfrage nach neuem Personal an, insbesondere im Gastgewerbe, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Bereich Erziehung und Unterricht und im Öffentlichen Dienst. Seit Jahresbeginn wurden 914 offene Stellen gemeldet, fast ein Drittel mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Stellenbestand hat ebenfalls deutlich zulegt. Im Bestand befinden sich aktuell 722 offene Stellen, 166 mehr als im Vorjahresmonat.

Kurzarbeit

Beim Umfang der Kurzarbeit zeigen sich rückläufige Entwicklungen. So haben sich die Anzeigen seit Jahresbeginn kontinuierlich reduziert. Im Landkreis St. Wendel haben im Juni vier Unternehmen für 13 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt. Die angezeigte Kurzarbeit stellt allerdings lediglich eine Bedarfsmeldung der Betriebe dar. Wie viele Unternehmen und Beschäftigte sich tatsächlich in Kurzarbeit befinden, kann erst nach einer Wartezeit gesichert ausgewertet werden. Für den Monat Dezember 2020 liegen nun die endgültigen statistischen Daten vor. So waren in diesem Monat 314 Unternehmen und 1.672 Menschen in Kurzarbeit. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen zur Inanspruchnahme der Kurzarbeit auf Basis vorläufiger Daten vorgenommen. Laut Hochrechnung haben im Januar 2021 372 Unternehmen für 2.184 Beschäftigte Kurzarbeit
umgesetzt.

Ausbildungsmarkt

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober vergangenen Jahres 531 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 42 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (plus 8,6 Prozent). Gleichzeitig haben 432 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen, 27 weniger als im Vorjahr (minus 5,9 Prozent). Derzeit kommen auf 205 Bewerberinnen und Bewerber, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, 316 unbesetzte Ausbildungsstellen. Es gibt noch viele Möglichkeiten, eine attraktive Lehrstelle zu finden. Die meisten offenen Ausbildungsstellen gibt es derzeit noch in den Berufen Kfz-Mechatroniker/in PKW-Technik, Feinwerkmechaniker/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizung-/Klimatechnik, Verkäufer/in, Bankkaufmann/-frau, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Elektroniker/in Energie-/Gebäudetechnik, Medizinische/r Fachangestellte/r, und Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk Fleischerei.

Wer die Schule in diesem Jahr verlassen wird und noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen hat
oder noch keine Entscheidung getroffen hat, wie es danach weitergehen soll, kann umgehend Kontakt
zur Berufsberatung aufnehmen. Auch für Themen wie Besuch einer weiterführenden Schule oder Studienwahl stehen die Berufsberaterinnen und –Berater sehr gerne zur Verfügung. Sie beraten in Corona-Zeiten auch telefonisch oder per Videoberatung. Ab Mitte Juli besteht auch wieder die Möglichkeit, persönliche Beratungsgespräche wahrzunehmen.

Kontakt zur Berufsberatung

Für Beratungswünsche vergibt die Berufsberatung auch kurzfristig Termine. Ein Terminwunsch kann per E-Mail unter saarland.berufsberatung@arbeitsagentur.de oder über die gebührenfreie Servicerufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. Unternehmen, die freie Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, können sich unter der gebührenfreien Servicerufnummer 0800 4 5555 20 an den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters wenden.

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