Was macht die besten Pokerspieler so erfolgreich und was kann man von ihnen lernen?

Phil Hellmuth, Chris Moneymaker, Daniel Negreanu – sie alle haben durch ihre Erfolge die Pokerwelt verändert und beeindrucken mit unglaublichen Siegen. Als Anfänger kann es überwältigend wirken, ausgezeichnete Spieler beim Spielen zu beobachten. Dabei hat man als unerfahrener Spieler aber einen wichtigen Vorteil: Man kann aus dem Erfahrungsschatz dieser und anderer Spieler viel lernen. Wir haben einige grundlegende Dinge zusammengestellt, die die besten Pokerspieler der Welt tun, die auch für weniger erfahrene Spieler von Vorteil sein können:

Konzentration üben

Die besten Pokerspieler der Welt haben eine unglaublich hohe Konzentration. Ist ein Pokerspieler in einem Spiel sehr erfolgreich, ist es sogar gut möglich, dass er oder sie sich gar nicht anstrengen muss, um diesen Grad an Konzentration zu erreichen, sondern, dass alles wie von selbst passiert. Der Spieler befindet sich dann wie im Rausch und weiß oft nachher gar nicht mehr, wie genau er es geschafft hat, so erfolgreich zu spielen. Spitzensportler beschreiben oft denselben “Rausch”, den sie beim Erbringen von besonders guten Leistungen empfinden. Um sich wirklich in das Spiel hineinzuversetzen und sich zu konzentrieren, geht es nicht um Motivation, sondern viel eher um Entspannung: Je entspannter man ist, desto besser kann man sich konzentrieren. Um sich von Nervosität abzulenken und den Fokus voll und ganz auf das Spiel zu lenken hilft es, seine Gegenspieler genau zu studieren. Wiederholen Spieler oft bestimmte Spielzüge? Welche Karten haben sie dabei, etc. Dabei ist es oft am effektivsten, sich vor allem auf einige wenige Spieler zu konzentrieren, anstatt zu versuchen, alle im Blick zu behalten.

Rituale während des Spiels

Rituale können die Konzentration und das Selbstbewusstsein eines Spielers steigern und zu einer besseren Leistung führen. Sie geben dem Spiel auch mehr Ordnung und Vorhersehbarkeit, was beruhigend wirken kann. Studien wie die von Damisch, Stoberock und Mussweiler (2010), die Rituale und Aberglauben untersuchten, kamen zu dem Schluss, dass der Glaube daran, dass Rituale zu einem besseren Spielergebnis führen, dem Spieler Selbstbewusstsein verleihen und daher effektiv sind. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und schätzen immer wiederkehrende Ereignisse wie das Mittagessen oder Schlafengehen um eine bestimmte Uhrzeit. Beim Poker ist es nicht anders. Daher kann es hilfreich sein, sich an einige Rituale zu gewöhnen, die Vertrautheit ins Spiel bringen.

Ungewöhnliche Rituale

 

Einige der besten Spieler der Welt nutzen Rituale, um beim Poker eine bessere Leistung zu erbringen. Oft wirken diese für Außenstehende ungewöhnlich und etwas eigenartig. Das liegt aber vor allem daran, dass sie sehr persönlich und nicht für jeden geeignet sind.

Sammy Farha, ein hervorragender Omaha Spieler, der den zweiten Platz in der Pokerweltmeisterschaft WSOP 2003 erreicht hat, hat immer eine Zigarette im Mund, wenn er spielt. Und das, obwohl er nicht raucht. Die Zigarette ist auch nicht angezündet, sondern ein Ritual, dass er zu seiner Angewohnheit gemacht hat.

Johnny Chan, der bereits zehn Bracelets bei der WSOP gewonnen hat, hat oft eine Orange neben sich auf dem Tisch liegen, wenn er spielt. Er isst sie nicht, sondern sieht sie als Glücksbringer an.

Bruno Foster tankt vor wichtigen Turnieren immer positive Energie aus Castingshows. Diese geben ihm die Kraft, sich voll auf das Pokerspiel konzentrieren zu können.

Die besten Pokerspieler bluffen nur selten

Bluffen wird beim Pokern oft unterschätzt. Besonders Anfänger versuchen häufig, den Gegner durch Bluffen Irre zu führen, aber viele erfahrene Spieler nutzen diese Strategie nur selten. Als Faustregel gilt: Weiß man nicht genau, wie, wann und wie oft man sie einsetzen sollte, lohnt es sich, diese Taktik erst noch zu studieren bevor man sie anwendet. Blufft man zum Beispiel zu häufig, kann es sein, dass Gegenspieler anfangen, Verdacht zu schöpfen – nutzt man sie aber zu wenig, können erfahrene Spieler ein Muster im Spielverhalten erkennen. Erfolgreiche Spieler bluffen daher immer gezielt und wenn sie es tun, dann normalerweise mit Erfolg. Auch zu wissen, wie man blufft, ist nicht leicht. Von der Wirkung der eigenen Körpersprache bis hin zum Spielverhalten gibt es viel, dass einen guten Bluff ausmacht.

