Eine Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen – das ist das Ergebnis des 26. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Oberesch wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Damit hat sich der Ort automatisch für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Silbermedaillen gehen an Bliesmengen-Bolchen und Remmesweiler. Mit Bronze wurden Scheiden, Hoof und Wittersheim bedacht.
Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein Sonderpreis „Miteinander Leben im Dorf“ ausgelobt. Dieser Sonderpreis des Ministers ging an Überroth-Niederhofen.
„Ich freue mich mit den Bürgerinnen und Bürgern von Oberesch und gratuliere herzlich zu diesem Sieg“, so der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, der die Entscheidung der Jury am Freitagabend verkündete. „Die Jury-Mitglieder hatten wie immer eine schwierige Aufgabe zu erfüllen. Denn schließlich haben alle sechs Teilnehmer die Vorzüge ihrer Dörfer bereits in Vorentscheiden überzeugend präsentiert“, so Jost.
Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sei zu einem wichtigen Motor der ländlichen Entwicklung geworden. Er belohne das Engagement der Dorfgemeinschaft und habe Erfolg damit. „Die Menschen in den Dörfern nehmen es selbst in die Hand, ihr Umfeld zu gestalten und das Leben ihrer Heimatregion weiterzuentwickeln, auch in der Verantwortung für kommende Generationen. So gesehen ist jedes teilnehmende Dorf auch ein Gewinner“, unterstrich Jost.
Der Wettbewerb zeige sehr schöne Beispiele dafür, was motivierte Bürgerinnen und Bürger bewegen können.
So hat die Dorfgemeinschaft von Oberesch unter anderem mit einem starken Wir-Gefühl überzeugt. „Das Dorf war bei unserem Besuch gefühlt zu 100 % auf den Beinen – von der 90jährigen Oma bis zu ihrer aus Kalifornien angereisten Enkelin“, berichtete ein Jury-Mitglied. „Ein kleines Dorf am Rande des Saarlandes mit sehr viel Potenzial“, so fasste Jury-Sprecher Thomas Groß die Bewertung zusammen.
Mit dem Sonderpreis „Miteinander Leben im Dorf“ wird ein Dorf ausgezeichnet, das sich durch ein modellhaftes Projekt aus dem Bereich der sozialen Dorfentwicklung hervor getan hat. Gesucht werden innovative Ansätze zur zukunftsfähigen Gestaltung des Vereins- und Gemeinschaftslebens, des alltäglichen Miteinanders von Jung und Alt sowie für die Integration von Neubürgern im Dorf. Aus den vorgeschalteten Kreiswettbewerben wurden vier Dörfer für den Landesentscheid gemeldet: Bietzen, Biringen, Höchen und Überroth-Niederhofen.
Hintergrund:
Jedes Dorf ist etwas Besonderes und hat dadurch sein ganz eigenes Dorfleben. Die Jury legt deshalb besonderes Augenmerk auf die individuellen Ausgangsbedingungen in den Dörfern und die auf dieser Basis erarbeiteten Entwicklungsstrategien. Sie bewertet nicht nur das äußere Erscheinungsbild, die Grüngestaltung und die Pflege und Entwicklung der Bausubstanz eines Ortes, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung sowie die sozialen und kulturellen Aktivitäten im Dorf. Dabei kommt es vor allem auf eine von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes getragene praktische Umsetzung der Ideen an.
Sechs Dörfer hatten sich im vergangenen Jahr für den vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz durchgeführten Landeswettbewerb 2018 qualifiziert. Um den Landessieger zu ermitteln, bereisten die Mitglieder der Landesbewertungskommission am 31. August und 7. September die Dörfer Scheiden, Oberesch, Hoof, Remmesweiler, Wittersheim und Bliesmengen-Bolchen und bewerteten deren Entwicklung vor Ort.