„Wir Kinder aus der Gegenwart lernen aus der Vergangenheit für die Zukunft“

Am 14. März 2016 entschied die KuLanI gemeinsam mit den Bürgermeistern des Landkreises, eine Geschichtserzählung der Großgemeinden zu starten. In einem Flyer sollten die letzten 500 Jahre der Orte aufgearbeitet werden. Als Vorbild diente dazu die Erzählung Europa 5×500. Durch die Einteilung in 500 Jahres Schritten konnte ein klar strukturierter und verständlicher Überblick über die 2500-jährige Geschichte des St. Wendeler Landes und ihre Einbindung in die europäische Geschichte gegeben werden. Nach dem gleichen Prinzip sind danach auch die Lokalen Erzählungen 5×100 der Gemeinden entstanden. 

In einem kleinen Flyer verpackt, wird die Geschichte, die die Gemeinden betrifft, leicht nachvollziehbar und merkbar erzählt.

„Für echte Historiker ist die Methode zwar nichts, aber es will ja auch nicht jeder seine Nase in eine Geschichtsbuch stecken“, bemerkt Landrat Udo Recktenwald. Werner Feldkamp von der KuLanI war es daher wichtig, „einen Zugang zu schaffen, für die, die sich eigentlich nicht für Geschichte interessieren.“ Außerdem sollte die Informationsflut, die das Internet bietet, sinnvoll strukturiert werden. 

Für die Gemeinden entschieden sich die Verantwortlichen für eine Erzählung der letzten 500 Jahre, da diese für das heutige Bestehen der Gemeinden am interessantesten waren. Auch sind Gebäude die in dieser Zeit errichtet wurden, noch heute zu entdecken. 

„Nur wer die Geschichte seiner Heimat kennt, möchte sich vielleicht auch für diese Heimat einsetzen. Deshalb ist es wichtig einen Teil zur Erinnerungskultur beizutragen“ erklärt Udo Recktenwald. 

Gestern Abend wurde in Namborn die Lokale Erzählung 5×100 der Gemeinde Namborn vorgestellt. In einem interessanten Vortrag berichtete Werner Feldkamp zunächst wie es zu den Erzählungen kam. Diese wurden dann von Claudia Schmitt vorgestellt.

Als roter Faden wird in Namborn die Geschichte der Liebenburg in jedem Jahrhundert erzählt. In den anderen Gemeinden gibt es diesen roten Faden auch. In dem Flyer findet sich außerdem ein Zeitstrahl auf dem sowohl überregionale Ereignisse eingetragen sind, als auch Ereignisse, die spezifisch in der Gemeinde stattfanden. 

Wer in der Gemeinde Namborn unterwegs ist findet zum Beispiel häufig Grenzsteine aus unterschiedlichen Zeiten, dies kommt daher, das die Gemeinde oder Teile der Gemeinde sehr häufig zu verschiedenen Gebieten gehörte. Die Zuhörer waren jedoch besonders begeistert, als über die „Namborner Krawalle“ berichtet wurde. Zu den Krawallen kam es, weil Pfarrer Isbert trotz Verbot Messen hielt, worauf hin er ins Gefängnis musste. Auf dem Weg zum Bahnhof nach St. Wendel begleiteten ihn viele Namborner Bürger, die in St. Wendel Tumulte auslösten, welche nur noch durch Militäreinsatz wieder aufgelöst werden konnten. 

Bürgermeister Hilpüsch scherzte darauf hin, dass Udo Recktenwald aufpassen sollte, denn „wenn den Nambornern etwas nicht passt, wissen sie sich zu wehren“ 

Damit diese Erzählungen auch überall ankommen, werden die Flyer nun in der Gemeinde Namborn verteilt. 

Auch in den anderen Gemeinden wird in den kommenden Monaten eine Vorstellung der lokalen Erzählungen 5×100 stattfinden. 

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