Ist dieser Spielzug wirklich gerechtfertigt? Wie Pokerquoten dabei helfen können, das zu entscheiden.

Für jeden Spielzug sollte es einen guten Grund geben, dessen sich der Spieler bewusst ist. Ähnlich wie beim Bluffen, sollten Spielzüge nicht einfach aus einer Laune heraus gemacht werden. Stattdessen ist am besten, wenn Spieler ganz genau wissen, warum sie mitgehen, bluffen oder etwas ähnliches tun und sichergehen, dass es in dieser Situation Sinn ergibt. Das unterscheidet oft professionelle Spieler von unerfahrenen. Erfolgreiche Spieler wissen immer, warum sie einen Zug machen und verwenden auch die Wahrscheinlichkeitstheorie um zu bestimmen, ob sich Spielzüge lohnen.

Pokerquoten einfach erklärt:

Pokerquoten können ganz einfach berechnet werden, indem man feststellt, wieviele der Karten, die man noch benötigt (genannt “outs”), im Spiel vorhanden sind. Man zieht die nützlichen Karten, die man in der Hand hält, und die dazu passenden Karten, die der Kartengeber schon ausgelegt hat, von der Gesamtsumme der Karten im Spiel ab. Die Summe, die dann übrig bleibt, besteht aus Karten, die man möglicherweise noch im Spiel bekommen kann. Welche Karten der Gegner in der Hand hält, ist dabei unwichtig. Ein Teil dieser Karten sind vorteilhaft, die restlichen sind unbrauchbar. Diese Zahlen merkt man sich als Quote. Beispiel: 9 vorteilhafte Karten, die man brauchen könnte, sind noch im Spiel (zum Beispiel Herz) und der Rest (zum Beispiel 37 Karten) nützen einem nichts. Das ergibt 37:9, was auch 4:1 ist. Die Wahrscheinlichkeit, zu verlieren, ist daher vier mal so hoch wie die, zu gewinnen.

Lohnt sich der Spielzug?

Damit kann beispielsweise berechnet werden, ob es sich lohnt, mitzugehen. Es wird zuerst bestimmt, wieviel man laut dieser Quote mit einem gewissen Einsatz gewinnen würde. Beispielsweise bei einem Einsatz von 10 Euro und einer Quote von 4:1 würde man 40 Euro gewinnen. Dann betrachtet man, wieviel Geld im Topf ist, wieviel der Gegenspieler setzt und wieviel man setzen müsste um mitzugehen, um herauszufinden, welchen Betrag man schließlich gewinnen könnte. Nun werden diese beiden Quoten miteinander verglichen, also die eigenen Gewinnchancen mit dem Betrag, der gewonnen werden könnte. Dadurch kann bestimmt werden, ob sich ein bestimmter Spielzug lohnt, oder nicht. Durch die richtige Verwendung von Quoten können Spielzüge klug und taktisch gewählt werden.

Nicht vom Weg abkommen

Die erfolgreichsten Spieler wechseln nie plötzlich aus einer Laune heraus ihre Strategie, sondern setzen ihren Erfahrungsschatz bewusst und konzentriert ein. Eine Strategie sollte aus einem bestimmten Grund gewählt werden. Hat man einmal die passende Strategie gefunden, sollte man sich auch daran halten. Es kann natürlich immer passieren, dass man beim Pokerspiel eine wichtige Entscheidung treffen muss, die die Strategie beeinflusst – aber auch in einer solchen Situation sollte gut überlegt werden, bevor man handelt und von seiner Strategie abweicht. Wieder gilt es, ruhig und konzentriert zu spielen.

Zu viel von einem ist auch nicht gut

Theorie zu lernen ist gut, aber top Pokerspieler haben eine Menge Erfahrung beim Spielen gesammelt. Obwohl Spielzüge klug gewählt werden und am besten stets ruhig und konzentriert vorgegangen werden sollte, lernt man am besten aus Fehlern und kommt als Anfänger oder Spieler mit wenig Erfahrung nicht drumherum, sie zu machen. Als Daniel Negreanu mit erst 21 Jahren nach mehreren vielversprechenden Erfolgen sein Heimatland Kanada verließ, um sein Glück in Las Vegas zu versuchen, verlor er sein Geld und musste nach Hause zurückkehren. Heute ist er sechsfacher Braceletgewinner der World Series of Poker und gilt als erfolgreichster Pokerspieler der Welt.

Würde man sie fragen, würden Jonathan Duhamel, Phil Hellmuth, Jamie Gold und Sam Trickett sicher ähnliche Geschichten erzählen. Es kann ein langer Weg nach oben sein, aber das heißt nicht, dass Erfolge nicht möglich sind und vor allem – dass er nicht auch Spaß machen kann!

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram

ANZEIGEN