Hasborn erinnert mit Lesungen und Musik an seinen großen Dichter

Dichter Johannes Kühn (Foto: Felix Becker)

Zwei Jahre nach dem Tod des saarländischen Lyrikers Johannes Kühn veranstaltet seine Heimatgemeinde Hasborn erstmals einen Gedenktag zu seinen Ehren. Am 3. Oktober laden mehrere Programmpunkte dazu ein, Leben und Werk des 2022 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Dichters aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die vor einem Jahr ins Leben gerufene Johannes-Kühn-Gesellschaft, die mittlerweile von zwölf auf über 60 Mitglieder angewachsen ist, organisiert die Veranstaltungsreihe. „Wir wollen künftig jedes Jahr am 3. Oktober an diesen großen Lyriker erinnern, der ebenso wie Ludwig Harig dem Saarland einen Platz auf der Landkarte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur verschafft hat“, betont der Vereinsvorsitzende Armin Sinnwell.

Der Gedenktag startet um 11 Uhr im Gasthaus Huth in Hasborn, wo der Dichter zahlreiche seiner Werke verfasste und sich regelmäßig mit seinem Freund Benno Rech und dessen Ehefrau Irmgard austauschte. Nach der Mitgliederversammlung der Gesellschaft und einem gemeinsamen Mittagessen verlagert sich das Geschehen am Nachmittag in den Vereinsraum des ehemaligen Schwesternhauses in Hasborn-Dautweiler.

Ab 15 Uhr berichten dort Weggefährten von ihren persönlichen Begegnungen mit dem Lyriker. Dr. Martin Rech, Sohn von Irmgard und Benno Rech, kannte Kühn seit seiner Kindheit und gehört heute dem Vereinsvorstand an. Der Alsweiler Musiker Wolfgang Trost erhielt vom Dichter in dessen letzten Lebensjahren eine Reihe bislang unveröffentlichter Gedichte. Der Journalist Klaus Brill moderiert die Gespräche.

Um 17 Uhr präsentiert der französische Literaturwissenschaftler und Übersetzer Joel Vincent aus der Champagne seine jüngste Übertragung von Kühns Gedichten ins Französische. Der Band „Moi qui ne possède rien, célébrant le papillon“ entspricht der 2018 erschienenen deutschen Ausgabe „Besitzlos, den Schmetterling feiernd“. Vincent, der auch Werke von Durs Grünbein und Robert Gernhardt übersetzt hat, diskutiert mit Verleger Armin Sinnwell über die Herausforderungen literarischen Übersetzens.

Den musikalischen Höhepunkt bildet ab 18:30 Uhr eine Soirée unter dem Titel „Mit Sehnsüchten leb ich“. Die französische Mezzosopranistin Daphné Macary, die türkische Pianistin Günes Oba und Armin Sinnwell präsentieren teilweise unveröffentlichte Gedichte Kühns, Schumann-Stücke, Schubert-Lieder sowie Vertonungen von Joachim Balzer, darunter eine Uraufführung. Das Programm umfasst auch zwei Improvisationen der Musikerinnen. Ein gemeinsames „Mahl der Freundschaft“ im Gasthaus Huth beschließt den Tag.

Weitere Veranstaltungen folgen im Oktober: Der renommierte Verleger Michael Krüger, der sowohl mit Johannes Kühn als auch mit Ludwig Harig befreundet war und ihre Werke publizierte, stellt am 12. Oktober in der Kulturhalle Hasborn und am 13. Oktober in Saarbrücken seine Lebenserinnerungen vor. Am 16. Oktober liest die Berliner Autorin Katrin Askan in der Volkshochschule Saarbrücken aus ihrem Roman „Dichter – Roman einer Freundschaft“ über die Zusammenarbeit zwischen Kühn und dem Ehepaar Rech.

Die Johannes-Kühn-Gesellschaft will mit diesen Veranstaltungen das Schaffen des Dichters „im Bewusstsein der heutigen, vor allem der jüngeren Generationen lebendig erhalten“, wie Sinnwell erklärt. Der Gedenktag soll zeigen, wie Kühns Werke in Übersetzungen und Vertonungen weiterleben.

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