Wie bezahlen wir in Zukunft? Eine Welt der tausend Möglichkeiten

Photo by Joe Ross (Author), CC BY-SA 2.0 (Licence)

Die Zukunft liegt direkt vor der Tür, nur einen Schritt weiter, und wir haben sie bereits erreicht. Einige Entwicklungen erweisen sich als recht gut vorhersehbar, denn der Trend weist bereits in eine feste Richtung. Auf dem Gebiet der finanziellen Transaktionen herrscht aktuell deutliche Aufbruchstimmung, das Bargeld verliert in vielen Ländern an Bedeutung, und es ergeben sich zahlreiche neue Zahlungsmöglichkeiten.

Folgen wir dem Entwicklungsstrang, der sich heute schon deutlich abzeichnet, so wird es in Zukunft eine Vielzahl von Bezahlungsvarianten geben, die allerorts akzeptiert sind. Kunden können sich aussuchen, was ihnen in der jeweiligen Situation am besten passt, ohne dabei besonderen Einschränkungen zu unterliegen. Verkäufer müssen sich anpassen und eine große Palette von Optionen anbieten, um weiterhin »up to date« und damit im Fokus ihrer Zielklientel zu bleiben.

Mobile Payments

Das Smartphone ist heute schon in vielen Ländern zu einem wichtigen Zahlungsmittel mutiert: In Japan und die USA sind die Handynutzer längst daran gewöhnt, mit einer passenden App und der NFC-Technologie ganz schnell berührungsfrei zu zahlen. Die sogenannte Nahfeldkommunikation wird vor allem im Bereich des Micropayments genutzt, so wandern kleine Beiträge ohne umständliches Eingeben von PIN-Nummern von einer Kasse in die andere. Forciert wurde diese Technik in den frühen Jahren vor allem von den Weltkonzernen Sony, Nokia und Philips, die im Jahr 2004 gemeinsam ein NFC-Forum gründeten.

Kryptotechnologien auf dem Vormarsch

Eine weitere wichtige Technologie drängt sich aktuell förmlich in den Vordergrund: Die Kryptowährungen nehmen langsam aber beständig immer mehr Raum ein, in vielen Städten und an einer steigenden Anzahl von Flughäfen sprießen die Bitcoin-Automaten für einen schnellen Umtausch wie Pilze aus dem Boden.

Das digitale Geld wird bereits höchst aktiv genutzt: Ripple verwendet beispielsweise den XRP Token, um finanzielle Transfers in Echtzeit abzuwickeln und macht so den Umtausch von einer Währung in die andere überflüssig. CoinPoker, ein innovativer Online Poker Raum, nutzt die CHP Währung, um das Spiel auf seiner Plattform anzukurbeln. Und das Ethereum-System hat den Ether hervorgebracht, ein virtuelles Geldstück, das dem Bitcoin bezüglich seiner Popularität beinahe das Wasser reichen kann. An dieser Stelle wird klar: Sogar die einzelnen Zahlungsmethoden gliedern sich noch kleinteilig auf, Eintönigkeit scheint somit ausgeschlossen.

Photo by mohamed_hassan (Author), CCO Creative Commons (Licence)

Unternehmen mischen mit

Auch der Global Player Amazon macht sich aktuell intensive Giganten darüber, wie in Zukunft der Bezahlvorgang in der analogen Welt ablaufen soll. Das Unternehmen nimmt die Warteschlangen an den Supermarktkassen aufs Korn und plant, diese vollständig abzubauen. So wird der Einkauf zu einem flotten Durchhuschen zwischen Arbeit und Feierabend: In den Zukunfts-Stores von Amazon registriert die Smartphone-App des Kunden ganz automatisch, welche Produkte im Einkaufswagen landen.

Der Kunde marschiert nach dem Einladen seiner Sachen einfach aus dem Geschäft, am Ausgang wird der Kauf selbstständig abgeschlossen. In Seattle eröffnete dieses Jahr das erste »Amazon Go«, nachdem erst einmal einige technische Probleme beseitigt werden mussten. Die dortigen Kunden müssen nicht einmal mehr ihr Handy aus der Tasche holen, um am automatischen Bezahlprozess teilzunehmen.

Der bekannte Global Player Apple schlägt ähnliche Wege ein: Sein Zahlungssystem Apple Pay funktioniert auf hauseigenen Geräten, sowohl auf dem einschlägigen Smartphone als auch auf der Apple Watch. Die offizielle Markteinführung in den USA erfolgte 2014, ab dem darauffolgenden Jahr schwappte die Welle hinüber nach Großbritannien und anschließend in mehrere andere europäische Länder. 2018 soll endlich auch der Start von Apple Pay in Deutschland erfolgen, dann dürfen auch wir diese Technologie in unseren Alltag integrieren. Google war mit seinem Bezahldienst Google Pay etwas schneller hier, nämlich im Juni 2018, während die Sparkassen ihren Service »Mobiles Bezahlen« seit Juli anbieten.

Digitale Revolution

Eines ist klar: Dem Bargeld geht es allmählich an den Kragen, ob der Einzelne das nun gut oder schlecht findet. Auch die Plastikkarten, die sich heute noch in beinahe jeder Brieftasche zu Hause fühlen, werden die digitale Revolution vermutlich nicht überleben – oder vielleicht noch einige Zeit in stark reduzierter Form überdauern. Heute sind sie allerdings noch total »in«, weil die Goldchips als sicher gelten und sich auch für die Funkübertragung verwenden lassen. Der PIN-Code ist nur noch dann nötig, wenn eine größere Geldsumme den Besitzer wechselt, ansonsten gilt das berührungsfreie Bezahlen als Non plus ultra.

Ganz allmählich lösen sich die Kreditkarten wie so vieles andere auch in Luft auf: Ihre Daten passen schließlich spielend leicht auch in ein digitales Wallet von Google oder Apple, sie lassen sich aber auch in der Cloud lagern. Bislang ist noch kein zukünftiger Standard erkennbar, die Vielfalt bricht sich Bahn und eröffnet eine breite Auswahl an Möglichkeiten.

Das NFC-System steht bezüglich des berührungsfreien Zahlens nicht allein auf weiter Flur. Auch Bluetooth und QR-Codes kommen zum Einsatz, wie zum Beispiel bei den Bezahl-Apps Twint und Migros. Die Abrechnung läuft über die Kreditkarte oder direkt über das Konto. Das Twint-Guthaben lässt sich sogar mit Bargeld aufstocken. Die Frage, wie wir in Zukunft zahlen werden, tritt also eine echte Lawine los, die eine Welt der tausend Möglichkeiten eröffnet.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN