Was feiern wir eigentlich?

Worum geht es an Allerheiligen?

Pfarrer Klaus Leist erklärt uns, worum es an Allerheiligen geht.

Heute ist Allerheiligen. Die meisten von uns haben an diesem Feiertag frei, doch wie viele wissen noch, worum es heute geht? Ist Allerheiligen ein „Feiertag“ oder ein „Trauertag“? Wem gedenken wir? Den Heiligen? Wer gilt in diesem Sinne als heilig, die Heiliggesprochenen? Diese und weitere Fragen beantwortet uns der St. Wendeler Pfarrer Klaus Leist:

Worum geht es an Allerheiligen?

❌Heute ist Allerheiligen❌ ➡️ Wisst ihr eigentlich, worum es bei diesem Fest geht? Der St. Wendeler Pfarrer Klaus Leist hat es uns erklärt. 🎥⬇️ Wir wünschen euch allen einen schönen Feiertag.

Gepostet von wndn.de – St. Wendeler Land Nachrichten am Montag, 1. November 2021

Worum geht es an Allerheiligen?

„Allerheiligen ist im Laufe des kirchlichen Jahreskreises ein besonderes Fest, das gerade in der dunklen Jahreszeit gefeiert wird, weil es ein frohes Fest ist, ein Fest der Hoffnung und der Zukunft ist.

Wir kennen dieses Fest bereits schon seit dem 6. bzw. 7. Jahrhundert aus der iro-schottischen Tradition, wo dieser Tag Allerheiligen bereits schon gefeiert wurde – im 9. Jahrhundert wurde dieser Feiertag dann für die ganze römisch-katholische Kirche eingeführt.“

Warum heißt das Fest Allerheiligen?

„Das Fest heißt, wenn man den Namen Allerheiligen auseinanderlegt, um alle Heiligen, um heilige Frauen und Männer.

Es geht an diesem Tag um die Heiligen, also um Menschen, deren leben heilig, heil, gesund gewesen ist. Es geht um Menschen, denen die Kirche bescheinigt hat, dass sie ein vorbildliches Leben vor Gott und für die Menschen geführt haben.

Heilige sind Menschen gewesen, die ihr Leben auf das Fundament des Evangeliums, der Frohen Botschaft, gestellt haben.

Heilige sind Menschen, die die Botschaft Gottes, die Botschaft der Liebe, der Nächstenliebe, der Hilfsbereitschaft, der Freundlichkeit, der Gemeinschaft in ihrem Leben verwirklicht haben. Heilige sind Menschen, die Not gelindert und Menschen zu einem besseren Leben verholfen waren.

Ich möchte aber auch betonen, dass es auch Heilige gibt, die nicht im Kalender der Kirche stehen, die nicht offiziell heiliggesprochen sind.

Heilige sind auch jene Menschen, die heute noch mitten unter uns leben. Es sind solche Menschen, die in besonderen Notsituationen Menschen an der Seite stehen, die nicht nur auf ihre eigenen Interessen und ihren Eigengewinn schauen, sondern auf ihre Mitmenschen, wie sie ihnen Lebenslasten abnehmen und ihnen zu einem heilen, guten, gesunden und frohen Leben verhelfen. Es sind solche Menschen, die auch ihr Leben für andere einsetzen!

Allen diesen Menschen gedenken wir am Montag, wenn wir das Fest Allerheiligen feiern.“

Was passiert in St. Wendel an diesem Tag?

„Auch wir katholische Christen feiern am Montag, 1. November, das Fest Allerheiligen. Wir tun dies in den Gottesdiensten, die wir besonders festlich und feierlich gestalten und legen den Menschen in unseren Predigten diesen Tag aus und ermutigen sie dazu, sich an den Leben so vieler unzähliger Heiliger, die alle auch Menschen mit Fehlern und Sünden gewesen sind, ein Beispiel zu nehmen und sie in ihrer Gottes- und Nächstenliebe nachzuahmen.

Am Nachmittag gehen wir dann in der Vorbereitung auf Allerseelen auf die Friedhöfe unserer Stadt und in Dörfern, um die Gräber zu segnen und für die Verstorbenen, die wir im Himmel bei Gott glauben, zu beten.“

Worum geht es bei Allerseelen?

„Allerseelen ist der Tag, der der Erinnerung und dem Gedenken aller Seelen, also unseren Verstorbenen, gebührt. Wir rufen sie in unsere Erinnerung, denken an sie, was sie für uns bedeutet haben, wie wir mit ihnen gelebt haben, was wir ihnen zu verdanken haben und empfehlen sie der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes.

Allerseelen bildet -bildlich gesprochen- die Brücke zwischen unseren Verstorbenen im Himmel und uns heute hier in der Welt. Es ist eine liebende Verbundenheit, weil wir uns einander zugehörig fühlen.

Wir sollen und dürfen unsere Verstorbenen nicht vergessen, weil sie ein Teil unseres Lebens gewesen sind und wir für sie ein Teil ihres Lebens gewesen sind.

Ich identifiziere auch die Verstorbenen, mit denen ich mich verbunden fühle, als Engel, die auf mich vom Himmel aus aufpassen. Es sind Engel, die ich hier auf der Welt brauchte und die dies nun weiter im Himmel für mich tun.

Also äußeres Zeichen richten wir ihre Gräber her, schmücken sie mit Pflanzen und grünen Zweigen, die das Leben symbolisieren, und entzünden Kerzen darauf an.

Wenn man dann am Abend bei Dunkelheit auf den Friedhof geht oder über den Friedhof spaziert, ist dies ein wunderbares und ergreifendes Zeichen, das unsere Verstorbenen nicht vergessen sind und das Licht auf die Ewigkeit verweist.“

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