Warum wir die Kernenergie brauchen

Warum wir die Kernkraft brauchen
Symbolbild

Mit der Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938 begann das Atomzeitalter. Die zivile Nutzung der Kernkraft brachte unserem Land Wohlstand und eine Spitzenforschung, um die uns die Welt beneidete.

Doch damit ist es bald vorbei. Die drei letzten Kernkraftwerke Deutschlands gehen Mitte April vom Netz.

Wohlgemerkt in einer der größten Energiekrise, die wir in Deutschland jemals gesehen haben. Bei einem Weiterbetrieb könnten sie zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen und somit mögliche Strommangelwirtschaft verhindern. Außerdem würden sie dazu beitragen, dass der Strompreis stabilisiert wird.

Und ganz nebenbei: sie produzieren kein CO2.

Aber die Bundesregierung und hier insbesondere die Grünen, habt sich dazu entschieden, die deutsche Spitzentechnologie abzuschalten.

Stattdessen stabilisieren wir unser Stromnetz mit Strom aus Kohle, die wir zumeist aus fernen Ländern importieren. So viel zum Thema Klimaschutz.

Aber was spricht für die Kernkraft? Aus meiner Sicht drei Dinge:

  1. Unser Stromnetz braucht grundlastfähige Energie

Sylvia Kotting-Uhl von den Grünen ist der Meinung, dass Grundlast eine veraltete Vorstellung ist und dass die zukünftige Energieversorgung flexibler sein wird. Sie glaubt, dass erneuerbare Energien allein nicht in der Lage sein werden, die Grundlastanforderungen zu erfüllen. Dies ist teilweise richtig, da erneuerbare Energien wie Wind und Sonne wetterabhängig sind und keine kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten können. Auch die benötigten Speichertechnologien sind noch nicht ausreichend entwickelt, um eine zuverlässige Versorgung zu garantieren.

Die Kernenergie kann hier als Teil der Lösung dienen, da sie eine konstante und zuverlässige Energiequelle bietet, die unabhängig vom Wetter ist und die Grundlastanforderungen erfüllen kann.

Elektromobilität und elektrisches Heizen werden die Grundlastanforderungen in Zukunft weiter erhöhen, da der Strombedarf durch diese Anwendungen stark zunehmen wird. Hier kann die Kernenergie helfen, indem sie eine stabile Energieversorgung gewährleistet und so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert.

  1. Kernenergie ist sicher

Ein häufiges Argument gegen die Kernenergie ist die Sicherheit. Allerdings ist die Kernenergie trotz der Unfälle in Tschernobyl (Verursacht durch sozialistische Fehlplanung und Mangelwirtschaft) und Fukushima (Verursacht durch eine Naturkatastrophe) eine der sichersten Energiequellen, die wir haben.

In den 60 Jahren, in denen Kernkraftwerke in Deutschland betrieben wurden, gab es kein einziges Szenario mit einer Freisetzung radioaktiver Stoffe. Es ist kein einziger Bürger in Deutschland durch den Betrieb von Kernkraftwerken zu Schaden gekommen. Auch im Vergleich zu anderen Industriezweigen hat die Kernenergie eine äußerst positive Umweltbilanz. Die Emissionen von Kohlendioxid, Feinstaub, Schwefelverbindungen, Stickoxiden, Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen werden durch die Kernenergie vermieden. Es starben und sterben viel mehr Menschen aufgrund der Emission von Kohlekraftwerken und Co., z.B. durch Lungenkrankheiten, als durch die Kernenergie.

  1. Unser Wohlstand muss geschützt werden

Stell Dir vor es ist Krise und keiner geht hin. So in etwa lässt sich die Situation in unserem Land derzeit beschreiben. Uns geht es zu gut.

Aber der Wohlstand steht auf wackeligen Beinen. Bis die erneuerbaren Energien unser Stromnetz tragen können, brauchen wir Zeit. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Nur ein Beispiel aus dem Saarland: Wir wollen auf grünen Stahl umstellen. Dafür benötigen wir Strom, viel Strom. Mehr als doppelt so viel Energie wie bisher, nur wegen des grünen Stahls. Das ist ohne Kernkraft kaum zu schaffen. Die werden wir dann aus Frankreich importieren. Dazu kommen noch weitere Bedarfe durch Wärmepumpen und Elektroautos. Der Stromverbrauch wird steigen. Und unsere Wirtschaft – übrigens die Grundlage unseres Wohlstands – brauchen Planungssicherheit und günstige Energie. Wenn wir dies nicht gewährleisten, werden sie abwandern, was für den Wohlstand katastrophal wäre.

Was mir in der ganzen Diskussion bitter aufstößt, ist die Ideologie der Grünen. Alle Experten plädieren für einen Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke – die Grünen sind aus ideologischen Gründen dagegen. Der Großteil der Industrieländer setzt auf die Kernkraft und baut diese weiter aus – das wird konsequent ignoriert.

Der Widerstand gegen die Kernenergie gehört zum Gründungsmythos der Partei. Das wäre aber in etwa so, als hätten CDU und SPD ihre Forderung aus den 1950er-Jahren auf eine Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 nie aufgegeben.

Was mir bleibt ist der Blick nach Frankreich. Es ist ein gutes Gefühl für mich vom Schaumberg aus die Kühltürme des Kernkraftwerks Cattenom zu sehen. Es beruhigt mich. Denn ich weiß, dass unsere Freunde in Frankreich im Rahmen der Europäischen Solidarität mit ihrer Politik auch Verantwortung für die Stabilität unseres Stromnetzes übernehmen.

Bliebt zu hoffen, dass wir unsere Energiepolitik nochmals überdenken. Denn den Spott der Welt haben wir bereits bekommen: Das Wall Street Journal kommentierte den deutschen Weg bereits als „dümmste Energiepolitik der Welt„.

Wie sehr Ihr die Sache? Schreibt mir an redaktion@wndn.de

Unsere Kolumnen geben die Meinungen des Autors und nicht die der Redaktion wieder. 

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